Fotos der Alpbach-Veranstaltung
5. Women Economic Summit forderte raschere Entscheidungen für Europas Wirtschaft

Beim fünften Treffen des Formats in Alpbach standen Investitionen in Zukunftstechnologien, verlässliche Rahmenbedingungen für Unternehmen und eine gemeinsame wirtschaftspolitische Strategie für Österreich und Europa im Mittelpunkt.

Das European Forum Alpbach bringt auch 2026 zahlreiche Vertreter:innen aus Politik, Wirtschaft, Wissenschaft, Medien und Kultur in Tirol zusammen. LEADERSNET begleitete das Forum und berichtete bereits über den gemeinsamen Cocktailempfang von ORF und Joyn, die Erste European Night, das Wiener Derby, den A1 CEO Lunch, den "kleinen" Infrastrukturgipfel der ASFINAG, den Netzwerkabend der Energie AG, den "Talk auf der Alm", das RBI Executive Dinner, das Crif Business Breakfast, den Granat Cocktailempfang sowie über das Treffen der deutschsprachigen Staatsoberhäupter.

Ebenfalls zu dieser Reihe gehört auch das 5. Women Economic Summit, ein weiteres Veranstaltungsformat im Zeichen der europäischen Wettbewerbsfähigkeit. So diskutierten im Böglerhof Vertreterinnen aus Politik, Industrie, Finanzierung, Steuerrecht und Klimapolitik darüber, wie Europa seine wirtschaftliche Handlungsfähigkeit stärken kann. Die Veranstaltung stand dabei unter dem Titel "Rules for Action: Eine Strategie, um Europas Wirtschaft neu zu gestalten". Natascha Stornig-Wisek (LeitnerLeitner), und Tina Deutsch (Mitgründerin und Geschäftsführerin des Kontext Instituts für Klimafragen), begrüßten die Teilnehmerinnen. Nach Angaben der Organisatorinnen war die Veranstaltung gut besucht.

Investitionen und Planungssicherheit im Mittelpunkt

Auf dem rein weiblich besetzten Panel diskutierten Eva-Maria Holzleitner (Bundesministerium für Frauen, Wissenschaft und Forschung), Lisa-Maria Fassl (Managing Partner bei Fund F), Patricia Neumann (Vorstandsvorsitzende Siemens AG Österreich), Sabine Kirchmayr-Schliesselberger (Of Counsel bei LeitnerLeitner und Universitätsprofessorin an der Universität Wien) und Katharina Rogenhofer (Vorständin des Kontext Instituts für Klimafragen). 

Im Zentrum standen eine aktivere Standortpolitik, Investitionsanreize für Zukunftstechnologien und längerfristig verlässliche Rahmenbedingungen für Unternehmen. Diskutiert wurde zudem, wie eine gemeinsame wirtschaftliche Ausrichtung für Österreich und Europa entwickelt und umgesetzt werden könnte. 

Barbara Gruszkiewicz von LeitnerLeitner, Initiatorin des Women Economic Summit, fasste die Diskussion mit der Forderung nach neuen wirtschaftspolitischen Zielbildern zusammen: Es brauche wieder Visionen und Anreize für Investitionen in Zukunftstechnologien. Zugleich müssten rasch konkrete Entscheidungen getroffen werden, um eine gemeinsame Strategie umzusetzen. Moderiert wurde die Diskussion von Corinna Milborn, Info-Chefin bei ProSiebenSat.1 PULS 4.

Strategien liegen bereits vor 

Die Forderungen des Panels fallen in eine Phase, in der sowohl auf europäischer als auch österreichischer Ebene umfangreiche wirtschafts- und industriepolitische Konzepte vorliegen. Die zentrale Herausforderung besteht damit nicht allein in der Entwicklung neuer Strategien, sondern auch in deren Finanzierung und konkreter Umsetzung. Die Europäische Kommission stellte Anfang 2025 ihren Wettbewerbsfähigkeitskompass vor. Dieser baut auf dem Bericht des früheren Präsidenten der Europäischen Zentralbank, Mario Draghi, auf und nennt drei zentrale Handlungsfelder: Europa soll seine Innovationslücke schließen, die Dekarbonisierung der Wirtschaft vorantreiben und strategische Abhängigkeiten verringern. Ergänzend sieht das Konzept unter anderem einen stärkeren Binnenmarkt, bessere Finanzierungsmöglichkeiten und weniger bürokratische Belastungen vor.

Auch Österreich verfügt seit Jänner 2026 über eine Industriestrategie (LEADERSNET berichtete hier und hier) mit einem Zeithorizont bis 2035. Laut Wirtschaftsministerium umfasst sie 114 Maßnahmen, neun Schlüsseltechnologien und Stärkefelder sowie ein Förderbudget von rund 2,6 Milliarden Euro. Zu den Handlungsfeldern gehören Forschung und Innovation, Energie, Kreislaufwirtschaft, Finanzierung und Entbürokratisierung. Ob und wie rasch diese Vorhaben bei Unternehmen ankommen und zusätzliche private Investitionen auslösen, bleibt damit eine der entscheidenden wirtschaftspolitischen Fragen. Genau an diesem Übergang von strategischen Zielsetzungen zu konkreten Maßnahmen setzte die Diskussion beim Women Economic Summit an.

Teil des Jahresthemas "How Europe Wins"

Das European Forum Alpbach 2026 findet vom 24. August bis zum 4. September unter dem Jahresthema "How Europe Wins" statt. Der Women Economic Summit war dem Themenbereich "Finance & Economy" zuzuordnen, der sich mit Europas Wettbewerbsfähigkeit, der Finanzierung künftigen Wohlstands sowie den Folgen geopolitischer, technologischer und klimatischer Veränderungen beschäftigt. Veranstaltungspartner des Summit war LeitnerLeitner, unterstützt wurde das Format vom Kontext Institut für Klimafragen.

LEADERSNET begleitete die Veranstaltung. Einen Eindruck können Sie mittels Galerie gewinnen.

www.kontext-institut.at

www.leitnerleitner.com

www.alpbach.org

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