PV-Erzeugung sorgte für Überschuss
Photovoltaik machte Österreich wieder zum Strom-Exportland

| Tobias Seifried 
| 03.08.2026

Erstmals seit neun Monaten wurde im Juni wieder mehr Strom exportiert als importiert. Insgesamt waren im ersten Halbjahr 2026 an 25 Tagen Eingriffe zur Stabilisierung des Stromnetzes notwendig, was 37 Millionen Euro kostete.

Österreich hat im Juni erstmals seit neun Monaten wieder einen Stromexportüberschuss erzielt. Wie die Austrian Power Grid (APG) mitteilte, war dafür vor allem die kräftig gestiegene Stromerzeugung aus Photovoltaik verantwortlich. Sie konnte den Rückgang bei Wind- und Wasserkraft sowie den leicht gestiegenen Stromverbrauch bilanziell weitgehend ausgleichen.

Sonnenstrom gleicht Rückgänge aus

Der Stromverbrauch lag laut dem Übertragungsnetzbetreiber im Juni um 2,5 Prozent über dem Vorjahresniveau. Gleichzeitig ging die Windstromerzeugung um 15 Prozent zurück. Auch die Wasserkraft blieb demnach aufgrund trockener Witterung unter dem Vorjahreswert und verringerte sich um zwei Prozent.

Demgegenüber legte die Photovoltaik-Produktion infolge der Hitzewelle und vieler Sonnenstunden um 15 Prozent zu. Insgesamt blieb die erneuerbare Stromerzeugung damit nahezu auf dem Niveau des Vorjahres.

Erstmals seit neun Monaten wieder Exportüberschuss

Nach Angaben der APG ergab sich im Juni ein Netto-Stromexport von 218 Gigawattstunden. Im Vorjahr hatte der Exportüberschuss im Vergleichsmonat 275 Gigawattstunden betragen. An insgesamt 16 Tagen exportierte Österreich bilanziell mehr Strom ins Ausland als es importierte.

Strom Export Juni 2026 APG© APG

Vorstandssprecher Gerhard Christiner betont, dass sich einmal mehr gezeigt habe, wie eng Österreichs Stromhandelsbilanz mit der Verfügbarkeit erneuerbarer Energien verknüpft sei. Hohe Photovoltaik-Erzeugung habe Exportüberschüsse ermöglicht, während nächtliche Defizite durch Importe ausgeglichen worden seien. Die Versorgungssicherheit sei dabei jederzeit gewährleistet gewesen.

Energieaustausch gewinnt an Bedeutung

Die starken Schwankungen bei der erneuerbaren Stromerzeugung machten laut APG erneut einen intensiven Energieaustausch innerhalb Österreichs erforderlich. Die größten Stromüberschüsse wurden im Juni aus Niederösterreich und Tirol in das Übertragungsnetz eingespeist, während Wien und Kärnten die höchsten Strommengen aus dem Netz bezogen.

Gleichzeitig blieb auch das Engpassmanagement auf hohem Niveau. An 25 Tagen waren Eingriffe zur Stabilisierung des Stromnetzes notwendig. Bis Ende Juni beliefen sich die Redispatch-Kosten auf rund 37 Millionen Euro und lagen damit unter dem Vergleichswert des Vorjahres.

Christiner verweist abschließend darauf, dass die Steuerung des Stromsystems durch die stark schwankende Einspeisung erneuerbarer Energien zunehmend komplex werde. Umso wichtiger seien leistungsfähige Stromnetze sowie der nationale und internationale Energieaustausch, um Netzstabilität und Versorgungssicherheit sicherzustellen.

www.apg.at

Strombilanz Österreich – Juni 2026

  • Stromverbrauch: +2,5 Prozent gegenüber Juni 2025.
  • Photovoltaik-Produktion: +15 Prozent.
  • Windstromerzeugung: –15 Prozent.
  • Wasserkrafterzeugung: –2 Prozent.
  • Erneuerbare Stromerzeugung insgesamt nahezu auf Vorjahresniveau (–0,2 Prozent).
  • Netto-Stromexport: 218 GWh.
  • An 16 Tagen exportierte Österreich mehr Strom als es importierte.
  • Redispatch-Kosten bis Ende Juni: 37 Millionen Euro (Vorjahr: 43,5 Millionen Euro).

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Strombilanz Österreich – Juni 2026

  • Stromverbrauch: +2,5 Prozent gegenüber Juni 2025.
  • Photovoltaik-Produktion: +15 Prozent.
  • Windstromerzeugung: –15 Prozent.
  • Wasserkrafterzeugung: –2 Prozent.
  • Erneuerbare Stromerzeugung insgesamt nahezu auf Vorjahresniveau (–0,2 Prozent).
  • Netto-Stromexport: 218 GWh.
  • An 16 Tagen exportierte Österreich mehr Strom als es importierte.
  • Redispatch-Kosten bis Ende Juni: 37 Millionen Euro (Vorjahr: 43,5 Millionen Euro).

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