Knapp 70 Jobs betroffen
Traditionsunternehmen "Steirerpack" legt Millionenpleite hin

| Tobias Seifried 
| 21.09.2026

Ein gekündigter Factoringvertrag und der anhaltende Druck in der Verpackungsindustrie bringen den alteingesessenen Betrieb ins Straucheln. 67 Beschäftigte bangen um ihre Jobs – 30 wurden bereits beim AMS angemeldet.

Weiterer Dämpfer für den steirischen Industriestandort: Über das Vermögen der Steirerpack GmbH wurde am Landesgericht Leoben auf Eigenantrag ein Sanierungsverfahren ohne Eigenverwaltung eröffnet. Wie der Alpenländische Kreditorenverband (AKV) am Montag berichtet, geriet der traditionsreiche Verpackungsspezialist durch drastische Einbrüche im Auftragseingang und den plötzlichen Wegfall wichtiger Finanzierungsinstrumente unter extremen Liquiditätsdruck. Von der Schieflage sind 67 Arbeitnehmer:innen sowie 75 Gläubiger:innen betroffen.

Kündigung des Factoringvertrages

Das Unternehmen mit Sitz in Pölstal/Möderbrugg hat sich auf die Herstellung von Produkten aus Papier und Karton, insbesondere Wellpappe und maßgeschneiderte Verpackungslösungen für Industriekunden, spezialisiert. Neben der allgemeinen Markt- und Branchenkrise, gestiegenen Energie-, Material- und Personalkosten sowie operativen Produktionsstörungen habe vor allem ein Finanzierungsausfall den Ausschlag gegeben: Die Kündigung des Factoringvertrages durch das finanzierende Institut habe dem Betrieb schlagartig einen wesentlichen Teil seiner laufenden Liquidität entzogen. Verschärfte Liefer- und Zahlungsbedingungen wichtiger Geschäftspartner verengten den Spielraum weiter.

Millionen-Passiva und AMS-Meldung

Laut Insolvenzantrag belaufen sich die ausstehenden Verbindlichkeiten auf rund 2,95 Millionen Euro (exklusive bereits geleisteter Anzahlungen der Factorbank von etwa 852.000 Euro). Dem stehen Vorräte mit einem geschätzten Wert von 1,44 Millionen Euro sowie sonstiges Anlagevermögen und Bankguthaben von rund 779.000 Euro gegenüber, deren tatsächliche Werthaltigkeit der Verwalter nun prüfe, heißt es vom AKV.

Die Unternehmensleitung strebt eine Fortführung und nachhaltige Entschuldung an. Erste Restrukturierungsschritte wurden demnach bereits eingeleitet: Ein beabsichtigter Abbau von 30 Dienstverhältnissen ist beim Arbeitsmarktservice (AMS) gemeldet. Den Gläubiger:innen wird ein Sanierungsplan mit der gesetzlichen Mindestquote von 20 Prozent angeboten (9 % binnen 14 Monaten, 11 % binnen 24 Monaten).

Zum Insolvenzverwalter wurde der Rechtsanwalt Helmut Fetz bestellt. Gläubigerforderungen können bis zum 4. November 2026 angemeldet werden; die Sanierungsplantagsatzung ist für den 9. Dezember 2026 anberaumt.

www.akv.at

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