46 Gläubiger betroffen
Salzburger Landmaschinenhändler schlittert in Millionenpleite

Teure Standortzukäufe und die Investitionszurückhaltung der Kund:innen brachten den Betrieb in Bedrängnis. Auch Personalabbau und Standortschließungen konnten die Insolvenz nicht verhindern.

Wie der KSV1870 vergangenen Freitag mitteilte, wurde über das Vermögen der Grundbichler Garten-Forst GmbH mit Sitz in Kellau in der Salzburger Gemeinde Kuchl am Landesgericht Salzburg ein Sanierungsverfahren ohne Eigenverwaltung eröffnet. Das Unternehmen ist auf den Handel mit Landmaschinen sowie Forst- und Gartengeräten spezialisiert und wurde erst im März 2023 ins Firmenbuch eingetragen.

Laut dem Gläubigerschutzverband belaufen sich die Passiva auf rund eine Million Euro. Betroffen seien 46 Gläubiger:innen, jedoch keine Dienstnehmer:innen, denn die umsatzrelevante Tätigkeit wird von den beiden geschäftsführenden Gesellschafterinnen Anna und Stefanie Grundbichler ausgeübt, die je 50 Prozent der Anteile halten.

Zukauf weiterer Standorte wurde zum Problem

Als Hauptursache für die wirtschaftliche Schieflage nennt die Schuldnerin Fehlinvestitionen. Konkret geht es um den Zukauf zusätzlicher Standorte, für den rund 800.000 Euro aufgewendet wurden. Diese Investitionskosten ließen sich aus dem laufenden Geschäft nicht mehr zurückführen. Verschärft wurde die Lage durch die allgemeine Zurückhaltung in der Land- und Forstwirtschaft, wo Kund:innen zuletzt spürbar weniger investierten.

Das Unternehmen versuchte gegenzusteuern und reduzierte den Personalstand, außerdem wurden zwei Standorte geschlossen. Die erhoffte wirtschaftliche Erholung blieb dennoch aus. Auch eine außergerichtliche Sanierung kam letztlich nicht zustande, weshalb die Gesellschaft schließlich selbst den Antrag auf Eröffnung des Verfahrens stellte.

Quote von 20 Prozent binnen zwei Jahren

Den Gläubiger:innen wird im Rahmen des Sanierungsplans eine Quote von 20 Prozent angeboten, zahlbar binnen 24 Monaten ab Annahme des Plans, frühestens jedoch nach Rechtskraft der Bestätigung. Auf der Aktivseite stehen laut KSV1870 Anlage- und Umlaufvermögen, dessen Bewertung noch offen ist, sowie Kundenforderungen von rund 32.500 Euro.

"Die Schuldnergesellschaft ist laut Eigenantrag zuversichtlich durch die Fortführung des Betriebes die erforderlichen Mittel für die Erfüllung des Sanierungsplans aufbringen zu können", erklärt Elisabeth Eppich vom KSV1870 am Standort Salzburg.

Forderungen können bis zum 4. November 2026 beim Landesgericht Salzburg angemeldet werden. Die erste Gläubigerversammlung findet gemeinsam mit der Berichtstagsatzung am 30. September statt, die Prüfungs- und Sanierungsplantagsatzung ist für den 18. November angesetzt. Zum Insolvenzverwalter wurde Rechtsanwalt Stefan Lirk bestellt.

www.ksv.at

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