Gastkommentar von Daniela Gruber
Die gefährlichste Annahme in Unternehmen: "Dafür haben wir später noch Zeit"

| Redaktion 
| 21.09.2026

Ein Gastkommentar von Daniela Gruber, Mitgründerin von LP impact Personalmanagement und Leitung Sales bei Lindlpower. 

"Darum kümmern wir uns später."

Ein Satz, der in Unternehmen erstaunlich oft fällt. Bei der Nachfolgeplanung, beim Aufbau neuer Kompetenzen, bei der Führungskräfteentwicklung oder bei der Frage, welche Mitarbeitenden die Transformation des Unternehmens künftig überhaupt tragen können.

Das Problem: Irgendwann wird aus "später" plötzlich "zu spät".

In meiner täglichen Arbeit begegnen mir viele Unternehmen, die äußerst professionell in Strategie, Finanzen oder Vertrieb investieren. Bei Personalthemen dominiert hingegen oft der kurzfristige Blick. Offene Stellen werden besetzt, wenn Bedarf entsteht. Über die Kompetenzen von morgen wird nachgedacht, wenn sie fehlen.

Dabei stehen die Herausforderungen längst fest: demografischer Wandel, Digitalisierung, künstliche Intelligenz, neue Geschäftsmodelle und steigende Anforderungen an Veränderungsfähigkeit.

Besonders kritisch ist dabei, dass viele Unternehmen heute Entscheidungen für einen Arbeitsmarkt treffen, den es in wenigen Jahren so nicht mehr geben wird. Rollen verändern sich, Kompetenzanforderungen verschieben sich und ganze Berufsbilder entwickeln sich weiter. 

Wer Personalplanung ausschließlich anhand aktueller Anforderungen betreibt, läuft Gefahr, die Fähigkeiten zu übersehen, die künftig über Wettbewerbsfähigkeit entscheiden werden. Die Frage ist daher nicht nur, wer die Aufgaben von heute erfüllen kann, sondern wer das Unternehmen durch die Veränderungen von morgen begleiten wird.

Unternehmen diskutieren intensiv über Investitionen, Marktchancen oder technologische Entwicklungen. Deutlich seltener wird die Frage gestellt, welche Menschen diese Zukunft überhaupt gestalten sollen. 

Die kritische Frage lautet daher nicht, wen Unternehmen heute einstellen müssen, sondern welche Menschen sie morgen brauchen werden. Wer den Aufbau dieser Kompetenzen aufschiebt, riskiert mehr als einzelne Fehlbesetzungen. Er riskiert, dass das Unternehmen für die Anforderungen der Zukunft nicht ausreichend vorbereitet ist.

Gerade deshalb sollten Personalentscheidungen dieselbe strategische Aufmerksamkeit erhalten wie Investitionen, Innovationen oder Standortentscheidungen. Denn die größten Personalprobleme entstehen selten über Nacht. Sie entstehen über Jahre hinweg. Und fast immer beginnen sie mit derselben Annahme: "Dafür haben wir später noch Zeit."

Wie gut ist Ihr Unternehmen auf den Arbeitsmarkt der Zukunft vorbereitet? Wenn Sie diese Frage diskutieren oder die Zukunftsfähigkeit Ihrer Personalstrategie kritisch reflektieren möchten, dann schreiben Sie mir: daniela.gruber@lindlpower.com.

www.lp-impact.com


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