Prekäre Situation
Milchwirtschaft schlägt wegen Dürre Alarm

Angesichts der großen Hitze fordern Verterter:innen der Landwirtschaft ein Nothilfepaket für Österreichs Milchviehbetriebe. Die IG-Milch warnt vor Futtermangel, Wasserknappheit und einer existenziellen Belastung vieler Höfe.

In vielen Teilen Österreichs klettern die Temperaturen dieser Tage wieder Richtung 40 Grad. Die IG-Milch schlägt darum Alarm. Nach Angaben der Interessensgemeinschaft hat die anhaltende Dürre in weiten Teilen Österreichs zu massiven Problemen in der Milchviehhaltung geführt. Weiden seien ausgetrocknet, Futter wachse kaum noch nach und vielerorts würden bereits die Wintervorräte verfüttert.

"So eine Dürre habe ich in meinem Berufsleben noch nicht erlebt. Die Kühe gehen nicht mehr auf die Weide, weil kein Futter wächst und es auch viel zu heiß ist. Sie stehen im Stall und fressen das Heu für den nächsten Winter", sagt Andreas Hetzlinger, Obmannstellvertreter der IG-Milch und Milchbauer aus Oberösterreich. Die derzeitige Trockenheit sei für viele Betriebe nicht nur eine psychische Belastung, sondern eine existenzielle Bedrohung.

Futtermangel verschärft die Situation

Auch in anderen Bundesländern spitze sich die Lage zu. Stefan Scheipl, Bioheumilchbauer aus Salzburg, verweist darauf, dass aufgrund der Dürre in weiten Teilen Europas kaum mehr Futtermittel zugekauft werden könnten. Gleichzeitig signalisierten die Schlachthöfe ein steigendes Angebot und sinkende Preise. Reinhard Üblacker, Vorstandsmitglied der IG-Milch aus Niederösterreich, berichtet zudem von vertrockneten Maisbeständen und zunehmender Wasserknappheit. Die Situation werde durch zuletzt gesunkene Milchpreise bei gleichzeitig hohen Produktionskosten zusätzlich verschärft.

Forderung nach raschen Hilfsmaßnahmen

Die IG-Milch fordert daher ein umfassendes Dürre-Nothilfepaket. Dazu zählen eine Dürreausgleichszahlung von 300 Euro je Großvieheinheit in besonders betroffenen Regionen aus Mitteln des Katastrophenfonds, die Einrichtung einer nationalen Futtermittelbörse, Transportkostenzuschüsse für Futtermittel sowie die Sicherung bestehender Maisbestände als Futterersatz. Darüber hinaus spricht sich die Organisation für die Einberufung eines Krisenstabs unter Einbindung von Betroffenen und Praktiker:innen aus. Nach Ansicht der IG-Milch brauche es einen nationalen Schulterschluss, um die heimische Milchproduktion zu sichern und die Versorgung mit österreichischen Milchprodukten langfristig aufrechtzuerhalten.

www.ig-milch.at

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