Weitere Gesellschaft insolvent
Nächste Millionenpleite in der Lilihill-Gruppe

| Tobias Seifried 
| 24.09.2026

Nun hat es in dem Firmengeflecht auch die Holding-, Beteiligungs- und Steuerungsgesellschaft erwischt.

In der Lilihill-Gruppe des Investors Franz Peter Orasch gibt es eine weitere Insolvenz. Wie der KSV 1870 und der Alpenländischen Kreditorenverband (AKV) mitteilten, hat das Handelsgericht Wien ein Sanierungsverfahren mit Eigenverwaltung über die Lilihill Capital Group GmbH eröffnet. Die Gesellschaft fungiert innerhalb der Firmengruppe als Holding-, Beteiligungs- und Steuerungsgesellschaft. 

Nach Angaben des AKV sind derzeit 13 Gläubiger:innen mit Forderungen von insgesamt rund 5,9 Millionen Euro betroffen. Der KSV1870 beziffert die Verbindlichkeiten unter Berufung auf Angaben der insolventen Gesellschaft ebenfalls mit rund 5,9 Millionen Euro. Zur Zahl der betroffenen Beschäftigten liegen keine Angaben vor.

Verzögerte Mittelzuflüsse und Haftungen

Als Ursachen führt die Lilihill Capital Group laut den Gläubigerschutzverbänden unter anderem Verzögerungen bei erwarteten Rückflüssen aus Projekten sowie Bürgschafts- und Zahlerhaftungen an. Der AKV nennt zudem steuerliche Belastungen aus der Gruppenbesteuerung und exekutiv geltend gemachte Forderungen. Zugleich verweise die Gesellschaft auf Beteiligungswerte, Forderungen und geplante Verwertungserlöse.

Fortführung geplant

Die Lilihill Capital Group beabsichtigt, das Unternehmen fortzuführen. Ihr Sanierungsplan sieht vor, die Forderungen der Insolvenzgläubiger:innen vollständig zu erfüllen: 35 Prozent binnen 90 Tagen nach rechtskräftiger Bestätigung des Plans, die übrigen 65 Prozent binnen 180 Tagen.

Ob die dafür erforderlichen Mittel tatsächlich aufgebracht werden können, ist noch offen. "Der Sanierungsverwalter wird jedoch zu prüfen haben, ob die angebotene Sanierungsplanquote auch tatsächlich erfüllt werden kann", sagt Alexander Greifeneder vom KSV1870.

Zum Sanierungsverwalter wurde Rechtsanwalt Arno Maschke bestellt. Die erste Gläubigerversammlung ist für den 5. Oktober angesetzt.

Weitere Insolvenzen in der Gruppe

Die Insolvenz der Steuerungsgesellschaft ist nicht die erste im Umfeld der Frimengruppe: Auch die Lilihill Financial Service GmbH ist insolvent. Zudem wurde vor Kurzem am Landesgericht Klagenfurt auf Antrag von Gläubiger:innen ein Konkursverfahren über die Domäne Lilienberg Weinbau GmbH eröffnet. Bei dem Weingut handelt es sich ebenfalls um ein Unternehmen von Orasch. Laut AKV belaufen sich dessen Verbindlichkeiten auf rund vier Millionen Euro.

www.ksv.at

www.akv.at

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