Der Wissenschaftspreis "Der Alimentarius" der Fachzeitschrift Die Ernährung wurde auch 2026 verliehen (siehe Infobox). Aufgrund der hohen Qualität der Einreichungen entschied der Wissenschaftliche Beirat, sowohl in der Kategorie Dissertationen als auch bei den Masterarbeiten jeweils zwei ex aequo erste Plätze zu vergeben. Damit wurden insgesamt vier Arbeiten ausgezeichnet.
Die Herausgeber der Fachzeitschrift, Stephan Büttner und Katharina Koßdorff, erklärten: "Wir gratulieren herzlich zu diesem bemerkenswerten Erfolg." Zudem wurde betont, dass die Förderung junger Wissenschaftler:innen, die sich mit zentralen Zukunftsfragen der Lebensmittel- und Ernährungswissenschaft beschäftigen, ein besonderes Anliegen sei.
Stephan Büttner hob gegenüber LEADERSNET.tv die Bedeutung der Auszeichnung hervor. Der Preis habe "eine ganz wichtige Bedeutung", da er sich mit aktuellen Fragen der Ernährungs- und Lebensmittelwissenschaft befasse. Ziel sei es, eine Plattform zu schaffen, um Akademiker:innen, die in diesem Bereich forschen, mit der Genuss- und Nahrungsmittelindustrie zusammenzubringen.
Auszeichnung als Plattform für junge Forschung
Katharina Koßdorff unterstrich die Rolle des Preises für den wissenschaftlichen Nachwuchs: "Wir freuen uns sehr, dass wir auch heuer wieder vier ausgezeichnete bzw. nominierte Bewerber:innen auszeichnen dürfen. Es sind wirklich herausragende Leistungen im Bereich der Lebensmittel- und Ernährungswissenschaft erbracht worden", so Koßdorff zu LEADERSNET.tv.
Wissenschaftskommunikation im Fokus
Die Veranstaltung wurde durch eine Keynote von Florian Aigner (TU Wien) begleitet. Der Physiker und Wissenschaftspublizist stellte die zunehmende Wissenschaftsskepsis in den Mittelpunkt seiner Ausführungen. Er verwies auf den Einfluss von Desinformation, Fake News und Künstlicher Intelligenz auf das Vertrauen in wissenschaftliche Erkenntnisse und betonte die Bedeutung verständlicher und transparenter Wissenschaftskommunikation. Wissenschaft sei ein gemeinsamer Prozess zum Nutzen der Gesellschaft.
Forschungsarbeiten im Überblick
In der Kategorie Dissertationen ging der erste Platz ex aequo an Kate Waldert sowie Cameron Strachan. Waldert untersuchte das Potenzial des Ohmschen Backens als energieeffiziente Alternative in der Weizenbrotherstellung. Im Fokus standen die Wechselwirkungen zwischen Produkt und Prozess beim Einsatz direkter elektrischer Erwärmung. Strachan analysierte die mikrobielle Populationsgenomik im Wiederkäuer-Pansen und die Bedeutung eines gesunden Mikrobioms für die Tiergesundheit. Die Arbeit soll den Zusammenhang zwischen Tiergesundheit und Lebensmittelqualität unterstreichen.
In der Kategorie Masterarbeiten wurden ebenfalls zwei erste Plätze vergeben: an Katherina Telser und Esther Weninger. Telser untersuchte den Einsatz von Maiskleie in glutenfreien Broten. Die Ergebnisse zeigen, dass eine gezielte Funktionalisierung die technologischen und sensorischen Eigenschaften verbessern kann und gleichzeitig Potenzial zur Reduktion von Lebensmittelabfällen bietet. Weninger erforschte die Fraktionierung von Nackthafer zur Anreicherung funktioneller Bestandteile für glutenfreie Anwendungen. Die Kombination aus Trockenfraktionierung und Kleieschleuder erwies sich dabei als besonders effektives Verfahren.
Interviewpartner:innen
LEADERSNET.tv holte neben Stephan Büttner (Obmann des Fachverbands der Lebensmittelindustrie) und Katharina Koßdorff (Geschäftsführerin des Fachverbands der Lebensmittelindustrie) auch noch Klaus Dürrschmid (Mitglied des Wissenschaftlichen Beirats der Fachzeitschrift Die Ernährung), Florian Aigner (Physiker & Wissenschaftspublizist), Oskar Wawschinek (Chefredakteur, Fachzeitschrift Die Ernährung), Tamara Rudavsky (Leiterin, Alimentarius Alumni Club), Michael Blass (Leiter, Alimentarius Alumni Club), Karin Schwaiger (Mitglied des Wissenschaftlichen Beirats der Fachzeitschrift Die Ernährung), Emmerich Berghofer (Mitglied des Wissenschaftlichen Beirats der Fachzeitschrift Die Ernährung), Ester Weninger (1. Platz Masterarbeit – Der Alimentarius 2026), Cameron Strachan (1. Platz Dissertation – Der Alimentarius 2026), Kate Waldert (1. Platz Dissertation – Der Alimentarius 2026) und Katherina Telser (1. Platz Masterarbeit – Der Alimentarius 2026) vor die Kamera.
Einen Eindruck von der Veranstaltung können Sie sich hier machen.
www.ernaehrung-nutrition.at
Kommentar veröffentlichen