Werkstätte für Doppelstockflotte
ÖBB investieren 100 Millionen Euro in neue Servicestelle in Wien-Floridsdorf

| Redaktion 
| 10.09.2026

Auf rund 16.500 Quadratmetern sollen künftig die neuen Cityjet und Railjet Doppelstock gewartet, geprüft und instand gehalten werden. 

Seit Mitte Juni sind die neuen Cityjet Doppelstockzüge in der Ostregion unterwegs (LEADERSNET berichetete). Für deren laufende Wartung haben die ÖBB nun in der Angerer Straße in Wien-Floridsdorf eine neue Servicestelle errichtet. Auf einer Fläche von rund 16.500 Quadratmetern sollen in Zukunft sowohl Cityjet als auch Railjet Doppelstock geprüft, gewartet und instand gehalten werden.

Rund 100 Millionen Euro für neuen Standort 

Laut den ÖBB wurden rund 100 Millionen Euro in die neue Anlage investiert. Die Werkstätte wurde speziell für die Anforderungen der Doppelstockzüge konzipiert. Parallel sollen mögliche Arbeitsschritte und entsprechend ausgelegte Instandhaltungsprozesse dazu beitragen, die Standzeiten der Fahrzeuge möglichst kurz zu halten. 

ÖBB-CEO Andreas Matthä bezeichnet die neue Servicestelle als wesentlichen Bestandteil für den Betrieb der Flotte in der Ostregion. "Moderne Fahrzeuge brauchen moderne Werkstätten – denn die hohe Qualität, die wir unseren Fahrgästen täglich bieten wollen, entsteht bereits hier in der Instandhaltung", sagt Matthä.

Mit dem neuen Standort würde zugleich die Voraussetzung für mehr Kapazität, Qualität und Verlässlichkeit im Bahnverkehr geschaffen. Rund 150 Mitarbeiter:innen sollen künftig in der Angerer Straße beschäftigt sein und dort für die Einsatzbereitschaft der neuen Nahverkehrs-Doppelstockzüge sorgen. 

Investition in den Wirtschaftsstandort Wien

Wiens Vizebürgermeisterin und Wirtschaftsstadträtin Barbara Novak verwies bei der Eröffnung auch auf die wirtschaftliche Bedeutung des Projekts. Die ÖBB seien für die Stadt nicht nur ein Verkehrsanbieter, sondern auch ein wichtiger Partner für Beschäftigung, Wachstum und Lebensqualität.

Mit der neuen Werkstätte würden mehr als 100 Millionen Euro in den Standort investiert und hochwertige Arbeitsplätze geschaffen. "Genau solche Investitionen stärken Wien als Wirtschaftsmetropole und machen unsere Stadt fit für die Zukunft", erklärt Novak.

Hebeanlage soll Züge mit bis zu 327 Tonnen bewegen © ÖBB/Marek Knopp

Hebeanlage bewegt Züge mit bis zu 327 Tonnen

Ein Schwerpunkt der neuen Servicestelle liegt auf ihrer technischen Ausstattung. Dazu gehört eine Unterflur-Ganzzughebeanlage, mit der ein sechsteiliger Doppelstockzug innerhalb von rund dreieinhalb Minuten angehoben werden kann. Die Anlage sei für ein Zuggewicht von bis zu 327 Tonnen ausgelegt.

Dadurch könnten unter anderem Drehgestelle, Achsen und andere Komponenten rasch und sicher ausgetauscht werden. Für Arbeiten auf den Zügen stehen Dacharbeitsbühnen bereit, während Arbeitsgruben den Zugang zum Unterflurbereich ermöglichen. Schwenkbare Oberleitungen sollen es zudem erlauben, die Stromversorgung je nach Arbeitsschritt flexibel ein- oder auszuschalten.

Die technische Ausstattung soll nach Angaben der ÖBB sowohl sichere Arbeitsbedingungen für die Beschäftigten als auch effiziente Abläufe bei der Instandhaltung ermöglichen.

Acht Gleise für unterschiedliche Arbeiten

Insgesamt verfügt die neue Servicestelle in Floridsdorf über acht Gleise. Sieben davon sind für Wartungs- und Instandhaltungsarbeiten vorgesehen. Ein weiteres Gleis dient der Anlieferung schwerer Komponenten, darunter Drehgestelle und andere Großbauteile.

Neben der regulären Wartung sollen am Standort auch umfangreichere Instandhaltungsarbeiten und Schnellreparaturen vorgenommen werden können. Ebenso sei die Entfernung von Graffiti vorgesehen. Weil mehrere Arbeiten parallel durchgeführt werden können, sollen die Doppelstockzüge nach Werkstattaufenthalten schneller wieder für den Fahrgastbetrieb zur Verfügung stehen.

www.oebb.at

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