Passiva von mehr als 22,6 Millionen Euro
Pharma-Unternehmen schlittert in zweite Großinsolvenz

| Tobias Seifried 
| 22.07.2026

Eine börsennotierte Biopharma-Firma aus Niederösterreich ist erneut pleite. Die aktuellen Gesamtpassiva belaufen sich auf über 22,5 Millionen Euro.

Im eigentlich boomenden heimischen Biotech-Sektor gibt es einen Rückschlag: Wie der AKV und der KSV1870 mitteilten, hat die an der Wiener Börse notierte Marinomed Biotech AG beim Landesgericht Korneuburg erneut ein Sanierungsverfahren ohne Eigenverwaltung beantragt.

Nach dem Verfahren im Jahr 2024 gerät das 2006 gegründete Unternehmen damit zum zweiten Mal in Schräglage. Von der Pleite des auf Immunologie und Virologie spezialisierten Betriebes sind 30 Dienstnehmer:innen sowie rund 87 Gläubiger:innen betroffen.

Ursachen

Als Auslöser nennt der Vorstand das abrupte Ausbleiben vereinbarter Earn-Out-Mittel aus dem Verkauf des Carragelose-Geschäfts, nachdem die Verhandlungen mit dem Partner kurzfristig gescheitert seien. Damit fehlte das Kapital für die Bedienung des alten Sanierungsplans. Da von der früheren 30-Prozent-Quote bisher 20 Prozent gezahlt wurden, leben die verbleibenden 33,33 Prozent der ursprünglichen Gläubigerforderungen wieder auf.

Fortführung angestrebt

Die aktuellen Gesamtpassiva belaufen sich auf rund 22,68 Millionen Euro. Auf der Aktivseite stehen eine Betriebsliegenschaft sowie Substanzwerte in Form von Patenten und Marken. Angestrebt wird die Fortführung des Betriebes sowie ein Sanierungsplan mit einer Quote von 20 Prozent, finanziert über die laufende Kommerzialisierung und Restrukturierungsmaßnahmen.

www.akv.at

www.ksv.at

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