Zwischen Umwelt- und Kostenvorteil
Wie Industrieabfälle zu wertvollen Rohstoffen werden

Neue Verwertungskonzepte zeigen, wie aus Reststoffen Materialien für Bauwirtschaft, Energiegewinnung oder Landwirtschaft entstehen können.

Industrielle Nebenprodukte stehen oft im Schatten der eigentlichen Produktion. Dabei entstehen in zahlreichen Branchen Stoffe, die sich für eine weitere Nutzung eignen und damit einen Beitrag zur Kreislaufwirtschaft leisten können. Das Kremser Unternehmen Brantner green solutions setzt auf entsprechende Verwertungslösungen, um solche Materialien wieder als Rohstoffe nutzbar zu machen.

Vor allem steigende Rohstoffpreise und zunehmende Anforderungen im Bereich Klimaschutz erhöhen den Bedarf an Sekundärrohstoffen. Materialien, die bislang entsorgt wurden, rücken dadurch verstärkt in den Fokus.

Potenzial in industriellen Nebenprodukten

Brantner beschäftigt sich seit Jahren mit der Weiterverarbeitung industrieller Reststoffe. Unterstützt wird das Unternehmen dabei vom Tochterunternehmen Compag, das auf mehr als 25 Jahre Erfahrung in der Verwertung von Industrieabfällen zurückblickt.

"Viele dieser Stoffe verfügen über Eigenschaften, die sie für ganz andere Anwendungen äußerst wertvoll machen. Unsere Aufgabe ist es, daraus neue Rohstoffkreisläufe zu entwickeln, die Ressourcen schonen und gleichzeitig wirtschaftlichen Mehrwert für unsere Kunden schaffen", sagt Franz Gumpinger, Geschäftsführer der Brantner-Tochter Compag.

Nach Angaben des Unternehmens lassen sich zahlreiche Nebenprodukte mit geeigneten Verfahren ressourcenschonend weiterverarbeiten und für neue Einsatzbereiche nutzen.

Einsatz in Bauwirtschaft und Energiegewinnung

Wie vielseitig industrielle Reststoffe genutzt werden können, zeigen unterschiedliche Praxisbeispiele. In der Produktion von Zuschlagstoffen für metallische Speziallegierungen fallen etwa feine Stäube an. Moderne Filteranlagen sollen dafür sorgen, dass diese Partikel gesammelt und anschließend weiterverwertet werden können.

Brantner nutzt diese Stoffe unter anderem als Zusatzmaterial für Hochleistungsbeton. Aufgrund ihrer Eigenschaften sollen sie dazu beitragen, Bauwerke wie Brücken widerstandsfähiger und langlebiger zu machen.

Auch in der Lebensmittelindustrie entstehen Nebenprodukte mit weiterem Nutzungspotenzial. Bei der Herstellung von Speiseöl fallen beispielsweise Sonnenblumenschalen an, so Brantner. Diese können als Biomasse für die Energiegewinnung verwendet werden und dienen damit als Brennstoff für Fernwärme und Stromproduktion. Die entstehende Asche eigne sich wiederum als Dünger für landwirtschaftliche Flächen. Darüber hinaus können die Schalen auch als Einstreu in der Tierhaltung genutzt werden.

Rohstoffe aus der Genussmittelproduktion

Weitere Einsatzmöglichkeiten ergeben sich laut Unternehmen auch in der Genussmittelindustrie. Bei der Herstellung von Grappa entstehen Rückstände, die für die Produktion von Blumen- und Gemüsedüngern verwendet werden können.

Solche Beispiele zeigen, dass industrielle Nebenprodukte nicht zwangsläufig Abfall darstellen müssen. Vielmehr könnten sie als Ausgangsstoffe für neue Anwendungen dienen und damit bestehende Rohstoffkreisläufe ergänzen.

Vorteile für Umwelt und Wirtschaft

Brantner verfolge das Ziel, geeignete industrielle Nebenprodukte möglichst sinnvoll weiterzuverwenden. Dafür analysiert das Unternehmen unterschiedliche Stoffströme und entwickelt neue Einsatzmöglichkeiten für Sekundärrohstoffe.

Neben ökologischen Vorteilen sieht das Unternehmen darin auch wirtschaftliches Potenzial. Sekundärrohstoffe könnten in vielen Bereichen eine kostengünstigere Alternative zu neu gewonnenen Primärrohstoffen darstellen und damit sowohl Unternehmen als auch Umwelt entlasten.

www.brantner.com

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