Rewe-Coup in Westösterreich
Vorarlberger Spar-Kaufmann wechselt überraschend zu Adeg

| Wolfgang Zechner 
| 08.07.2026

Fliegender Wechsel im Westen: Jürgen Albrecht, einer der profiliertesten Spar-Kaufleute im Ländle, will seine beiden Märkte in Feldkirch-Tisis und Schwarzach ab 1. Jänner 2027 unter der Marke Adeg weiterführen. 

Es ist eine Nachricht, die im äußersten Westen des Landes für viel Gesprächsstoff sorgen dürfte: Einer der bekanntesten selbstständigen Spar-Kaufleute Vorarlbergs plant den Wechsel zu Adeg, also ausgerechnet zum großen Spar-Rivalen Rewe. Jürgen Albrecht hat eine entsprechende Vereinbarung unterzeichnet, wonach seine beiden Märkte in Feldkirch-Tisis und Schwarzach ab 1. Jänner 2027 unter der grünen Adeg-Flagge segeln sollen. Die Zusammenarbeit steht noch unter dem Vorbehalt der kartellrechtlichen Prüfung und Freigabe durch die Bundeswettbewerbsbehörde sowie den Bundeskartellanwalt. Mit den beiden Märkten würde Adeg seine Präsenz im Spar-Kernland Vorarlberg auf 26 Standorte ausbauen. Seit dem endgültigen Rückzug von Billa im Jänner 2024 ist Rewe im westlichsten Bundesland ausschließlich mit den Handelsmarken Sutterlüty und Adeg im Lebensmittelhandel vertreten.

Bald 26 Adeg-Standorte im Ländle

Der Wechsel dürfte über Vorarlberg hinaus für Aufmerksamkeit sorgen. Albrecht zählt zu den profiliertesten Kaufleuten des Bundeslandes. Der Markt in Feldkirch-Tisis befindet sich seit rund 100 Jahren im Familienbesitz und beschäftigt auf mehr als 800 Quadratmetern Verkaufsfläche rund 50 Mitarbeiter:innen. Der zweite Standort in Schwarzach wird als klassischer Nahversorger geführt und zählt rund 25 Mitarbeiter:innen. Beide Märkte setzen auf Regionalität, Frische und persönliche Beratung. Mehr als 300 regionale Kleinstmanufakturen sind im Sortiment vertreten, dazu kommen über 2.000 Bio-Produkte sowie täglich frisch zubereitete Mittagsmenüs und ein eigenes Bistro am Standort Feldkirch-Tisis.

Kaufmann will Märkte weiterentwickeln 

Mit dem geplanten Wechsel baut Adeg sein Netzwerk selbstständiger Kaufleute weiter aus. Brian Beck, Noch-Vorstand Billa Großhandel und Kaufleute, sieht darin eine Bestätigung des Kaufleute-Modells, das unternehmerische Eigenständigkeit mit den Leistungen eines starken Handels- und Großhandelspartners verbindet. Mit dem "Vorarlberger Coup" setzt Beck ein finales Rufzeichen unter seine Rewe-Karriere. Der gebürtige Deutsche wechselt im Oktober in sein Heimatland zurück, wo er eine Vorstandsposition bei der Für Sie Handelsgenossenschaft übernimmt (KEYaccount/LEADERSNET berichtete hier). 

Auch Adeg-Geschäftsführer Florian Klein spricht von einem wichtigen Signal. Jürgen Albrecht passe mit seiner regionalen Verwurzelung, seiner Kaufleute-Tradition und seinem Qualitätsanspruch ideal zum Netzwerk. Albrecht selbst betont, dass er die individuelle Handschrift seiner Märkte bewahren und gleichzeitig gemeinsam mit Adeg weiterentwickeln wolle.

Auch Rewe-Vorstand Marcel Haraszti freut sich über den Neuzugang: "Die Zukunft des Handels liegt in der Verbindung von unternehmerischer Freiheit und der Stärke eines starken Partners im Hintergrund. Mit unseren Kaufleute-Modellen schaffen wir genau diesen Rahmen – und machen es für selbstständige Unternehmer:innen attraktiv, ihre Märkte nachhaltig
weiterzuentwickeln. Der geplante Schritt von Jürgen Albrecht unterstreicht diese strategische Ausrichtung."

www.adeg.at

www.rewe-group.at

www.spar.at

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