Unter dem Leitthema "Europa quo vadis? Wie wir international wieder nach vorne kommen" lud die Industriellenvereinigung Tirol zum 35. Tiroler Wirtschaftsforum in den Congress Innsbruck. Unternehmer:innen, Entscheidungsträger:innen sowie Vertreter:innen aus Politik und Gesellschaft diskutierten, wie Europa wirtschaftlich und technologisch wieder an Boden gewinnen kann.
Nach der Begrüßung durch IV-Tirol-Präsident Max Kloger und Landeshauptmann Anton Mattle führte die Finanz- und Börsenexpertin Monika Rosen durch das Programm. Dieses verband industrielle Standortfragen mit technologischen Entwicklungen, internationalen Handelsbeziehungen und Europas sicherheitspolitischer Handlungsfähigkeit.
Unternehmen müssen auf volatile Märkte reagieren
Aus Unternehmenssicht beleuchtete Andreas Klauser, CEO von Palfinger, wie ein international tätiger Konzern mit volatilen Rahmenbedingungen umgehen kann. Im Mittelpunkt seines Vortrags standen Strategien, mit denen sich wirtschaftlicher Erfolg auch unter veränderten globalen Marktbedingungen absichern lässt.
Welche Rolle Technologie dabei spielen kann, zeigte Angie Gifford. Die frühere Führungskraft von Meta, Microsoft und HP beschäftigte sich mit den Chancen industrieller künstlicher Intelligenz. Für Europa stellt sich dabei nicht nur die Frage nach Produktivitätsgewinnen, sondern auch, wie technologische Entwicklungen wirtschaftlich genutzt und in industrielle Anwendungen überführt werden können.
Ergänzt wurde dieser Schwerpunkt durch Präsentationen von Start-ups, die Einblicke in neue Geschäftsmodelle und technologische Lösungsansätze gaben.
China zwischen Handelspartner und Wettbewerber
Einen weiteren Schwerpunkt bildeten Europas Wirtschaftsbeziehungen mit China. Jörg Wuttke, Partner bei der Albright Stonebridge Group und langjähriger Präsident der Europäischen Handelskammer in Peking, widmete sich dem Spannungsverhältnis zwischen Partnerschaft und Rivalität.
Damit rückte eine zentrale Herausforderung für europäische Unternehmen in den Fokus: China bleibt ein wichtiger Markt und Handelspartner, ist zugleich aber ein bedeutender wirtschaftlicher und technologischer Wettbewerber. Das Verhältnis zwischen Kooperation und Abgrenzung beeinflusst damit unmittelbar die strategischen Entscheidungen international tätiger Unternehmen.
Sicherheit wird zum Wirtschaftsfaktor
Wie eng wirtschaftliche Wettbewerbsfähigkeit und Sicherheitspolitik miteinander verbunden sind, zeigte der Beitrag von Andreas Schwer. Der CEO von Electro Optic Systems und frühere Vorstand der Rheinmetall Defence beschäftigte sich mit Europas Verteidigungsfähigkeit und der wachsenden Bedeutung moderner Drohnentechnologie.
Neben technologischer Souveränität standen auch politische Stabilität und gesellschaftliche Entwicklungen auf dem Programm. Kai Diekmann, Journalist, Unternehmer sowie früherer Chefredakteur und Herausgeber der Bild, sprach über politische Macht, Kommunikation und den zunehmenden Zuspruch für Parteien an den politischen Rändern.
Die geopolitische Perspektive ergänzte Karim El-Gawhary. Der langjährige Nahostkorrespondent des ORF, Journalist und Buchautor, analysierte die Entwicklungen im Nahen Osten und Europas Möglichkeiten, seine Rolle als internationaler Akteur aktiv zu gestalten.
Wirtschaft, Technologie und Geopolitik zusammendenken
Das Wirtschaftsforum verband damit mehrere Faktoren, die für Europas künftige Position entscheidend sind: die Anpassungsfähigkeit der Industrie, der Einsatz neuer Technologien, internationale Handelsbeziehungen sowie politische und sicherheitspolitische Stabilität. Der kulinarische Abend im Anschluss bot Raum, die behandelten Themen weiterzuführen und Kontakte über Branchen hinweg zu vertiefen.
LEADERSNET war beim Wirtschaftsforum 2026. Fotos sehen Sie in unserer Galerie.
www.tiroler-wirtschaftsforum.at
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