Mehr als 100 Marketingverantwortliche kamen am Mittwoch, dem 16. September, zum ersten Agentic Marketing Day im Salzburger Gusswerk zusammen. Eingeladen hatte die Digitalagentur valantic Austria, die dort einen Standort hat, in Zusammenarbeit mit dem Dialog Marketing Verband Österreich (DMVÖ). Im Mittelpunkt des Programms stand die Frage, wie Unternehmen aus einzelnen KI-Anwendungen verlässliche Abläufe machen können. Dass diese Frage an Bedeutung gewinnt, zeigen aktuelle Zahlen der Statistik Austria, wonach 2025 bereits 30 Prozent der Unternehmen mit mindestens zehn Beschäftigten KI einsetzten, 45 Prozent davon im Bereich Marketing und Verkauf.
Ihre Erfahrungen aus der Praxis – von ersten Erfolgen bis zu Rückschlägen – teilten vor Ort neben der Agentur selbst unter anderem auch Unternehmen wie Würth Österreich, Volksbank Wien, Dynatrace, helu.io, Liechtenecker, SMAC und Philipp Tik. Das Fazit fiel dabei zweischneidig aus: KI-Agenten machen Marketingprozesse schneller, doch wo Abläufe unsauber sind, Kontext fehlt oder niemand die Ergebnisse prüft, vervielfältigen sie Fehler ebenso rasch.
KI stellt Geschäftsmodelle und Teams auf die Probe
Den Auftakt machte Keynote-Speaker Christoph Holz mit einem Blick auf die Frage, wie stark Künstliche Intelligenz etablierte Geschäftsmodelle unter Druck setzt. Anschließend richteten die AI-Expert:innen von valantic Austria den Fokus auf die digitale Sichtbarkeit von Unternehmen. Unter dem Schlagwort AI Visibility erläuterten sie, warum es künftig nicht mehr genügt, in Suchergebnissen aufzutauchen: Unternehmen müssen auch in den Antworten vorkommen, die KI-Systeme ihren Nutzer:innen liefern.
Der Wandel betrifft allerdings nicht nur die Sichtbarkeit nach außen, sondern auch die Arbeit innerhalb der Unternehmen. Würth Österreich schilderte, wie KI Wissen, das bisher an vielen Stellen im Haus verteilt lag, zu einer gemeinsamen Arbeitsgrundlage bündelt. Die größere Hürde sieht das Unternehmen dabei nicht in der Technik. Während neue Tools in immer kürzeren Abständen auf den Markt kommen, verändern Teams ihre Arbeitsweise nicht im selben Tempo. Dafür muss im Arbeitsalltag gezielt Raum geschaffen werden.
Schlechter Input, schlechtes Ergebnis
Wie wichtig eine solide Grundlage ist, zeigte sich auch in den weiteren Praxisberichten. Ein Agent braucht Informationen über das Unternehmen, seine Zielgruppe und seine Tonalität. Ohne diesen Kontext bleibt ihm nur allgemeines Wissen, und die Ergebnisse wirken entsprechend beliebig. Dasselbe gilt für die Prozesse: Ein fehlerhafter Ablauf wird durch einen Agenten nicht besser, sondern nur schneller und häufiger ausgeführt.
In der Content-Produktion lässt sich dieser Effekt besonders gut beobachten. Das Team von valantic Austria fasste ihn mit der Formel "Trash in, Slop out" zusammen. KI gleicht Schwächen im Ausgangsmaterial nicht aus, sondern trägt sie in die Ergebnisse weiter. Wer überzeugende Inhalte will, braucht deshalb verbindliche Markenrichtlinien, hochwertiges Rohmaterial und Mitarbeiter:innen, die die Resultate sorgfältig gegenlesen. In einem ergänzenden Workshop konnten die Teilnehmer:innen ausprobieren, wie sich ein eigener Content-Agent aufsetzen lässt.
Das letzte Wort hat der Mensch
Was für die Vortragenden außer Frage stand, war, dass KI-Ergebnisse eine menschliche Kontrolle brauchen. Die Volksbank Wien hat diesen Grundsatz unter dem Begriff "Human in the Loop" zum Kern ihres KI-Zielbilds gemacht. Sobald eine Entscheidung sensibel oder verbindlich ist, trägt dort immer ein Mensch die Verantwortung.
Dass menschliches Zutun schon bei weniger weitreichenden Aufgaben nötig ist, zeigte Mario Fixl von der Volksbank Wien anhand seiner Präsentation. Sie war großteils mit Copilot entstanden. Bis zum fertigen Ergebnis brauchte es allerdings 42 Prompts, zwei Neustarts und mehr als 25 entnervte "Oida".
Verantwortliche ziehen positives Fazit zur Salzburg-Premiere
"Es gab lange Zeit kein DMVÖ-Event mehr außerhalb von Wien, obwohl wir mittlerweile sehr viel Zuspruch aus den Bundesländern bekommen. Daher freut es mich umso mehr, dass wir gemeinsam mit unserem Mitglied, der valantic Austria, diesen Tag in Salzburg organisieren und dabei handfeste Praxistipps zum agentischen Marketing vermitteln konnten", resümiert Alexandra Vetrovsky-Brychta, Präsidentin des DMVÖ.
"Agentic AI wird Marketing grundlegend verändern – nicht irgendwann, sondern bereits jetzt. Unser Anspruch bei valantic Austria ist es, neue Technologien früh zu verstehen, selbst zu erproben und daraus konkrete Lösungen für unsere Kund:innen zu entwickeln. Denn wenn wir für unsere Kund:innen Partner of Choice sein wollen, müssen wir dort vorausdenken, wo sich ihr Geschäft morgen verändert. Genau deshalb investieren wir heute in Agentic Marketing und AI Visibility und bringen Unternehmen, Technologie und Expertise zusammen", erklärt Gastgeberin Ines Eschbacher, Geschäftsführerin von valantic Austria.
www.dmvoe.at
www.valantic.com
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