Minister Hanke will reagieren
Historisches Niedrigwasser legt Donau-Schifffahrt weitgehend lahm

Aufgrund der anhaltenden Hitzewelle ist die Güterschifffahrt großteils zum Erliegen gekommen, auch Kreuzfahrten sind massiv eingeschränkt. Bundesminister Hanke und viadonau kündigen zusätzliche Maßnahmen an.

Mittlerweile setzen die anhaltende Trockenheit und Hitzewelle auch hierzulande der Donau massiv zu. Laut dem Bundesministerium für Innovation, Mobilität und Infrastruktur (BMIMI) sowie dem Wasserstraßenbetreiber viadonau liegen die Pegelstände derzeit auf einem Niveau wie in den bisherigen Extremjahren 2003 und 2018. Die Folgen sind bereits deutlich spürbar: Während die Güterschifffahrt weitgehend zum Erliegen gekommen ist, kann auch ein Teil der Flusskreuzfahrten nur eingeschränkt oder gar nicht stattfinden. So verkehren die Schiffe der DDSG Blue Danube aktuell an einem an die Pegelstände angepassten Fahrplan (LEADERSNET berichtete). 

Transportaufkommen dürfte erneut sinken

Behördliche Sperren gibt es derzeit zwar nicht, die niedrigen Wasserstände zwingen Schiffe jedoch dazu, ihre Ladung deutlich zu reduzieren. Dadurch werden Transporte auf der Donau wirtschaftlich zunehmend unattraktiv und weichen vielfach auf Schiene oder Straße aus.

Das Ministerium verweist auf das Vergleichsjahr 2018, als das Transportaufkommen auf der österreichischen Donau um mehr als ein Viertel auf 7,2 Millionen Tonnen einbrach. Auch heuer müsse mit einem deutlichen Rückgang gerechnet werden. Besonders ungewöhnlich sei zudem, dass die ausgeprägte Niederwasserphase bereits Anfang August eingetreten sei – solche Situationen träten laut Fachleuten normalerweise erst im Spätsommer oder Herbst auf.

Bund setzt auf Instandhaltung und neue Technik

Um die Schiffbarkeit möglichst lange aufrechtzuerhalten, werden nach Angaben von viadonau laufend Baggerungen an besonders flachen Stellen durchgeführt und mehrtägige Pegelprognosen bereitgestellt. Dadurch könne derzeit eine Fahrrinnentiefe von zwei Metern in der Wachau beziehungsweise 1,8 Metern östlich von Wien sichergestellt werden.

Verkehrs- und Infrastrukturminister Peter Hanke verwies am Dienstag auf jährliche Investitionen von rund 30 Millionen Euro in die Wasserstraße Donau. "Die Donau ist eine der wichtigsten Verkehrsadern Österreichs – für den Güterverkehr, für den Tourismus und für tausende Arbeitsplätze entlang des Stroms. Wenn der Klimawandel diese Infrastruktur unter Druck setzt, dann ist es unsere Aufgabe, mit Weitblick zu investieren, statt zuzuwarten", so Hanke. Neben der laufenden Instandhaltung werde unter anderem die sogenannte "Flexible Infrastruktur" getestet. Dabei sollen mit Kies beladene Schuten den Wasserfluss gezielt in die Fahrrinne lenken und so Ablagerungen verringern.

Auch Hans-Peter Hasenbichler, Geschäftsführer von viadonau, betont, dass die Instandhaltung der Wasserstraße heute deutlich vorausschauender und datenbasierter erfolge als noch bei früheren Niedrigwasserperioden.

Klimawandel verschärft die Situation

Für Helmut Habersack von der Boku Wien handelt es sich nicht um ein einmaliges Ereignis. Extreme Niederwasserphasen würden im Zuge des Klimawandels häufiger auftreten und zunehmend bereits im Sommer einsetzen. Umso wichtiger seien sowohl technische Lösungen als auch naturbasierte Maßnahmen wie Renaturierungen, um die Donau langfristig widerstandsfähiger zu machen.

www.bmimi.gv.at

www.viadonau.org

Wichtige Fakten zum Donau-Niedrigwasser

  • Pegelstände auf dem Niveau der Extremjahre 2003 und 2018
  • Güterschifffahrt weitgehend zum Erliegen gekommen
  • Flusskreuzfahrten teils stark eingeschränkt oder nicht möglich
  • Fahrrinnentiefe derzeit: 2,0 Meter in der Wachau, 1,8 Meter östlich von Wien
  • 2018 sank das Transportaufkommen auf der Donau um 25,1 Prozent
  • Bund investiert laut BMIMI rund 30 Millionen Euro jährlich in die Erhaltung der Wasserstraße
  • Pilotprojekt "Flexible Infrastruktur" soll die Fahrrinne auch bei Niedrigwasser besser nutzbar machen

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Wichtige Fakten zum Donau-Niedrigwasser

  • Pegelstände auf dem Niveau der Extremjahre 2003 und 2018
  • Güterschifffahrt weitgehend zum Erliegen gekommen
  • Flusskreuzfahrten teils stark eingeschränkt oder nicht möglich
  • Fahrrinnentiefe derzeit: 2,0 Meter in der Wachau, 1,8 Meter östlich von Wien
  • 2018 sank das Transportaufkommen auf der Donau um 25,1 Prozent
  • Bund investiert laut BMIMI rund 30 Millionen Euro jährlich in die Erhaltung der Wasserstraße
  • Pilotprojekt "Flexible Infrastruktur" soll die Fahrrinne auch bei Niedrigwasser besser nutzbar machen

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