Fast 85 Prozent
Viele Eigenheime bei Naturkatastrophen nur unzureichend geschützt

| Tobias Seifried 
| 17.08.2026

Starkregen, Hochwasser oder Muren können Schäden in enormer Höhe verursachen. Eine aktuelle Analyse zeigt nun, wie gering der Versicherungsschutz vieler Eigenheimbesitzer:innen dennoch ausfällt.

Wetterextreme sorgen auch in Österreich zunehmend für Schäden an Gebäuden. Dennoch berücksichtigen lediglich 15,5 Prozent der Nutzer:innen bei Abfragen für eine Eigenheimversicherung einen erweiterten Naturkatastrophenschutz. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Datenanalyse des Tarifvergleichsportals durchblicker.

Mögliche finanzielle Lücke beträchtlich

Beim Standardschutz sind Schäden infolge außergewöhnlicher Naturereignisse wie Überflutungen laut durchblicker lediglich bis maximal 5.000 Euro gedeckt. Erweiterte Versicherungen sehen je nach Produkt und Objekt hingegen Deckungssummen zwischen 20.000 und 225.000 Euro vor.

Sarah Schwarzer, Versicherungsexpertin bei durchblicker, beobachtet zwar ein steigendes Bewusstsein für die Risiken, dieses befinde sich jedoch weiterhin auf niedrigem Niveau. "Was viele nicht wissen: Schäden, die durch außergewöhnliche Naturkatastrophen verursacht werden, sind ohne erweiterten Schutz oft nicht ausreichend gedeckt."

Das betreffe beispielsweise Starkregen, der Keller oder Wohnräume überfluten könne. Nach Angaben Schwarzers seien davon in den vergangenen Jahren zunehmend auch Haushalte außerhalb ausgewiesener Risikozonen betroffen gewesen.

Erweiterter Schutz kostet im Schnitt 280 Euro jährlich

Für eine erweiterte Absicherung gegen außergewöhnliche Naturkatastrophen werden der Analyse zufolge im Durchschnitt rund 280 Euro pro Jahr beziehungsweise knapp 23 Euro monatlich fällig. Je nach Anbieter und Deckung bewegen sich die Aufpreise für ein übliches Einfamilienhaus zwischen 135 und 377 Euro jährlich.

Schwarzer empfiehlt angesichts zunehmender Wetterextreme, bestehende Verträge und die individuellen Risiken regelmäßig zu überprüfen. Das gelte insbesondere für ältere Polizzen.

Noch geringer sei die Nachfrage bei reinen Haushaltsversicherungen, wie sie etwa Mieter:innen abschließen. Hier berücksichtigen laut durchblicker lediglich 4,5 Prozent einen erweiterten Naturkatastrophenschutz. Dieser kostet im Durchschnitt rund 70 Euro jährlich und bietet laut Analyse eine Deckung von bis zu 40.000 Euro.

In Risikogebieten steigt das Bewusstsein

Deutlich anders sehe es bei Menschen aus, die nach eigenen Angaben in hochwassergefährdeten Gebieten leben. Von ihnen entscheiden sich 39 Prozent für den erweiterten Schutz.

Hochwasserrisikogebiete werden in die Kategorien HQ30, HQ100 und HQ300 eingeteilt. Ein HQ100-Gebiet bezeichnet beispielsweise eine Region, in der statistisch einmal innerhalb von 100 Jahren mit einem entsprechenden Hochwasser gerechnet wird.

Besonders schwierig kann eine umfassendere Absicherung laut durchblicker in HQ30-Gebieten werden. Für die Risikokategorien HQ100 und HQ300 seien die Preisunterschiede gegenüber Standorten außerhalb ausgewiesener Gefahrenzonen hingegen vergleichsweise gering. Unterschiede gebe es vor allem bei Deckungsumfang und Prämien.

www.durchblicker.at

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