Über 7 Millionen Euro Passiva
Bekannte Edel-Destillerie schlittert in Millionenpleite

| Redaktion 
| 12.10.2026

Der Premium-Brennerei, die für diverse Whiskey- und Gin-Marken bekannt ist, machen unter anderem hohe Investitionen, gesunkener Exportabsatz und die drohende Alkoholsteuer zu schaffen.

Herber Dämpfer für die steirische Genussmittelbranche. Über das Vermögen der in Aigen ansässigen DK Manufacturing GmbH wurde am Landesgericht für Zivilrechtssachen Graz ein Sanierungsverfahren mit Eigenverwaltung eröffnet.

Wie aus den Mitteilungen der Kreditschutzverbände KSV1870 und AKV hervorgeht, wurde das Verfahren auf Eigenantrag des Unternehmens eingeleitet. Hinter der Manufaktur stehen die Gründer:innen und Geschäftsführer:innen Carmen Krauss und Werner Krauss. Auch die hundertprozentige Tochtergesellschaft Distillery Krauss GmbH ist von den wirtschaftlichen Schwierigkeiten betroffen. Laut Insolvenzantrag gilt die Einbringung eines eigenen Insolvenzantrags als unausweichlich.

Rückläufige Nachfrage und hohe Finanzierungskosten

Die im Jahr 2017 gegründete Manufaktur machte sich mit der Herstellung hochwertiger Spirituosen wie Sulm Valley Whiskey, Ginerol, Barrel Aged Dry Gin und Edelbränden im In- und Ausland einen Namen. Zuletzt geriet das Unternehmen jedoch zunehmend unter wirtschaftlichen Druck. Rückläufige Aufträge, ein verändertes Konsumverhalten im Inland sowie eine nachlassende Nachfrage auf den Exportmärkten belasteten die Geschäftsentwicklung.

Als wesentliche Insolvenzursachen werden im Insolvenzantrag hohe Finanzierungskosten aus früheren Investitionen, gescheiterte Investorenverhandlungen und die Fälligstellung von Krediten angeführt. Hinzu kam das Risiko einer erheblichen Alkoholsteuerforderung im Falle einer Betriebsstilllegung. Die angespannte finanzielle Situation wurde zusätzlich dadurch verschärft, dass größere Lagerbestände kurzfristig nur mit erheblichen Preisabschlägen hätten verkauft werden können.

Rund sieben Millionen Euro Schulden und geplante Fortführung

Die Gesamtschulden belaufen sich laut Insolvenzantrag auf rund 7,015 Millionen Euro. Der KSV1870 beziffert die Verbindlichkeiten ohne Pfand- und Aussonderungsrechte auf rund 3,135 Millionen Euro. Dem steht ein freies Aktivvermögen von lediglich rund 297.000 Euro gegenüber. Ein Großteil der Vermögenswerte, darunter die Betriebsliegenschaft und die Produktionsanlagen, ist durch Aussonderungs- beziehungsweise Absonderungsrechte belastet.

Trotz der angespannten finanziellen Lage wird eine Fortführung des Unternehmens mit seinen beiden verbliebenen Mitarbeiter:innen angestrebt. Laut AKV sind 17 Gläubiger:innen betroffen, während der KSV1870 von rund 20 ausgeht. Im Rahmen des geplanten Sanierungsverfahrens wird den Gläubiger:innen eine Quote von 30 Prozent angeboten, die innerhalb von zwei Jahren nach Annahme des Sanierungsplans erfüllt werden soll. Die dafür erforderlichen Mittel sollen aus dem laufenden Geschäftsbetrieb, dem Einzug offener Forderungen, der Verwertung von Vermögenswerten sowie dem angestrebten Einstieg eines neuen Investors stammen.

Mit der Sanierungsverwaltung wurde die Jaufer Rechtsanwälte GmbH betraut. 

www.ksv.at

www.akv.at

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