Konkursverfahren eröffnet
Nächste Millionenpleite in Zusammenhang mit der Stiglechner-Insolvenz

| Tobias Seifried 
| 21.07.2026

Der Strudel rund um den Zusammenbruch des Tankstellenbetreibers greift weiter um sich. Nun ist ein Unternehmen, das als interner Dienstleister und Verrechnungsstelle fungierte, in den Konkurs geschlittert.

Der Dominoeffekt der Stiglechner-Insolvenz erfasst einen weiteren Stein. Nachdem der Zusammenbruch des Linzer Traditionsunternehmens, das 140 Tankstellen betrieben hat, eine verbundene Tanklaster-Firma in die Pleite riss (LEADERSNET berichtete), hat es nun den nächsten Gruppen-Dienstleister erwischt. Über das Vermögen der Petro Solutions GmbH wurde am 21. Juli 2026 am Landesgericht Linz das Konkursverfahren eröffnet.

Strukturelle Verflechtung als Verhängnis

Das im Oktober 2010 gegründete Unternehmen fungierte als zentrales Service- und Verrechnungsorgan für die Stiglechner-Gruppe. Neben der Bereitstellung von Fuhrparks wickelte die Gesellschaft Versorgungs-, Facility- und Reinigungsverträge ab, steuerte Abrechnungen öffentlicher Abgaben für die Tankstellenstandorte und betrieb in Teilen auch Autobahnraststätten sowie Autohöfe.

Als direkte Folge der Insolvenzverfahren der Julius Stiglechner GmbH und der Stiglechner Tankstellen GmbH sei das Geschäftsmodell aus den Fugen geraten. Bei der versuchten Neuordnung der Vertrags- und Leistungsverhältnisse seien massive Abgrenzungsprobleme aufgetreten. Der daraus resultierende, schlagartige Entzug der Liquidität machte die Einstellung der Zahlungen laut Alpenländischen Kreditorenverband (AKV) letztlich unvermeidbar.

Millionen-Passiva und bevorstehende Schließung 

Laut dem vorliegenden AKV-Bericht umfasst die Gläubigerliste aktuell 135 Positionen. Die Bilanz wies zum Stichtag 31. Dezember 2024 Verbindlichkeiten in Höhe von rund 6,87 Millionen Euro aus. Ob und in welchem Ausmaß diesen Passiva werthaltige Gegenforderungen gegenüber verbundenen Unternehmen gegenüberstehen, hänge maßgeblich vom weiteren Verlauf der parallelen Insolvenzverfahren ab.

Derzeit wird der Betrieb nur mehr stark eingeschränkt aufrechtgehalten; eigene Dienstnehmer:innen werden nicht mehr beschäftigt. Die Unternehmensführung hat einer formalen Schließung der Gesellschaft bereits vorab zugestimmt. Zur Insolvenzverwalterin bestellte das Landesgericht Linz die Rechtsanwältin Christina Rupprecht. Gläubigerforderungen können bis zum 15. September 2026 angemeldet werden.

www.akv.at

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