Für zwei Wassergenossenschaften
SalzburgMilch baut regionale Trinkwasserversorgung aus

Parallel zu einer neuen Abwasserleitung entsteht eine zusätzliche Verbindung vom Brunnen der Käserei bis nach Holzhausen. Hintergrund sind laut den Projektbeteiligten deutlich gesunkene Quellschüttungen in St. Georgen.

SalzburgMilch erweitert die Infrastruktur rund um ihre Käserei in Lamprechtshausen-Ehring. Im Zuge des laufenden Baus einer Abwasserleitung zur Kläranlage in St. Georgen wird gleichzeitig eine Trinkwasserleitung verlegt. Sie soll ab Anfang 2027 zwei Wassergenossenschaften mit Wasser aus dem Brunnen der Käserei versorgen. 

Während die Wassergenossenschaft Schwerting-Maxdorf in der Gemeinde Lamprechtshausen dauerhaft an das System angebunden werden soll, ist die Verbindung für die Wassergenossenschaft in St. Georgen als zusätzliche Versorgung bei Bedarf vorgesehen. Eine entsprechende Vereinbarung zwischen SalzburgMilch, den beteiligten Wassergenossenschaften und den Gemeinden wurde nach Unternehmensangaben kürzlich unterzeichnet.

Rückgang der Quellschüttungen als Auslöser

Hintergrund des Projekts ist die angespannte regionale Wassersituation. Nach Angaben der Projektbeteiligten sind die Schüttungen der örtlichen Quelle in St. Georgen innerhalb der vergangenen zwei Jahre um 55 Prozent zurückgegangen. Gleichzeitig steige der Verbrauch an heißen Tagen deutlich. 

Der grundsätzliche Befund einer ausgeprägten Trockenheit in der Region wird jedoch durch Daten der GeoSphere Austria gestützt. Im Salzburger Flachgau lagen die Niederschlagsdefizite im ersten Halbjahr 2026 demnach zwischen 30 und 40 Prozent. An der Messstation Salzburg-Flughafen fielen von Jahresbeginn bis zum 13. Juli 321 Millimeter Niederschlag. Das langjährige Mittel für diesen Zeitraum beträgt 625 Millimeter. 

Wasserabgabe ohne Gewinnaufschlag

Die neue Trinkwasserleitung führt vom Brunnen der SalzburgMilch-Käserei bis nach Holzhausen. Das Unternehmen will das Wasser nach eigenen Angaben zu den tatsächlichen Gestehungskosten und ohne Gewinnaufschlag bereitstellen. "Wir machen aus den zunehmenden Herausforderungen in der Wasserversorgung kein Geschäft", erklärt SalzburgMilch-Geschäftsführer Andreas Gasteiger. Aufgrund der hydrogeologischen Bedingungen am Standort könne das Unternehmen ausreichend Wasser aus tieferen Schichten beziehen.

Die Wasserabgabe soll ausschließlich innerhalb der behördlich genehmigten Entnahmemengen sowie unter Einhaltung der gesetzlichen Qualitätsanforderungen erfolgen. 

Notfallreserve für Lamprechtshausen bleibt bestehen

Von der neuen Vereinbarung unberührt bleibt laut SalzburgMilch die bereits bestehende Verpflichtung, im Notfall zur Wasserversorgung der Gemeinde Lamprechtshausen beizutragen. Dazu besteht eine Verbindung zur örtlichen Wassergenossenschaft. Künftig könnte das System zudem mit weiteren benachbarten Wasserversorgern wie der Wassergenossenschaft Willenberg Asten verbunden werden.

Für die Wassergenossenschaft St. Georgen dient die neue Leitung als Absicherung ihres bestehenden Versorgungssystems. Deren Mitglieder hätten dem Projekt bei einer außerordentlichen Versammlung im Juni mit großer Mehrheit zugestimmt, berichtet Obmann Michael Absmanner

Die Inbetriebnahme der neuen Trinkwasserverbindung ist für Anfang 2027 vorgesehen.

www.milch.com

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