Skurriler Weltrekordversuch geglückt
Smartphone überlebte Sturz aus mehr als 30 Kilometern Höhe

| Larissa Bilovits 
| 30.08.2026

Für einen Guinness-Weltrekord ließ der Handyhüllen-Hersteller Rhinoshield ein iPhone ohne Fallschirm aus der Stratosphäre fallen – und brauchte danach mehr als fünf Stunden, um es in der schwedischen Wildnis wiederzufinden.

Außergewöhnliche Weltrekorde gibt es viele: Sei es für die weltweit größte Lego-Gondel, die meisten verspeisten Hotdogs in zehn Minuten, die Kreation der meisten Eissorten, die Entwicklung des kleinsten QR-Codes der Welt, das Fahren mit 22 verschiedenen 8er-Sesselbahnen an nur einem Skitag, das Halten eines Hubschraubers für 30 Sekunden auf den Schultern oder das Drehen eines Riesenrads mit einem Akku-Bohrschrauber. Nun reiht sich ein weiterer Rekord in diese Reihe besonders ungewöhnlicher Bestmarken ein. Diesmal musste ein Smartphone einen Sturz aus der Stratosphäre überstehen.

Vom Falltest zum Stratosphärenflug

Mit dem ungewöhnlichen Experiment wollte der Smartphone-Zubehör-Hersteller Rhinoshield zeigen, wie viel seine AirX-Handyhülle aushält. Die Idee für einen Weltrekord kam von Unternehmensgründer Eric Wang. Zunächst habe das Team noch an 50 aufeinanderfolgende Stürze aus 15 Metern Höhe gedacht, schließlich habe man sich dann aber doch entschieden, aufs Ganze zu gehen und einen Abwurf aus der Stratosphäre zu wagen. Dafür holte man sich das britische Unternehmen Sent Into Space an Bord.

Als Testgerät diente ein iPhone 17 Pro, geschützt von einer handelsüblichen AirX-Hülle. Deren Konstruktion sei laut Herstellerangaben unter anderem von Airbags inspiriert: Luftpolster und eine druckbeständige Struktur sollen Aufprallkräfte verteilen und Schäden am Gerät verhindern. Für den Rekordversuch musste das Team allerdings auch extreme Kälte und niedrigen Luftdruck berücksichtigen. Entsprechend gingen dem Weltrekordflug zahlreiche Tests voraus.

Damit der Versuch aber auch als offizieller Rekord anerkannt werden konnte, machte Guinness World Records im Vorhinein strenge Vorgaben. Ein Fallschirm war beispielsweise ausdrücklich ausgeschlossen. Außerdem musste die Hülle beim Aufprall zwingend zuerst den Boden berühren. Die Landung war damit ein entscheidender Teil der Prüfung.

25 Minuten Sturz und mehr als fünf Stunden Suche

Der Rekordversuch fand bereits am 24. Juni am Esrange Space Center bei Kiruna im Norden Schwedens statt. Öffentlich gemacht wurde er erst am 26. August. Ein Höhenballon brachte das Smartphone auf 30.607 Meter, wo es per Fernauslöser ausgeklinkt wurde. Laut Hersteller war das Gerät zuvor Temperaturen zwischen minus 60 und minus 40 Grad Celsius ausgesetzt. Nach einem rund 25-minütigen Abstieg schlug es schließlich auf dem Boden auf.

Im Anschluss begann für das Team der nächste aufwendige Teil des Versuchs. Um niemanden zu gefährden, war das Telefon über unbewohntem Gelände abgeworfen worden. Trotz Ortung dauerte es mehr als fünf Stunden, es in der schwedischen Wildnis wiederzufinden. Die Suchmannschaft bestand aus zwei Ingenieur:innen und zwei Videograf:innen, die per Hubschrauber aufbrachen, mehr Personen konnten neben dem Piloten wegen der begrenzten Zuladung nicht mitfliegen. 

Erst mit der Bergung ließ sich klären, ob aus dem Abwurf tatsächlich ein Weltrekord geworden war. Das Smartphone war äußerlich unbeschädigt und bestand nach Herstellerangaben auch die anschließende Funktionsprüfung: Es ließ sich problemlos ein- und ausschalten, konnte telefonieren und Fotos aufnehmen. Nach der Auswertung von Videoaufnahmen und Zeugenaussagen sowie einer Prüfung des Geräts bestätigte Guinness letztendlich den Weltrekord für den "höchsten Abwurf eines Mobiltelefons in einer Schutzhülle auf natürliches Gelände".

www.guinnessworldrecords.com

www.rhinoshield.de

www.sentintospace.com

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