Während der ORF in der aktuellen Berichterstattung vor allem durch strukturpolitische und medienpolitische Debatten im Blickpunkt steht (LEADERSNET berichtete u.a. hier, hier, hier, hier und hier), besinnt sich das Medienhaus bei seinem Kernauftrag in puncto Kulturberichterstattung auf gewohnte Stärken. Als öffentlich-rechtlicher Rundfunk sichert er den breiten Zugang zum künstlerischen Schaffen des Landes. Die Brücke zur Praxis schlägt dabei erneut der Kultursommer. Mit einem rund 500 Stunden umfassenden Programmschwerpunkt zeigt der ORF ab Ende Mai, wie er trotz aktueller Diskussionen seinen Kulturauftrag von Ost bis West erfüllt.
Ausblicke bei Pressekonferenz
Im Rahmen einer Pressekonferenz im Wiener Konzerthaus am 27. Mai 2026 präsentierte der Öffentlich-Rechtliche, moderiert von Ani Gülgün-Mayr, das Programm des diesjährigen Kultursommers. Der Einladung von ORF-Generaldirektorin Ingrid Thunher zum medialen Kick-off gefolgt waren zahlreiche Vertreter:innen heimischer Kulturinstitutionen und Festivals, deren Produktionen 2026 Teil des Programms sind.
Bekannt wurde, dass im Fernsehen rund 80 TV-Übertragungen und -Bühnenproduktionen auf dem Spielplan stehen, während im Festspielsender Ö1 mehr als 140 Radioproduktionen von über 30 heimischen Festivals angeboten werden – darunter die häufig ausverkauften Events zwischen Neusiedler See und Bodensee. "Nach dem erfolgreichen Eurovision Song Contest, den der ORF als Host Broadcaster zu einem einzigartigen und unvergesslichen TV-Ereignis für viele Millionen Menschen weltweit gemacht hat, heißt es jetzt Bühne frei für den ORF-Kultursommer!", freute sich Thurnher.
Die Generaldirektorin erklärte weiter, dass mit rund 500 Stunden Programm dieser alljährlich größte Schwerpunkt auch 2026 wieder exklusiven, barrierefreien Zugang zu den wichtigsten Kulturproduktionen Österreichs samt umfangreichem Rahmenprogramm biete – "und das alles für das ORF-Publikum erste Reihe fußfrei". Damit zeige der ORF einmal mehr die Bedeutung des öffentlich-rechtlichen Rundfunks als größter Kulturvermittler des Landes sowie als unverzichtbarer medialer Partner der heimischen Kunst- und Kulturszene. "Wir freuen uns, diese Aufgabe auch in herausfordernden Zeiten erfüllen zu können und wünschen unserem Publikum gute Unterhaltung und Inspiration!"
Einblicke in das Programm
Das Programm umfasst unter anderem eine Vielzahl hochkarätiger Konzert- und Bühnenproduktionen. Den Auftakt macht am 29. Mai das Festkonzert zur Eröffnung des Rudolf Buchbinder Saals in Grafenegg. Das niederösterreichische Festival steuert zudem die Sommernachtsgala und das Festkonzert zum 20. Jubiläum bei. Klassikfans dürfen sich außerdem auf das Sommernachtskonzert der Wiener Philharmoniker aus Schönbrunn und das Prater-Picknick der Wiener Symphoniker freuen. Als weitere Höhepunkte gelten das Jubiläums-Open-Air zum 60-jährigen Bestehen des Bruckner Orchesters Linz am Traunsee, das Eröffnungskonzert des Carinthischen Sommers aus Villach sowie die Styriarte-Klangwolke aus Graz. Ebenfalls im Programm: "Stars in Gars", das Musical-Event "Broadway in Baden" und das Opern Air der Wiener Staatsoper im Wiener Burggarten.
Für große Opernmomente sorgen dieses Jahr zudem "La traviata" von den 80. Bregenzer Festspielen, "Carmen" und "Ariadne auf Naxos" aus Salzburg sowie "Tosca" von der Oper im Steinbruch St. Margarethen. Das Angebot wird durch mediale Großereignisse abgerundet: der 50. Ingeborg-Bachmann-Preis aus Klagenfurt – der ganz im Zeichen von Bachmanns 100. Geburtstag steht –, das Wiener Donauinselfest als Europas größtes Open-Air-Festival und das Brass-Festival "Woodstock der Blasmusik" aus Ort im Innkreis. Kleinkunst-Formate wie die "Tafelrunde"-Open-Airs und ein Kurzfilm-Special komplettieren schließlich den Kultursommer.
Zusätzlich werden die Kultursommer-Events durch ein Rahmenprogramm mit Dokumentationen und Künstler:innen-Porträts, Kulturmagazinen und Literaturgesprächen sowie aktueller Kulturberichterstattung in allen Medien des ORF ergänzt.
Unter den Gästen
Unter den Anwesenden waren etwa Starpianist Rudolf Buchbinder, der als künstlerischer Leiter des Grafenegg Festivals sein 20. Jubiläum begeht und gleichzeitig nach dieser Saison seinen Abschied nimmt, weiters Lilli Paasikivi, die bereits in ihrem zweiten Jahr als Intendantin der Bregenzer Festspiele den 80. Festivalgeburtstag feiern darf, von den Salzburger Festspielen Interimsintendantin Karin Bergmann, der Vorstand der Wiener Philharmoniker Daniel Froschauer, Wiener Staatsoperndirektor Bogdan Roščić, Daniel Serafin, Intendant der Oper im Steinbruch, Clemens Unterreiner, Intendant der Oper Burg Gars, der neue Intendant der Bühne Baden, Andreas Gergen, Pianist Rico Gulda, die Marketing- und Kommunikationschefin der Wiener Staatsoper Susanne Athanasiadis, der Violinist und Dirigent Jōji Hattori, die Moderatorinnen Teresa Vogl und Ani Gülgün-Mayr sowie die Unternehmerin Helga Rabl-Stadler und viele mehr. Seitens ORF dabei waren weiters die kaufmännische Geschäftsführerin von ORF III Kathrin Zierhut-Kunz, ORF-2-Ressortleiterin Sharon Nuni in Vertretung von Kulturchef Martin Traxl, ORF-III-Kulturprogrammchef Peter Fässlacher sowie Ö1-Leiter Kurt Reissnegger.
www.orf.at
Kommentar veröffentlichen