Beim AMS gemeldet
WKO leitete den Abbau von 200 Stellen ein

| Redaktion 
| 02.09.2026

Die im Juni angekündigte Jobreduktion in der Bundeskammer läuft an. Ein Sozialplan mit freiwilligen Abfertigungen steht bereits, die endgültige Zahl der Kündigungen ist aber noch offen.

Die Wirtschaftskammer Österreich (WKO) zieht ihren eingeschlagenen Reformkurs durch. Wie das "Ö1-Mittagsjournal" am Mittwoch berichtete, wurden bereits 200 Mitarbeiter:innen der Bundeskammer beim Arbeitsmarktservice (AMS) zur Kündigung angemeldet. Damit wird jenes Spar- und Reformpaket operativ, das Präsidentin Martha Schultz Anfang Juni präsentiert hatte (LEADERSNET berichtete).

Der Abbau zieht sich durch das ganze Haus

Aus den 200 Meldungen werden jedoch nicht zwangsläufig 200 Kündigungen. Die Anmeldung beim AMS ist gesetzlich vorgeschrieben, sobald ein Abbau in dieser Größenordnung ansteht – wer die Kammer am Ende verlassen muss, steht aber noch nicht fest. So fällt ein Teil der Stellen voraussichtlich ohne Kündigung weg, etwa wenn Beschäftigte in Pension gehen und ihre Position unbesetzt bleibt. Wie Betriebsratsvorsitzender Reinhard Kopf im "Mittagsjournal" erklärte, sei das deshalb noch offen, "da auch natürliche Fluktuationen, die bis 2030 stattfinden, bzw. freiwillige andere Lösungen berücksichtigt werden". Zudem betonte er, dass sich die Reduktion quer über die Organisation verteile und nahezu jede Abteilung der Zentrale in Wien-Wieden erfasse.

Sozialplan sieht freiwillige Abfertigungen vor

Für die betroffenen Beschäftigten hätten Kammerführung und Betriebsrat einen Sozialplan vereinbart, der über die gesetzlichen Ansprüche hinausgehe und zusätzliche freiwillige Abfertigungen vorsieht. Wie hoch diese Zahlung ausfällt, entscheide sich im Einzelfall, so Kopf. Eine Rolle spiele dabei auch, welche Chancen die jeweilige Person auf einen neuen Job hat. Zusätzlich sollen über den Sozialplan Qualifizierungsmaßnahmen finanziert werden, die von der Weiterbildung bis zur kompletten Umschulung reichen.

Insgesamt fallen bis Ende 2027 rund 200 der etwa 800 Vollzeitstellen in der Bundeskammer weg, parallel dazu wurde bereits das Generalsekretariat verkleinert. Ausgerichtet ist das Paket auf ein Sparziel von jährlich 100 Millionen Euro ab 2030. Die neun Landeskammern sind vom aktuellen Schritt nicht erfasst, haben aber ebenfalls eigene Sparvorgaben zu erfüllen.

www.wko.at

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