Welchen wirtschaftlichen Beitrag der Tourismus in den einzelnen Regionen leistet, will das Destinations-Netzwerk Austria (dna) 2027 mit einer regionalen Wertschöpfungsstudie erfassen. Angekündigt wurde das Vorhaben im Rahmen des dna-Kongresses, der von 30. September bis 2. Oktober im Congress Loipersdorf in der Steiermark stattfand. Im Mittelpunkt des Austauschs mit Tourismusstaatssekretärin Elisabeth Zehetner stand die Frage, wie die Ziele der österreichischen Tourismusstrategie bis 2035 in den Destinationen umgesetzt werden können.
Die im Juni vorgestellte Vision T steht unter dem Leitbild "wertvoll für alle – 365 Tage im Jahr". Sie verbindet wirtschaftliche Entwicklung mit den Interessen von Beschäftigten, Gästen und Bevölkerung sowie dem Erhalt natürlicher und kultureller Ressourcen. Über erste Umsetzungsschwerpunkte, darunter Ganzjährigkeit und Digitalisierung, berichtete LEADERSNET bereits beim WKO Tourismus Summit in Alpbach. In Loipersdorf rückte nun die Arbeit der Tourismusregionen in den Vordergrund.
Regionale Profile sollen wirtschaftliche Effekte abbilden
Für jede an der angekündigten Studie teilnehmende Region soll ein eigenes Profil erstellt werden. Dieses soll unter anderem Bruttowertschöpfung, Beschäftigung und Lohnsummen ausweisen. Damit will das dna die wirtschaftlichen Effekte des Tourismus auf regionaler Ebene sichtbar machen und eine Datengrundlage für die weitere Entwicklung der Destinationen schaffen.
"Die österreichische Tourismusstrategie kann nur dann Wirkung entfalten, wenn sie in den Regionen gelebt wird. Das Destinations-Netzwerk Austria ist für uns dabei ein wichtiger Partner: Es verbindet die Akteur:innen und unterstützt dabei, die gemeinsamen Ziele der Vision T Schritt für Schritt in die Praxis zu bringen", erklärte Zehetner.
Die geplante Untersuchung knüpft an einen zentralen Anspruch der Strategie an, touristischen Erfolg umfassender zu betrachten. Neben Gäste- und Nächtigungszahlen geht es dabei um den wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Nutzen für die Regionen. Diese Perspektive war auch Gegenstand des LEADERSNET-Berichts über den Nächtigungsrekord im Sommertourismus.
Destinationen übernehmen Aufgaben über das Marketing hinaus
Das dna versteht sich als bundesweite Interessenvertretung der österreichischen Tourismusdestinationen. Nach eigenen Angaben vereint es mehr als 200 Mitglieder aus Tourismusverbänden, Destinationen und zentralen Institutionen der Branche. Über die angeschlossenen Destinationen seien 1.546 der insgesamt 1.592 österreichischen Tourismusgemeinden vertreten – rund 97 Prozent. Präsident Mathias Schattleitner sieht die Aufgaben des Netzwerks in Weiterbildung, Service, Erfahrungsaustausch und der Vertretung regionaler Interessen auf Bundesebene. Zugleich sollen Zukunftsthemen gemeinsam mit den Mitgliedern bearbeitet werden.
"Destinationen sind heute weit mehr als reine Marketingorganisationen. Sie gestalten wirtschaftlich starke Tourismusregionen, bringen unterschiedliche Interessen im Lebensraum zusammen und stoßen gemeinsame Entwicklungen an. Dafür brauchen sie fundierte Daten und die richtigen Instrumente – genau hier setzt das dna an", betonte Schattleitner.
Weitere Arbeitsschwerpunkte des Netzwerks sind Tourismusakzeptanz, Lebensraumentwicklung und neue Formen der Erfolgsmessung. Dabei soll künftig auch Künstliche Intelligenz stärker eingesetzt werden. Auf Bundesebene wurde bereits ein KI-Fahrplan für die Branche angekündigt, über den LEADERSNET beim Österreichischen Tourismustag berichtete.
Leitfäden und Förderungen unterstützen die Umsetzung
Für die regionale Umsetzung der Vision T bestehen bereits weitere Instrumente. Das Bundesministerium für Wirtschaft, Energie und Tourismus und die Österreich Werbung stellten im September Publikationen zu ausgewogener Tourismusentwicklung und Beteiligungsprozessen vor. Sie sollen Verantwortliche unter anderem dabei unterstützen, die Bevölkerung in die Entwicklung ihrer Region einzubeziehen. Der ergänzende Förderungsaufruf "Regionale Zukunftsperspektiven im Tourismus" umfasst laut Ministerium insgesamt 500.000 Euro. Unterstützt werden Projekte zur Weiterentwicklung und Umsetzung von Lebensraumkonzepten sowie Maßnahmen zur Stärkung der Tourismusakzeptanz.
Auch das dna setzt auf Weiterbildung. Am 6. April 2027 beginnt der nächste Durchgang seiner Nachhaltigkeitsakademie. Das Angebot behandelt unter anderem Nachhaltigkeitsstrategien, Lebensraummanagement, Tourismusakzeptanz, Mobilität und Beteiligungsmethoden. Mit der geplanten Wertschöpfungsstudie und den Weiterbildungsangeboten will das Netzwerk die Destinationen bei der Umsetzung der Vision T unterstützen.
www.dna-tourismus.at
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