Konkursverfahren eröffnet
Auf Wohnbau spezialisierter Bauträger schlittert in Millionenpleite

| Tobias Seifried 
| 18.10.2026

Die Krise in der heimischen Bau- und Immobilienwirtschaft zieht den nächsten etablierten Akteur in den Konkurs. Die Passiva belaufen sich auf fast zehn Millionen Euro.

Die anhaltende Flaute im privaten Wohnbau und die Folgen einer vorangegangenen Konzernschieflage haben das Schicksal eines langjährigen Vorarlberger Bauträgers besiegelt: Über das Vermögen der in Altach ansässigen Müller Wohnbau GmbH wurde am Landesgericht Feldkirch auf Eigenantrag ein Konkursverfahren eröffnet. Wie aus den Erhebungen der Gläubigerschutzverbände KSV1870 und AKV hervorgeht, ist der Weg in die gerichtliche Liquidation die direkte Konsequenz einer vorherigen Pleite im Firmenverbund.

Einstellung des Geschäftsbetriebs nach vorgelagerter Insolvenz

Das im Jahr 1991 gegründete Bauträgerunternehmen war über Jahrzehnte im Ländle auf die Erschließung von Grundstücken sowie die schlüsselfertige Errichtung und den Verkauf von Wohn- und Hausobjekten spezialisiert. Bereits Anfang März 2026 musste jedoch über das Schwesterunternehmen – die Müller Bau GmbH & Co KG – der Konkurs verhängt werden. In der Folge stellte die Müller Wohnbau GmbH ihre operative Geschäftstätigkeit komplett ein.

Da der Bauträger zuletzt keine eigenen Mitarbeiter:innen mehr beschäftigte, sind vom aktuellen Konkursverfahren keine Dienstnehmer:innen betroffen.

9,8 Millionen Euro Passiva 

Die Gesamtschulden beziffern die Kreditschützer auf rund 9,83 Millionen Euro, wovon ein Großteil in Höhe von knapp 9,7 Millionen Euro auf Bankverbindlichkeiten entfällt. Auf der Aktivseite verfügt die Gesellschaft noch über Liegenschafts- und Wohnungsanteile. Diese Immobilienwerte sind allerdings überwiegend durch Pfandrechte finanzierender Kreditinstitute belasten.

Eine Sanierung oder Wiederaufnahme des Betriebes wird nicht angestrebt. Das Landesgericht Feldkirch bestellte die Rechtsanwältin Eva Müller zur Insolvenzverwalterin, die nun die Verwertung der noch vorhandenen Vermögenswerte einleitet. Gläubigerforderungen können bis zum 30. November 2026 angemeldet werden.

www.ksv.at

www.akv.at

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