Onlinehandel in Österreich
Fast 15 Prozent der Konsumausgaben fließen bereits ins Internet

Der E-Commerce gewinnt wieder an Dynamik. Laut einer aktuellen Analyse von RegioData Research geben die Östericher:innen mittlerweile rund 1.400 Euro pro Jahr im Internet aus. Das Geschäft konzentriert sich dabei zunehmend auf internationale Plattformen.

Der Onlinehandel in Österreich wächst nach der Normalisierung im Anschluss an die Corona-Jahre wieder stärker. Im Durchschnitt geben Österreicher:innen laut RegioData mittlerweile rund 1.400 Euro pro Jahr im Internet aus. Österreich liegt mit einem Onlineanteil von knapp 15 Prozent der relevanten Konsumausgaben im europäischen Vergleich im oberen Mittelfeld. Besonders hoch ist die Neigung zum Onlinekauf bei Bekleidung und Elektronik, die gleichzeitig zu den ausgabenstärksten Bereichen zählen.

Großteil der Onlineausgaben geht ins Ausland

Für den heimischen Handel ist allerdings entscheidend, wo die steigenden Onlineausgaben landen. Nur gut 40 Prozent entfallen laut RegioData auf österreichische Onlineshops. Der größere Teil fließt damit bereits an Anbieter außerhalb Österreichs. Zudem weist RegioData darauf hin, dass auch Shops mit österreichischem Marktauftritt teilweise internationalen Konzernen gehören. Der Anteil, der tatsächlich bei Unternehmen in österreichischem Eigentum verbleibt, liegt daher noch niedriger.

Gleichzeitig gewinnen Online-Marktplätze weiter an Bedeutung. Bereits mehr als 40 Prozent der heimischen Onlineausgaben werden über solche Plattformen abgewickelt. Marktführer ist mit großem Abstand Amazon. Das Unternehmen und sein Marketplace kamen 2025 laut RegioData gemeinsam auf 35,1 Prozent des gesamten österreichischen Onlinehandels. Damit lief mehr als jeder dritte online ausgegebene Euro über das Amazon-Ökosystem.

Temu bereits auf Platz zwei

Auch die Rangliste der größten Onlineanbieter zeigt, wie stark internationale Unternehmen den österreichischen Markt mittlerweile prägen. Hinter dem überlegenen Leader Amazon mit 35,1 Prozent folgte 2025 bereits Temu mit 5,1 Prozent. Auf den weiteren Plätzen lagen eBay mit 4,1 Prozent, die Otto Group mit 3,9 Prozent und Zalando mit 3,3 Prozent. Ikea kam auf 2,2 Prozent, Shop Apotheke auf 1,9 Prozent, XXXLutz auf 1,7 Prozent sowie MS E-Commerce und Shein auf jeweils 1,6 Prozent. Die weiteren Anbieter kamen zusammen auf 39,1 Prozent.

Besonders dynamisch entwickelten sich chinesische Onlineanbieter. Temu, Shein und AliExpress erreichten in Österreich gemeinsam bereits einen Marktanteil von 7,9 Prozent am gesamten Onlinehandel. Damit floss inzwischen fast jeder zwölfte österreichische Online-Euro an diese drei Anbieter.

Mehr Onlineumsatz, aber weniger Shops

Parallel zu den steigenden Onlineausgaben geht die Zahl der aktiven Onlineshops zurück. Betroffen sind laut RegioData vor allem kleinere, wenig spezialisierte Anbieter. Ein breites Sortiment und ein technisch funktionierender Webshop allein reichen demnach zunehmend nicht mehr aus, um vom Wachstum des Onlinehandels zu profitieren. Chancen sieht RegioData dagegen für klar positionierte Spezialisten. Zu den Wachstumsbereichen zählen etwa Gesundheit, Technik und Sportgeräte. Auch Shop Apotheke gehört laut Analyse zu den Aufsteigern im österreichischen Onlinehandel.

www.regiodata.eu

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