Global Wealth Report
So viel Geldvermögen besitzen die Österreicher pro Kopf

| Tobias Seifried 
| 29.09.2026

Das Brutto-Geldvermögen heimischer Haushalte erreicht einen neuen Rekordwert. Zugleich verändert sich die Geldanlage deutlich: Mehr als die Hälfte der Neuanlagen floss laut Global Wealth Report in Wertpapiere.

Das Geldvermögen der österreichischen Haushalte ist 2025 weiter gewachsen. Laut dem aktuellen Allianz Global Wealth Report erhöhte sich das Brutto-Geldvermögen um fünf Prozent auf 968,6 Milliarden Euro. Damit fiel der Zuwachs zwar geringer aus als im weltweiten Durchschnitt von 8,6 Prozent, aber etwas stärker als in Westeuropa mit 4,5 Prozent.

Besonders auffällig sei, wie sich die Zusammensetzung des Vermögens verändert. Wertpapiere legten demnach um acht Prozent zu und machen mittlerweile 46,2 Prozent des heimischen Geldvermögens aus – laut Report ein neuer Höchststand. Zum Vergleich: In Westeuropa beträgt der Anteil laut der Analyse 36,8 Prozent. Gleichzeitig sank der Anteil der Bankeinlagen auf den historischen Tiefstand von 37,3 Prozent. Versicherungen und Pensionen entwickelten sich mit einem Plus von 1,5 Prozent deutlich schwächer.

"Das Allzeithoch an Wertpapieren zeigt, dass die Menschen in Österreich renditeorientierter anlegen", sagt Daniel Matić, CEO der Allianz Österreich. Für den langfristigen Vermögensaufbau sei dies ein positives Signal. Nachholbedarf sieht Matić hingegen bei der privaten Altersvorsorge.

Mehr als jeder zweite neue Euro fließt in Wertpapiere

Noch deutlicher zeige sich die Verschiebung bei den Neuanlagen. Insgesamt legten österreichische Haushalte im vergangenen Jahr demnach 27,8 Milliarden Euro neu an. Das waren zwar 7,6 Prozent weniger als im Rekordjahr 2024, aber immer noch der zweithöchste Wert seit Beginn der Datenreihe. 53 Prozent der Neuanlagen flossen in Wertpapiere, 41,3 Prozent in Bankeinlagen und lediglich 5,1 Prozent in Versicherungen und Pensionen.

Allein die Wertpapierkäufe erreichten der Analyse zufolge mit 14,8 Milliarden Euro einen neuen Höchstwert. Davon entfielen 7,6 Milliarden Euro auf Investmentfonds, 5,8 Milliarden Euro auf sonstige Wertpapiere und 1,4 Milliarden Euro auf Aktien. Bemerkenswert ist insbesondere Letzteres: Im Jahr davor hatten österreichische Haushalte unter dem Strich noch mehr Aktien verkauft als gekauft.

82.260 Euro Netto-Geldvermögen pro Kopf

Auch auf der Schuldenseite habe sich die Situation vergleichsweise stabil entwickelt. Die Verbindlichkeiten der privaten Haushalte erhöhten sich um lediglich 0,9 Prozent auf 218,9 Milliarden Euro, schreiben die Studienautor:innen. Hypothekendarlehen gingen demnach sogar um 0,6 Prozent zurück.

Unter dem Strich sei das Netto-Geldvermögen dadurch um 6,3 Prozent auf 749,7 Milliarden Euro gestiegen. Pro Kopf entspricht das laut Allianz 82.260 Euro. Im internationalen Vermögensranking liegt Österreich damit unverändert auf Rang 16.

Zu einem deutlich höheren Wert kommt eine erst kürzlich veröffentlichte Analyse des Gesamtvermögens. Wie LEADERSNET berichtete, beziffert der Global Wealth Report 2026 von UBS das durchschnittliche Nettovermögen einer erwachsenen Person in Österreich auf rund 243.000 Euro. Der Median liegt allerdings bei lediglich rund 62.000 Euro. Der Unterschied zur aktuellen Allianz-Auswertung erklärt sich auch durch die Berechnungsgrundlage: UBS berücksichtigt neben Finanzvermögen unter anderem Immobilien und andere Sachwerte.

Inflation hat deutliche Spuren hinterlassen

Der nominale Rekord relativiert sich allerdings, sobald die Inflation berücksichtigt wird. Real erhöhte sich das österreichische Geldvermögen 2025 lediglich der Allianz zufolge um 1,4 Prozent.

Seit 2019 habe die Kaufkraft laut Report insgesamt nur um 1,7 Prozent zugenommen. Gegenüber dem bisherigen Höchststand von 2021 liegt das reale Geldvermögen sogar noch 8,1 Prozent niedriger. Damit seien die Folgen des Inflationsschocks für die österreichischen Haushalte weiterhin nicht vollständig aufgeholt.

Weltweit 268 Billionen Euro Geldvermögen

Global erreichte das Geldvermögen 2025 ebenfalls einen neuen Höchststand. Mit einem Plus von 8,6 Prozent stieg es auf 268,4 Billionen Euro.

Haupttreiber waren die Kapitalmärkte: Rund vier von fünf Euro des weltweiten Vermögenszuwachses resultierten laut Allianz aus Wertsteigerungen. Wertpapiere legten weltweit um 12,4 Prozent zu, während Bankeinlagen um 5,7 Prozent und Versicherungen sowie Altersvorsorgeprodukte um fünf Prozent wuchsen.

Besonders stark profitieren davon Haushalte in Nordamerika, deren Portfolios zu 60,7 Prozent aus Wertpapieren bestehen.

KI könnte Vermögensentwicklung zusätzlich antreiben

Für 2026 erwartet Allianz Research einen weiteren Anstieg des weltweiten Geldvermögens um rund neun Prozent. Als einen wichtigen Einflussfaktor sehen die Studienautor:innen künstliche Intelligenz. Produktivitätsfortschritte und steigende Unternehmensgewinne könnten die Kapitalmärkte und damit auch die Vermögensbildung unterstützen.

Gleichzeitig warnt der Report vor den Risiken hoher Bewertungen und einer zunehmenden Abhängigkeit der Märkte vom KI-Boom. Seit Ende 2022 habe der S&P 500 rund 95 Prozent zugelegt. Eine Korrektur um 25 Prozent könnte nach Berechnungen von Allianz Research im Jahr des Schocks rund 27 Billionen US-Dollar an Vermögen amerikanischer Haushalte vernichten.

"KI könnte zum nächsten großen Motor der Vermögensbildung werden", sagt Katharina Utermöhl, Head of Thematic & Policy Research bei Allianz Research. Entscheidend sei allerdings, wer die entsprechenden Vermögenswerte besitzt und damit an den Erträgen partizipiert.

www.allianz.com/global-wealth-report-2026

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