Was macht eine Stadt für Reisende besonders attraktiv? Klassische Tourismusrankings beantworten diese Frage meist anhand von Besucherzahlen, Nächtigungen oder Infrastruktur. Einen anderen Ansatz verfolgt der neue "Global Tourism City Attractiveness Index 2026", den ein internationaler Forschungsverbund aus Yanolja Research, dem Chriba-Institut der US-amerikanischen Purdue University und dem H&T Analytics Center der Kyung-Hee-Universität in Seoul erstellt hat. Statt harte touristische Kennzahlen in den Mittelpunkt zu stellen, untersucht der Index, wie Reisende selbst über Destinationen sprechen und diese im Rückblick bewerten. Dafür wurden Social-Media-Daten des Analyseanbieters Brandwatch in 14 Sprachen zu insgesamt 261 Städten ausgewertet. Auf dieser Grundlage entstand schließlich eine Rangliste der 200 bestplatzierten Destinationen.
New York als Sieger, asiatische Metropolen punkten emotional
Die Bewertung innerhalb des Rankings ruht auf zwei Säulen, der kognitiven Bekanntheit einer Stadt und ihrer affektiven Attraktivität. Dafür wurden 419 Suchbegriffe den vier Dimensionen "Stadtbild und Naturkulisse", "Kultur und Geschichte", "Erlebnisangebot" sowie "Gastgewerbe" zugeordnet. Aus der Kombination beider Achsen leiten die Forschenden vier strategische Profile ab, die Tourismusverantwortlichen zeigen sollen, ob eher Markenaufbau, Angebotsentwicklung oder eine grundlegende Neupositionierung ansteht.
Den Gesamtsieg holte sich heuer New York. Die Stadt an der US-amerikanischen Ostküste kombiniert die höchste globale Bekanntheit mit durchgehend positiven Rückmeldungen von Besucher:innen und liegt damit noch vor Paris auf Platz zwei. Auf den Rängen drei und vier folgen Osaka und Kyoto, Seoul komplettiert die Top Five. London, Rom, Bangkok, Okinawa und Chicago belegen die weiteren Plätze bis zehn. Für Japan bedeutet das gar eine Dreifachpräsenz in der Spitzengruppe.
Etwas anders fällt das Bild allerdings in der Teilwertung zur emotionalen Attraktivität aus, welche Begeisterung, erlebte Qualität und Weiterempfehlungsbereitschaft erfasst. Dort liegen Osaka und Kyoto auf den Plätzen eins und zwei, New York fällt auf Rang drei zurück, Seoul folgt auf vier. Bekanntheit allein garantiert im Index also kein Spitzenergebnis, entscheidend ist laut den Studienautor:innen, ob eine Stadt diese Aufmerksamkeit in Erlebnisse übersetzt, die im Gedächtnis bleiben und weiterempfohlen werden. Genau darin liege die Stärke der asiatischen Destinationen.
Europa überzeugt in der Breite
Europa stellt im Gesamtranking mit Paris, London und Rom immerhin drei der sieben besten Städte. Dahinter zeigt der Kontinent Tiefe statt Spitzenwerte. Madrid liegt auf Rang 17, Mailand auf 33, Barcelona auf 35, Nizza auf 37, Berlin auf 41 und Venedig auf 49. Insgesamt platzieren sich neun europäische Städte in den globalen Top 50. Die USA kommen auf 16 Städte in den Top 50, unter anderem mit Los Angeles auf Rang 13, Miami auf 15 und Washington, D.C. auf 18.
Leider nicht unter die Top 50 geschafft hat es Wien, das sich gerade einmal auf Rang 64 positioniert. Der Blick in die vier Einzeldimensionen zeigt allerdings ein uneinheitliches Bild. Am besten schneidet die österreichische Bundeshauptstadt beim Gastgewerbe ab, hier reicht es für Platz 53. Dahinter folgen Kultur und Geschichte auf Rang 55 sowie das Erlebnisangebot auf Rang 59. Schwächster Wert ist Platz 87 in der Kategorie Stadtbild und Naturkulisse, obwohl Wien international traditionell über seine Architektur und sein historisches Zentrum vermarktet wird.
Das gesamte Ranking können Sie hier nachlesen.
www.yanolja-research.com
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