UrlaubsEuro 2026
So viel ist der Euro heuer in beliebten Reiseländern wert

| Larissa Bilovits 
| 18.06.2026

Deutlich mehr als in Österreich erhält man beispielsweise in Portugal, Spanien oder Ungarn. Ganz anders sieht es mit dem "UrlaubsEuro 2026" in der Schweiz aus. Für Fernreisende gibt es positive und negative Nachrichten.

Auch wenn globale Krisen, eine angespannte Budgetlage und eine nach wie vor höhere Inflation als in den meisten anderen Ländern des Euroraums den Alltag prägen, lässt sich die Reiselust der Österreicher:innen davon auch 2026 nicht trüben. Zu diesem Schluss kamen bereits diverse Umfragen und Analysen der vergangenen Wochen (LEADERSNET berichtete u.a. hier). Für den Sommerurlaub dürfte die Kaufkraft des Euros – der sogenannte UrlaubsEuro – aber erneut ein entscheidender Faktor sein, denn viele Urlauber:innen orientieren sich bei der Wahl ihrer Destination auch daran, wie viel sie für ihr Budget im Ausland bekommen.

Aus dieser Perspektive gibt es zunächst eine gute Nachricht. Laut der jährlichen Analyse der UniCredit Bank Austria liegt der UrlaubsEuro im Ausland 2026 im Schnitt um neun Prozent über seinem Wert im Inland. Allerdings ist er aufgrund der hohen Inflation in einigen wichtigen europäischen Urlaubsdestinationen im Vergleich zu Österreich generell um rund zwei Prozent weniger wert als noch im Jahr 2025. Zwar stiegen auch hierzulande die Preise für Gastronomie und Hotels in den letzten Jahren deutlich und die Inflation lag höher als in vielen anderen europäischen Ländern – dies gilt jedoch nicht unbedingt für die besonders beliebten Urlaubsländer.

Wo man mehr bzw. weniger bekommt

Wie Stefan Bruckbauer, Chefvolkswirt der UniCredit Bank Austria, auf Basis der Analyse erklärt, erhalte man unter den beliebtesten Urlaubsländern im Sommer 2026 in Portugal am meisten – rund ein Drittel mehr als in Österreich. Auch in Spanien, Ungarn und der Türkei liege der Wert des UrlaubsEuros mit rund einem Viertel deutlich über jenem in Österreich. In Griechenland und Slowenien erhalte man rund 20 Prozent mehr, in Kroatien und Italien etwas mehr. Ähnlich viel wie in Österreich bekomme man überdies in Frankreich, Kanada, Deutschland und – dank Abwertung – im Vereinigten Königreich.

Weniger für sein Geld als in Österreich erhalte man dagegen in den USA und zwar rund zehn Prozent, trotz Euroaufwertung. Eine der teuersten Destinationen bleibt weiterhin die Schweiz, wo man für 100 Euro nur Waren und Dienstleistungen im Gegenwert von 69 Euro bekomme.

UrlaubsEuro 2026 GRAFIK

Unter jenen Urlaubsdestinationen, die nicht zu den Top-Destinationen zählen, erhalte man in Bulgarien rund 70 Prozent mehr als in Österreich, in Rumänien und Tschechien rund 40 Prozent. Auch in Zypern, Polen und der Slowakei sei der UrlaubsEuro deutlich mehr wert, nämlich rund 20 Prozent. Weniger als in Österreich bekomme man dagegen in Irland, Schweden und den Niederlanden.

Wechselkurs und Fernreisen

"Im Vergleich zum Sommer 2025 hat sich der relative Wert des UrlaubsEuros nur wenig verändert, er ist rund zwei Prozent weniger Wert geworden, da die Preisanstiege in einigen Ländern deutlicher ausfielen als in Österreich, was durch Wechselkursabwertungen nur teilweise ausgeglichen wurde", errechnete Bruckbauer. Besonders stark sei der Wertverlust demnach in der Türkei ausgefallen: Dort sorgte eine um 30 Prozent höhere Inflation als in Österreich bei einer Abwertung von nur 22 Prozent dafür, dass der UrlaubsEuro rund 15 Prozent an Wert verlor. Auch Ungarn zähle zu den Verlierern im Jahresvergleich – hier führte die Aufwertung des Forint dazu, dass der UrlaubsEuro weniger wert ist als noch im Vorjahr. Einige Destinationen wie Frankreich und Italien wurden aufgrund der höheren Inflation in Österreich unwesentlich günstiger im Vergleich.

Die Analyse der UniCredit Bank Austria zeigt zudem, dass der UrlaubsEuro dank des starken Euros heuer in Kanada, dem Vereinigten Königreich und den USA mehr wert ist. In den Überseedestinationen insgesamt konnte er trotz einer Euroaufwertung von rund vier Prozent nicht an Wert zulegen, da der Inflationsanstieg in vielen Ländern stärker als in Österreich ausfiel. Gegenüber süd- und mittelamerikanischen Währungen verlor der Euro an Wert, sodass der UrlaubsEuro dort im Durchschnitt vier Prozent weniger wert ist als im Vorjahr.

Anders verhält es sich in Asien: Dort dürfte er heuer rund fünf Prozent mehr wert sein – vor allem dank Japan, wo die erneute Währungsabwertung und die niedrigere Inflation den Wert um 13 Prozent erhöhten und er damit in etwa so viel wert ist wie in Österreich.

Urlaubseuro 2026 Kaufkraftsvergleich GRAFIK

Abschließend weisen die Ökonom:innen der UniCredit Bank Austria darauf hin, dass die Berechnung des UrlaubsEuros keine Anregung zu einer Urlaubsreise ins Ausland darstellt und der Wert des UrlaubsEuros im Vergleich zu gesundheitlichen und anderen Sicherheitsaspekten eine untergeordnete Rolle spielen sollte. Bei den angeführten Werten handelt es sich zudem um Durchschnittswerte – einzelne Regionen können davon abweichen.

www.bankaustria.at

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