Mehr als 15 Millionen Euro Passiva
Weitere Immobilienfirma schlittert in Millionenpleite

| Tobias Seifried 
| 19.08.2026

Höhere Zinsen, fallende Objektpreise und überraschende Fälligstellungen führten zu Passiva von mehr als 15 Millionen Euro. Von der Insolvenz sind 49 Gläubiger:innen betroffen.

Anhaltender Druck durch das gestiegene Zinsniveau und gesunkene Immobilienpreise zwingen ein weiteres Unternehmen der Branche in die Knie: Über das Vermögen der in Dornbirn ansässigen Leopold Immobilien GmbH wurde am Landesgericht Feldkirch ein Sanierungsverfahren mit Eigenverwaltung eröffnet. Dem Verfahren ging ein Eigenantrag voraus.

Wie aus den Erhebungen der Kreditschutzverbände KSV1870 und AKV hervorgeht, beschäftigt das 2018 gegründete Unternehmen keine eigenen Mitarbeiter:innen; von der Schieflage sind jedoch bis zu 49 Gläubiger:innen betroffen.

Überraschende Kredit-Fälligstellung und Zwangsverwertung

Das Geschäftsmodell des von Geschäftsführer Mario Kmenta geleiteten Betriebs umfasste den Erwerb, die Vermietung und Verpachtung eigenen Immobilienvermögens in Österreich und Deutschland sowie Beteiligungen an diversen Projektgesellschaften. Gesellschafterseitig stehen die S & R Immobilien GmbH (66,67 Prozent) und die Kmenta & Partner GmbH (33,33 Prozent) hinter dem Unternehmen.

Gründe für die Pleite werden mehrere genannt. So hätten aufgrund der veränderten Marktbedingungen seit Ende 2022 geplante Immobilienverkäufe nicht mehr zu den kalkulierten Preisen realisiert werden können. Den Ausschlag für den Gang zum Insolvenzgericht gaben der Immobilienfirma zufolge schließlich eine überraschende Fälligstellung einer Finanzierungsverbindlichkeit in Höhe von rund drei Millionen Euro, anhängige Klageverfahren sowie eine betriebene Zwangsverwertung eines Besicherungsgrundstücks.

Hohe Verbindlichkeiten und attraktive Sanierungsquote

Die Gesamtpassiva belaufen sich laut den Antragsunterlagen auf rund 15,09 Millionen Euro, wovon der Großteil auf besicherte Bankverbindlichkeiten entfällt. Dem stehen Immobilienwerte im In- und Ausland sowie Darlehensforderungen gegenüber verbundenen Unternehmen gegenüber.

Da das Landesgericht Feldkirch dem Antrag auf Eigenverwaltung stattgab, verbleibt die operative Regie bei Leopold Immobilien. Den Gläubiger:innen wird ein Sanierungsplan mit einer vergleichsweise hohen Quote von 39 Prozent angeboten, zahlbar innerhalb von zwei Jahren ab Annahme.

Zur insolvenzrechtlichen Begleitung hat das Gericht den Dornbirner Rechtsanwalt Tobias Gisinger zum Sanierungsverwalter bestellt. Forderungen können bis zum 8. Oktober 2026 angemeldet werden. Die Sanierungsplantagsatzung ist für den 9. November 2026 anberaumt.

www.ksv.at

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