Das AIT Austrian Institute of Technology (AIT) hat das Geschäftsjahr 2025 wirtschaftlich positiv abgeschlossen. In einem weiterhin anspruchsvollen Umfeld legte das Forschungsinstitut bei mehreren zentralen Kennzahlen zu und unterstreicht damit seine Rolle als Partner für Industrie, öffentliche Hand und Standortentwicklung. Die Betriebsleistung stieg auf 230,16 Millionen Euro, was einem Plus von 5,6 Prozent entspricht. Die externen Erlöse aus Forschungsaufträgen erreichten 141,1 Millionen Euro und lagen damit um 8,0 Prozent über dem Vorjahr. Das Jahresergebnis fiel mit 3,4 Millionen Euro positiv aus.
Für Aufsichtsratsvorsitzenden Peter Schwab zeigt die Entwicklung die Rolle des Instituts im österreichischen Innovationssystem. "AIT und Industriestrategie 2035 sind ein perfektes Match. Denn eine erfolgreiche Industriestrategie braucht starke angewandte Forschung – und genau hier liegt die Stärke des AIT: Es bringt Forschung, Industrie und öffentliche Hand zusammen und übersetzt technologische Exzellenz in Wettbewerbsfähigkeit, Innovation und Zukunftsfähigkeit." Die aktuelle Bilanz zeige laut Schwab, dass das Institut bei Betriebsleistung, Forschungserträgen, Auftragseingang und Beschäftigung neue Höchstwerte erreicht habe.
Starke Nachfrage nach angewandter Forschung
Die wirtschaftliche Entwicklung führt das AIT auf die hohe Nachfrage nach seinen Forschungsschwerpunkten zurück. Die Erlöse aus der Auftragsforschung erhöhten sich um 5,0 Millionen Euro beziehungsweise 6,8 Prozent, jene aus kofinanzierter Forschung stiegen um 5,4 Millionen Euro beziehungsweise 9,5 Prozent. Parallel dazu legte auch die Auftragslage deutlich zu: Der Auftragseingang erreichte 105,8 Millionen Euro und damit ein Plus von 18 Prozent. Der Auftragsstand wuchs auf 314,6 Millionen Euro, was einem Zuwachs von 14 Prozent entspricht.
Damit verfüge das Institut nach eigenen Angaben über eine solide Basis für die laufende Strategie- und Leistungsvereinbarungsperiode 2024 bis 2026 sowie für die Vorbereitung der nächsten Periode 2027 bis 2029. Für Brigitte Bach, Geschäftsführerin und Sprecherin der AIT-Geschäftsführung, unterstreicht das die Bedeutung angewandter Forschung gerade in der aktuellen Phase. "Forschung ist eine notwendige Zukunftsinvestition. Gerade in einem Umfeld, in dem Europa seine Wettbewerbsfähigkeit, Resilienz und technologische Souveränität stärken muss, braucht es Einrichtungen, die wissenschaftliche Exzellenz mit industrieller Umsetzung verbinden."
Investitionen in Infrastruktur und Zukunftsfelder
Neben der wirtschaftlichen Entwicklung verweist das AIT auch auf gezielte Investitionen. 2025 lagen die Gesamtinvestitionen in immaterielle Vermögensgegenstände und Sachanlagen bei 15,7 Millionen Euro und damit um 2,7 Millionen Euro über dem Vorjahreswert. Ausgebaut wurden unter anderem Forschungsinfrastrukturen und technologische Zukunftsfelder. Dazu zählen das AIT H2LAB am Campus Seibersdorf für Wasserstoff- und hybride Kraftwerkstechnologien sowie ein neuer Prüfstand für Luftwärmepumpen bis 100 kW. Zusätzlich wurde die Hard- und Softwareinfrastruktur für Daten und Künstliche Intelligenz erweitert.
Zum 31. Dezember 2025 beschäftigte das AIT 1.678 Mitarbeitende. Die internationale Attraktivität des Instituts spiegelt sich laut AIT auch in rund 17.500 Bewerbungen im Jahr 2025 wider. Die Belegschaft umfasst Mitarbeitende aus 57 Nationalitäten. In der internen Work Environment Survey bewerteten 85 Prozent das AIT als sehr guten Arbeitsplatz, 90 Prozent gaben an, faire und gleichberechtigte Behandlung zu erleben. Ergänzend verweist das Institut auf externe Anerkennungen wie Great Place to Work und kununu Top Company.
Für Bach hängt die Wirkung des AIT eng mit Infrastruktur, Teams und Know-how zusammen. "Das AIT verfügt über exzellente Köpfe, starke Teams und eine leistungsfähige Forschungsinfrastruktur. Damit schaffen wir die Grundlage für Forschung mit Wirkung – für die Industrie, die Gesellschaft und den Standort Österreich. Unser Anspruch ist es, Innovation zu einer treibenden Kraft in Europa zu machen."
Wissenschaftliche Stärke mit praktischer Wirkung
Auch wissenschaftlich verweist das AIT auf eine starke Entwicklung. 2025 wurden 685 wissenschaftliche Publikationen mit Peer-Review veröffentlicht. Mehr als 82 Prozent der indexierten Journalpublikationen erschienen in führenden Q1-Zeitschriften. Erstmals wurde zudem die Zitierwirkung systematisch erhoben: Der Field-Weighted Citation Impact lag bei 1,42 und damit über dem weltweiten Durchschnitt. Darüber hinaus hielten AIT-Expert:innen 342 eingeladene Vorträge in Wissenschaft und Praxis.
Die Innovationsdynamik zeigte sich unter anderem in 38 eingereichten Patenten. Zusätzlich war das AIT mit 238 Positionen in internationalen Standardisierungs- und Zertifizierungsgremien vertreten, davon 21 in leitender Funktion. Mit 165 Dissertant:innen, rund die Hälfte davon aus dem internationalen Umfeld, sieht sich das Institut auch als Standort für wissenschaftlichen Nachwuchs gut aufgestellt.
Andreas Kugi, Geschäftsführer und Scientific Director des AIT, sieht den entscheidenden Hebel in der Verbindung von Forschung und industrieller Anwendung. "Europa wird den Wettbewerb um Schlüsseltechnologien nicht mit einzelnen Innovationen gewinnen, sondern mit der Fähigkeit, komplexe Systeme zu beherrschen. Genau darauf fokussieren wir uns am AIT – wir entwickeln Technologien so, dass sie im industriellen Maßstab funktionieren." Wissenschaftliche Exzellenz sei dabei notwendig, aber nicht ausreichend, so Kugi: "Der Unterschied entsteht dort, wo aus Daten, KI und physikalischem Systemverständnis Lösungen werden, die unter realen Bedingungen bestehen."
Inhaltlich richtet das AIT seine Arbeit weiter auf zentrale technologische Zukunftsfragen Europas aus. Ein Schwerpunkt liegt auf Daten und Künstlicher Intelligenz, etwa über Initiativen wie die Research Acceleration Platform, die Forschungs- und Engineeringprozesse beschleunigen soll. Weitere Themenfelder reichen von Energie- und Ressourceneffizienz über Sensorik, Automatisierung und Mensch-Maschine-Integration bis hin zu resilienten Infrastrukturen in Energie, Mobilität und Gesundheit. Auch Cybersecurity, vertrauenswürdige Kommunikation und neue Ansätze in der Quantenkommunikation zählen zu den Arbeitsfeldern.
Alexander Svejkovsky, Geschäftsführer des AIT, sieht die Bilanz daher nicht nur als wirtschaftliches Ergebnis, sondern auch als Grundlage für die weitere Entwicklung. "Die Bilanz 2025 zeigt ein stabiles, leistungsfähiges und krisenfestes AIT. Externe Erlöse, Auftragseingang und Auftragsstand entwickeln sich positiv. Das ist ein klares Signal für bewährte Kooperationen, Vertrauen und Relevanz." Gleichzeitig verweist er auf die strategische Bedeutung der Investitionen: "Wir investieren gezielt in Infrastruktur, Kompetenzen und Zukunftsthemen. Damit sichern wir nicht nur Stabilität im laufenden Geschäft, sondern schaffen die Voraussetzungen, um Forschungsergebnisse in größerem Maßstab in konkrete Umsetzung zu bringen."
www.ait.ac.at
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