Zum Tag der Müllabfuhr
"Wiener Entsorgungsbetriebe sind Rohstoffschürfer der Zukunft"

Anlässlich des Internationalen Tags der Müllabfuhr am 17. Juni verweist die Fachgruppe Entsorgungs- und Ressourcenmanagement der WK Wien auf die wirtschaftliche und ökologische Bedeutung der Branche.

Der Internationale Tag der Müllabfuhr am 17. Juni (siehe Infobox) lenkt die Aufmerksamkeit auf eine Branche, die für das Funktionieren einer Großstadt unverzichtbar ist. Nach Ansicht der Fachgruppe Entsorgungs- und Ressourcenmanagement der Wirtschaftskammer Wien reiche die Bedeutung der Abfallwirtschaft heute weit über das Sammeln und Entsorgen von Müll hinaus. Sie sei ein wichtiger Wirtschaftsfaktor und trage wesentlich zu Kreislaufwirtschaft, Energieversorgung und Klimaschutz bei. 

Rund drei Viertel der Umsätze der Branche werden von privatwirtschaftlichen Unternehmen erwirtschaftet. Darüber hinaus sichere ein Arbeitsplatz in der Abfallwirtschaft laut den vorliegenden Zahlen der Fachgruppe weitere 1,64 Arbeitsplätze in Österreich. 

Weniger Restmüll pro Einwohner:innen 

Die Wiener Abfallwirtschaft gelte als zentraler Baustein der Kreislaufwirtschaft. Gleichzeitig trage sie zum Zusammenspiel von Klimaschutz, Energieversorgung und Lebensqualität bei. "Trotz der steigenden Einwohnerzahl konnte das spezifische Restmüllaufkommen pro Kopf in Wien seit 2015 um 15 Prozent gesenkt werden", sagt Helmut Ogulin, Obmann der Fachgruppe Entsorgungs- und Ressourcenmanagement der WK Wien.

Jährlich fallen in Wien rund zehn Millionen Tonnen Abfall an. Der Großteil stammt aus Bauwirtschaft, Gewerbe, Industrie und dem Dienstleistungsbereich. Die Wiener Entsorgungsunternehmen verfügen über Anlagen, mit denen diese Stoffströme überwiegend direkt vor Ort behandelt und verwertet werden könnten. Haushaltsabfälle machen lediglich einen Teil des gesamten Abfallaufkommens aus. Nur rund zwei Prozent der Abfälle gelten als gefährlich.

Wertvolle Rohstoffe aus Altstoffen 

Für die Branche gewinnt die Rückgewinnung von Rohstoffen zunehmend an Bedeutung. "Die Wiener Entsorgungsbetriebe sind die Rohstoffschürfer der Zukunft, indem sie wertvolle Rohstoffe aus Altstoffen wiedergewinnen", betont Ogulin.

Wie die Fachgruppe hervorhebt, seien die Emissionen der Branche zwischen 2005 und 2023 trotz des Bevölkerungswachstums um zwei Prozent zurückgegangen.

Hohe Recyclingquoten als Standortvorteil

Österreich recycelt rund 34 Prozent seines gesamten Abfallaufkommens. Besonders hohe Quoten werden bei der stofflichen Verwertung von Metall-, Papier- und Glasabfällen erreicht. Dieses Niveau werde auch in Wien erzielt.

Nach Einschätzung der Fachgruppe stelle die Kreislaufwirtschaft damit einen wichtigen Standortvorteil für die rohstoffarme Metropole dar. Auch die getrennte Sammlung funktioniere in Österreich sehr gut. Wien liege im Vergleich der europäischen Hauptstädte auf dem dritten Platz.

Von der Entsorgung zur Energieversorgung

Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der energetischen Nutzung von Restmüll. Kommunaler Siedlungsabfall wird in Wien nicht mehr deponiert. Stattdessen erfolgt eine thermische Verwertung, durch die Fernwärme und Strom erzeugt werden. Damit leiste die Branche einen wichtigen Beitrag zur Energieversorgung der Bundeshauptstadt.

Die wirtschaftliche Bedeutung der Wiener Abfallwirtschaft zeigt sich auch in den aktuellen Kennzahlen. Die Branche erwirtschaftet einen Umsatz von 2,73 Milliarden Euro und eine Wertschöpfung von 1,32 Milliarden Euro. Insgesamt werden 12.020 Arbeitsplätze abgesichert.

Forderung nach stärkerer Einbindung

Zum Internationalen Tag der Müllabfuhr fordert die Branche eine stärkere Berücksichtigung ihrer Leistungen in politischen Strategien.

"Wer Kreislaufwirtschaft will, muss Entsorgungsbetriebe stärken", so Ogulin. Die Branche müsse als "Rohstoffschürfer der Zukunft" systematisch in Klima-, Energie- und Rohstoffstrategien eingebunden werden, ist sich der Experte sicher. 

www.wko.at/wien

Internationaler Aktionstag

Der Internationale Tag der Müllabfuhr wird jedes Jahr am 17. Juni begangen. Der Aktionstag geht auf den US-Amerikaner John D. Arwood zurück. Der Geschäftsführer von Arwood Waste war selbst als Müllmann tätig und wollte die öffentliche Aufmerksamkeit auf die Leistungen der Entsorgungsbranche lenken.

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Internationaler Aktionstag

Der Internationale Tag der Müllabfuhr wird jedes Jahr am 17. Juni begangen. Der Aktionstag geht auf den US-Amerikaner John D. Arwood zurück. Der Geschäftsführer von Arwood Waste war selbst als Müllmann tätig und wollte die öffentliche Aufmerksamkeit auf die Leistungen der Entsorgungsbranche lenken.

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