Am letzten Sonntag im September richtet sich der Blick in ganz Österreich auf das bauliche und kulturelle Erbe des Landes. Denn unter dem Motto "Denkmale: Wert für alle." findet am 27. September 2026 der diesjährige Tag des Denkmals statt. Das Bundesdenkmalamt stellte nun das Programm mit rund 300 kostenlos zugänglichen Denkmalen, Führungen und Touren vor. Beim Pressefrühstück dabei waren Christoph Neumayer, Generalsekretär der Industriellenvereinigung, Herta Neiß, Direktorin der Museen der Stadt Bad Ischl, Christoph Bazil, Präsident des Bundesdenkmalamtes und Inge Boch-Galhau, Festivalleiterin Open House Wien.
Die Auswahl reicht von Kirchen, Burgen und Schlössern über technische Denkmale bis zu historischen Verkehrsmitteln. Neben bekannten Kulturstätten öffnen auch Orte, die regulär nicht oder nur eingeschränkt besichtigt werden können. Das vollständige Programm ist bereits online abrufbar.
Wiener Programm umfasst mehr als 50 Angebote
Alle neun Bundesländer beteiligen sich an der Aktion. In Wien stehen mehr als 50 Denkmale und Touren auf dem Programm. Besucher:innen können unter anderem das Haus der Industrie, die Otto-Wagner-Kirche am Steinhof, die Villa Beer und den Bildungscampus Gersthof erkunden. Historische Straßenbahnwagen des Wiener Tramwaymuseums sind zudem als "rollendes Museum" unterwegs.
Auch in den übrigen Bundesländern deckt das Programm unterschiedliche Epochen und Formen des kulturellen Erbes ab. In Niederösterreich öffnet etwa die Wehrkirche Kleinzwettl, im Burgenland das Haus Willersdorf und in Kärnten die Burg Groppenstein. Schloss Eggenberg in Graz gewährt zudem Zugang zu seinen Prunkräumen, dem Planetensaal und der Alten Galerie. Technik- und Baugeschichte stehen unter anderem beim Schaufelraddampfer "Gisela" am Traunsee sowie in sonst verschlossenen Bereichen der Felsentherme Bad Gastein im Mittelpunkt. Weitere Programmpunkte führen in die Hofkirche in Innsbruck und in das Schloss Wolfurt in Vorarlberg.
"Der Tag des Denkmals lebt von der Unterschiedlichkeit seiner Programmpunkte und vom großen Engagement unserer Programmpartner:innen in ganz Österreich, die es möglich machen, Denkmale zu erleben und ihren Wert sichtbar zu machen. Vielen Dank an alle, die mit ihrem Einsatz zum Gelingen dieses Tages beitragen. Wir freuen uns auf zahlreiche Besucher:innen, die den Tag des Denkmals nutzen, um unser kulturelles Erbe neu zu entdecken", sagt Christoph Bazil, Präsident des Bundesdenkmalamtes.
Sieben Werte sollen die Bedeutung von Denkmalen vermitteln
Der diesjährige Schwerpunkt beschränkt Denkmalschutz nicht nur auf die Bewahrung historischer Bausubstanz. Vielmehr will das Bundesdenkmalamt dessen gesellschaftliche, kulturelle, ökologische und wirtschaftliche Dimension darstellen. Dafür wurden sieben sogenannte Denkmalwerte formuliert: Alltag und Begegnung, Verantwortung und Identität, Digitalisierung und Innovation, Klimaschutz und Nachhaltigkeit, "care & repair", Wirtschaft und Wertschöpfung sowie Beteiligung und Initiative. Die einzelnen Programmpunkte sind dabei jeweils mindestens einem der Themenfelder zugeordnet.
Nach Angaben des Bundesdenkmalamtes stehen in Österreich rund 40.000 unbewegliche Objekte unter Denkmalschutz. Denkmale seien damit nicht nur Zeugnisse vergangener Epochen, sondern auch Teil gegenwärtiger Debatten über Ressourcenschonung, regionale Wertschöpfung und die Weiterentwicklung bestehender Bausubstanz.
Österreich beteiligt sich an europaweiter Kulturinitiative
Der Tag des Denkmals ist Teil der European Heritage Days, einer gemeinsamen Initiative des Europarats und der Europäischen Union. Das europäische Leitthema lautet 2026 "Heritage at Risk: Revive, Resist, Reimagine" und thematisiert die Gefährdungen des kulturellen sowie natürlichen Erbes – etwa durch den Klimawandel, Urbanisierung, Konflikte und gesellschaftliche Veränderungen.
"Der Tag des Denkmals bietet jährlich die Gelegenheit, die Arbeit des Bundesdenkmalamtes sichtbar zu machen und die Bedeutung hervorzuheben. Denkmalschutz und Denkmalpflege gehen uns alle an und gemeinsam können wir viel zum Erhalt unseres kulturellen Erbes beitragen", meint Bazil abschließend.
Das detaillierte Programm, Öffnungszeiten und Informationen zu den einzelnen Führungen sind auf der Website des Tages des Denkmals verfügbar.
LEADERSNET begleitete zudem das Event mit einem Fotografen. Einen Eindruck vom Pressefrühstück können Sie sich mittels Galerie verschaffen.
www.tagdesdenkmals.at
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