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"Kärnten Connects Wien" diskutierte Chancen der neuen Südstrecke

Rund 150 Gäste diskutierten im Parlament darüber, welche Möglichkeiten die bessere Erreichbarkeit für Wirtschaft, Tourismus und persönliche Kontakte eröffnet. LEADERSNET.tv fragte bei den Teilnehmer:innen u.a. nach, was dafür neben schnelleren Zügen noch notwendig ist.

Zwischen Kärnten und Wien liegen berufliche Wege, familiäre Verbindungen und künftig deutlich weniger Zeit auf der Schiene, denn mit der geplanten Inbetriebnahme des Semmering-Basistunnels Ende 2029 soll die Zugfahrt zwischen Wien und Klagenfurt auf zwei Stunden und 40 Minuten schrumpfen. Welche Möglichkeiten daraus entstehen können, beschäftigte am 4. November die zweite Ausgabe von "Kärnten Connects Wien" im Kelsen im Parlament. Das von Lanner Media veranstaltete Netzwerktreffen brachte laut Veranstalter rund 150 Vertreter:innen aus Wirtschaft, Politik und Wissenschaft zusammen.

Eröffnet wurde der Abend von Kärntens Landeshauptmann Daniel Fellner, Wiens Vizebürgermeisterin Bettina Emmerling und Bundesminister Norbert Totschnig. Bereits bei der ersten Ausgabe am 12. November 2025 ging es darum, wie die neue Südstrecke Standortentwicklung, Innovation und Tourismus beeinflussen könnte (LEADERSNET berichtete). Die zweite Auflage knüpfte daran an und vertiefte die Diskussion über die Voraussetzungen, unter denen die kürzere Reisezeit konkrete Vorteile bringen kann. Vier Panels widmeten sich anschließend der Zukunft der Südstrecke, wirtschaftlichen Ökosystemen, der Positionierung Kärntens und der Frage, wer von der besseren Anbindung profitieren könnte.

Neue Nähe braucht persönliche Begegnungen

Für die Gastgeber Andreas und Sebastian Lanner, beide Geschäftsführer von Lanner Media, bildete die künftige Bahnverbindung den Ausgangspunkt für einen Austausch, der bereits heute stattfinden sollte. Gegenüber LEADERSNET.tv erklärte Andreas Lanner, dass die beiden Wirtschafts- und Lebensräume durch die kürzere Reisezeit stärker zusammenwachsen würden.

Sebastian Lanner betonte zudem die Bedeutung des persönlichen Kontakts: "Schnellere Verbindungen verkürzen die Fahrzeit und bringen uns näher zusammen. Aber was wirklich Brücken baut, sind Begegnungen. Denn Ideen entstehen dort, wo Menschen ins Gespräch kommen."

Wie eng beide Bundesländer bereits verbunden sind, beschrieb auch Martin Weberhofer, designierter Landesdirektor des ORF-Landesstudios Kärnten. Er sprach gegenüber LEADERSNET.tv von rund 80.000 Kärntner:innen, die in Wien heimisch geworden seien. Eine schnellere Verbindung erleichtere sowohl Besuche in der früheren Heimat als auch berufliche Wege in die Bundeshauptstadt.

Kärnten will auch als Technologiestandort wahrgenommen werden

Die Diskussion führte dabei über die reine Erreichbarkeit hinaus. Landeshauptmann Daniel Fellner richtete an die Wiener Wirtschaft den Wunsch, Kärnten nicht ausschließlich mit Urlaub zu verbinden:

Als Beispiel nannte Fellner die jüngst angekündigte Investition von Infineon in Villach. Das Unternehmen will bis 2034 rund 1,1 Milliarden Euro in die Fertigung von Galliumnitrid-Leistungshalbleitern am Standort investieren. Der Produktionsstart ist für Ende 2027 vorgesehen. 

Welche Voraussetzungen ein solcher Standort darüber hinaus braucht, erläuterte Kelag-Vorstand Reinhard Draxler. Er verwies auf die Abhängigkeit von fossilen Energien und Rohstoffen und den Bedarf an mehr heimischer Stromerzeugung. Windkraft, Photovoltaik und Wasserkraft müssten dabei mit der entsprechenden Infrastruktur zusammengedacht werden.

Die Reise endet nicht am Bahnhof

Für den Tourismus stellt sich wiederum die Frage, wie aus einer kürzeren Zugfahrt eine durchgehend praktikable Anreise wird. Roland Sint, Geschäftsführer von NLW Tourismus, brachte die Anforderung an die Verbindung vom Bahnhof zum Urlaubsziel auf den Punkt. Diese müsse "am besten lückenlos organisiert" sein. Im Winter gebe es bereits ein gutes Anschlusssystem ins Skigebiet, erklärte er gegenüber LEADERSNET.tv. Damit ergänzte Sint die Diskussion um einen entscheidenden Aspekt. Ob Gäste das Auto stehen lassen können, hängt auch davon ab, wie sie mit Gepäck vom Zug zur Unterkunft, an den See oder ins Skigebiet gelangen.

Zum Zeitplan des Semmering-Basistunnels äußerte sich Karl-Heinz Strauss, Vorstandschef der Porr AG, zuversichtlich. Auf die Frage nach der Fertigstellung sagte er: "Also aus unserer Sicht ja, wir werden 2029 fertig und damit kann auch eröffnet werden." Die geplante Inbetriebnahme Ende 2029 entspricht dem aktuellen ÖBB-Zeitplan.

Zusammenarbeit über Landesgrenzen hinweg

Den persönlichen Bezug zur Verbindung beider Bundesländer stellte Bettina Emmerling her. Kärnten sei ihre Heimat, Wien über viele Jahre ihre Heimat geworden. Aus gepflegten Kontakten und Netzwerken könnten neue Ideen und Projekte entstehen, von denen beide Länder profitieren, erklärte sie gegenüber LEADERSNET.tv.

Gelegenheit, solche Gespräche fortzusetzen, bot das anschließende Flying Dinner, bei dem Kärntner Spezialitäten auf Wiener Schmankerl trafen. So setzte sich der Austausch nach den Panels im persönlichen Gespräch fort.

Video-Interviewpartner:innen

LEADERSNET.tv holte neben Sebastian Lanner (Geschäftsführer Lanner Media), Daniel Fellner (Landeshauptmann von Kärnten), Roland Sint (Geschäftsführer NLW Tourismus), Karl-Heinz Strauss (Vorstandschef Porr AG), Andreas Lanner (Geschäftsführer Lanner Media), Martin Weberhofer (designierter Landesdirektor des ORF-Landesstudios Kärnten), Reinhard Draxler (Vorstandsmitglied Kelag) und Bettina Emmerling (Vizebürgermeisterin von Wien) auch Klaus Ehrenbrandtner (Geschäftsführer Kärnten Werbung), Thomas Posch (Geschäftsführer Westbahn und Vorstand Rail Holding AG), Silvia Angelo (Vorständin ÖBB-Infrastruktur AG), Maria Rauch-Kallat (ehemalige Bundesministerin), Siegfried Huber (Vorstandssprecher Kärntner Sparkasse), Norbert Totschnig (Bundesminister für Land- und Forstwirtschaft, Klima- und Umweltschutz, Regionen und Wasserwirtschaft), Roland Schmid (CEO und Eigentümer IMMOunited), Georg Lexer (Winzer und Mitbetreiber von Auf der Leiten – Sem Kegley & Georg Lexer) und Paul Schmuckenschlager (Winzer, Weinbau Schmuckenschlager) vor die Kamera. 

Darüber hinaus können Sie mittels Galerie einen Eindruck vom Event gewinnen.

www.lannermedia.at

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