Marketingagentur schlittert in Millionenpleite

Nach Firmen-Übernahme kamen die Probleme – Unternehmen mit 22 Mitarbeitern soll fortgeführt werden.

Der Pleitegeier 2019 dreht weiter fröhlich seine Runden: diesmal hat er sich eine Marken- und Marketingagenur geholt, die in Graz, Wien und München aktiv ist.  Die Rede ist von "Focus On Brands", kurz "Foon", die nach einer Firmenübernahme und einem Rebranding aus der Agentur "Both Interact" entstanden ist – und genau hier kam es zu Schwierigkeiten. Durch Hohe Transaktions-und Anlaufkosten sammelten sich 1,853 Millionen Euro an Verbindlichkeiten an.

Empfindlicher Umsatzeinbruch

"Die Hereinnahme des Betriebes der Both Interact war mit hohen Transaktions- und Anlaufkosten verbunden. Der Personalstamm wurde um eine schlagkräftige Digital-Unit erweitert, um die anfänglich mit dem Betrieb der Both Interact mitübernommenen Aufträge in diesem Bereich abarbeiten zu können", teilt das Unternehmen dem Gericht mit. "Während aus den ursprünglichen Aufträgen anfänglich noch entsprechende Umsätze lukriert werden konnten, brach der Umsatz aus diesem Bereich im Jahr 2018 empfindlich ein. Die anhaltend gute Auftragslage in den Kernbereichen Design und Marketing Beratung konnten die Umsatzeinbrüche im Bereich der Digital-Unit nicht ausreichend kompensieren. Personelle Verstärkungen im Bereich Vertrieb konnten kurzfristig nicht in der erforderlichen Qualität gefunden werden."

Erfolg blieb aus, aber Unternehmen soll fortgeführt werden

Auch die Übernahme einer kleinen Wiener Agentur mit dem Ziel, einen Standort in Wien zu etablieren und weitere Aufträge zu lukrieren, half nicht weiter. Der Erfolg blieb weiter aus. Nun musste die Firma FoonGmbH mit Sitz in Graz ein Sanierungsverfahren beantragen. Das Unternehmen wurde 2005 gegründet und beschäftigt sich mit Markenberatung, Onlinemarketing und Kommunikation. 50 Gläubiger und 22 Mitarbeiter sind laut AKV und KSV1870 von der Pleite betroffen. Das Unternehmen soll fortgeführt werden.

Die Verbindlichkeiten werden mit 1,853 Millionen Euro beziffert, davon entfallen 650.000 Euro auf einen Gesellschafter, 257.000 Euro auf den Vermieter, 200.000 Euro auf die Mitarbeiter, 190.000 Euro auf die Finanz, 160.000 Euro auf Krankenkassen, 131.000 Euro auf Lieferanten und 40.000 Euro auf Banken. Rund 205.000 Euro entfallen auf sonstige Verbindlichkeiten.

Die Aktiva haben einen Buchwert in Höhe von 591.000 Euro, der Liquidationswert beträgt aber nur 168.250 Euro; davon entfallen 90.000 Euro auf offene Forderungen, 70.000 Euro auf Bankguthaben und 3.000 Euro auf die Geschäftsausstattung. Den Gläubigern wird eine Quote in Höhe von 20 Prozent innerhalb von zwei Jahren angeboten. (red)

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