Nach ihrer Premiere im Schloss Schönbrunn im April 2026 (LEADERSNET berichtete) gehen die Tourismusstars mit einem überarbeiteten Konzept in die zweite Runde. Bei der Präsentation am 20. Oktober an Bord der MS Wien der DDSG Blue Danube stellten die Veranstalter:innen die Neuerungen für das kommende Jahr vor. Neben klarer abgegrenzten Kategorien und zwei Jahresthemen gehören dazu eine eigene Auszeichnung für Tourismusunternehmerinnen und Polen als Fokusland des Auslands-Ehrenpreises. Auch der Galaablauf soll kompakter werden und mehr Zeit für den persönlichen Austausch lassen.
"Wir haben aus dem ersten Jahr viel gelernt: Die Tourismusstars 2027 werden kürzer, fokussierter und noch transparenter. Mit den Jahresthemen 'Österreich das ganze Jahr' und 'Sichtbarkeit in der KI' greifen wir genau die Fragen auf, die den Tourismus in ganz Europa gerade bewegen", sagt Christian Lerner, Initiator der Tourismusstars.
Ganzjahrestourismus und KI als Schwerpunkte
Erstmals ergänzen zwei Jahresthemen die Bewertung in ausgewählten Kategorien. In der künftig zusammengefassten Kategorie "Nachhaltigkeit und Gemeinschaft" lautet der Schwerpunkt "Österreich das ganze Jahr". Gesucht werden unter anderem Angebote, die Nachfrage in die Neben- und Zwischensaison verlagern und die Interessen der Bevölkerung berücksichtigen. Wer das Thema aufgreift, kann Zusatzpunkte erhalten. Eine Voraussetzung für die Teilnahme ist es allerdings nicht. Damit besteht auch eine Verbindung zur österreichischen Tourismusstrategie "Vision T". Ihr Leitbild "wertvoll für alle - 365 Tage im Jahr" verbindet die wirtschaftliche Entwicklung mit den Interessen von Beschäftigten, Gästen und Bevölkerung sowie dem Erhalt natürlicher und kultureller Ressourcen. Wie diese Ziele in den Regionen umgesetzt werden sollen, war auch zuletzt Thema beim dna-Kongress in Loipersdorf (LEADERSNET berichtete).
Während die eine Kategorie die zeitliche Verteilung der Nachfrage aufgreift, widmet sich der "Smart Tourism Award" der Frage, wie Gäste touristische Angebote künftig finden. Sein Jahresthema lautet "Sichtbarkeit in der KI" und richtet den Blick auf die Reiseplanung mit KI-Assistenten. Auch hier wird die Beschäftigung mit dem Schwerpunkt zusätzlich bewertet. Martin Rapf, Bereichsleiter Stadtbank KMU, Raiffeisenlandesbank Niederösterreich-Wien, sieht Einsatzmöglichkeiten von KI sowohl bei betrieblichen Abläufen als auch bei individuellen Angeboten für Gäste. Die Bank unterstützt den "Smart Tourism Award" auch 2027.
Unternehmerinnen erhalten eine eigene Kategorie
Eine weitere Neuerung betrifft die persönlichen Auszeichnungen. Gemeinsam mit Huber Shop wird erstmals die "Tourismusunternehmerin des Jahres" gekürt. Bei der "Tourismuspersönlichkeit des Jahres" entfällt hingegen die Einreichung. Die Auswahl treffen künftig Jury und Fachbeirat.
Über Österreich hinaus führt der Auslands-Ehrenpreis, dessen Fokusland 2027 Polen ist. In Kooperation mit der Österreich Werbung soll eine polnische Persönlichkeit oder ein polnisches Unternehmen für die Verbindung beider Länder ausgezeichnet werden. "Wir haben in Österreich rund 2,8 Millionen Nächtigungen aus Polen pro Jahr. Vor allem Sport, Selbstanreise und Sichtbarkeit, auch in der KI, sind für die polnischen Besucher:innen relevant – das gilt es, im eigenen Auftritt zu berücksichtigen. Die Verbindung beider Länder wird im Zuge des Ausland-Ehrenpreises prämiert", erklärt Sandra Neukart, COO der Österreich Werbung. Für das Jahr 2025 weist die Österreich Werbung mehr als 2,8 Millionen Nächtigungen von Gästen aus Polen aus.
Bewertung mit 100 Sternen
Neben den Kategorien wollen die Veranstalter:innen das Bewertungssystem stärker sichtbar machen. Nach ihren Angaben waren Kriterien, Juryfragen und Gewichtungen bereits im ersten Jahr offengelegt. Jede Kategorie verfügt über eigene Maßstäbe, anhand derer jedes Jurymitglied insgesamt 100 Sterne vergibt. Alle Nominierten mit 70 Sternen oder mehr erhalten eine Urkunde mit ihrer Bewertung.
Welche Eigenschaften bei der Auszeichnung einer Tourismuspersönlichkeit zählen, beschreibt Dominic Schmid, Spartenobmann Tourismus und Freizeitwirtschaft der Wirtschaftskammer Wien: "Eine Tourismuspersönlichkeit machen Herz, Engagement und Mut, aber auch der Wille, etwas für die Umgebung und für die Mitarbeiter:innen zu tun, aus. Es ist nicht wichtig, wer das größte Netz oder die größte Reichweite hat, sondern wer die größte Leidenschaft hat."
Die Auszeichnung mit Qualitätsmaßstäben soll auch über den Wettbewerb hinausgehen. Am Tag vor der Gala ist gemeinsam mit der Modul University Vienna ein Symposium zum Thema "Sterne im Tourismus" geplant. Dabei stehen die Aussagekraft von Bewertungen und die Orientierung für Gäste im Mittelpunkt. "Sterne und Bewertungen können eine wichtige Orientierung bieten, vorausgesetzt, man weiß, welche Kriterien dahinterstehen. Gäste haben sich längst ihre eigenen Bewertungsplattformen geschaffen, während eine Fachjury nach klar definierten Qualitätsmaßstäben urteilt. Für Unternehmen wird es entscheidend sein, nicht nur auf klassischen Plattformen präsent zu sein, sondern im Zeitalter der KI sichtbar und relevant zu bleiben", sagt Astrid Dickinger, Vice President for Research, Modul University Vienna.
Vom Einreichstart zur Gala im Rathaus
Betriebe, Initiativen und Persönlichkeiten können seit 20. Oktober bis einschließlich 28. Februar 2027 kostenlos einreichen. Möglich ist das online bei der jeweiligen Kategorie oder per E-Mail mit interaktiven PDF-Formularen. Teilnehmende der ersten Ausgabe hatten bereits seit 1. Oktober Zugang zur Einreichung.
Am 1. März beginnt die nicht öffentliche Jurybewertung. Von 15. März bis 15. April ist zudem das Publikum beim Online-Voting gefragt. Die Finalist:innen werden am 20. April bekannt gegeben. Anschließend entstehen ihre Imagefilme, bevor die Jury bis Ende Mai ihre abschließende Entscheidung trifft.
Die Verleihung am 7. Juni findet erstmals im Wiener Rathaus statt. Auf einen Empfang im Arkadenhof folgen die Preisvergabe und das Dinner im Festsaal. Danach wird der Abend im Arkadenhof fortgesetzt. Am 8. Juni sollen die Landes- und Subkategoriesieger:innen sowie alle Finalist:innen bei einem Empfang mit Bürgermeister Michael Ludwig geehrt werden.
Der zweite Jahrgang baut auf mehr als 480 Einreichungen bei der Premiere auf. LEADERSNET begleitete die Initiative bereits beim Auftakt auf der Gloriette, berichtete über die erste Nominierungsphase und war bei der Verleihung in Schönbrunn dabei.
Informationen zu Kategorien, Kriterien und Einreichung für 2027 finden sich auf tourismusstars.at.
LEADERSNET begleitete zudem das kürzlich stattgefundene Mediengespräch. Einen Eindruck können Sie mittels Galerie gewinnen.
www.tourismusstars.at
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