Interview mit Miriam Marzura
"Ein Jubiläum bedeutet nicht nur die Vergangenheit zu würdigen, sondern sie aus neuer Perspektive zu betrachten"

Miriam Marzura, Gallery Manager & Curator of Photography der Leica Galerie Wien, stellt im LEADERSNET-Interview die neue Ausstellung von Jan von Holleben vor, die in Kooperation mit den Bregenzer Festspielen entstand. Im Fokus stehen die Entstehungsgeschichte der Werke, die kreative Partnerschaft und die spielerische Bildsprache, die neue Perspektiven auf die Operngeschichte eröffnet. 

LEADERSNET: Sehr geehrte Frau Marzura, das 80-jährige Jubiläum der Bregenzer Festspiele (LEADERSNET berichtete) ist ein historischer Meilenstein. Warum war es Leica Camera Austria ein Anliegen, dieses Jubiläum als offizieller Kooperationspartner visuell zu begleiten?

Miriam Marzura: Wir sind seit sieben Jahren offizieller Kooperationspartner der Bregenzer Festspiele. Zum 80-jährigen Jubiläum wollten wir bewusst einen anderen Weg gehen und nicht nur die klassischen "Behind the Scenes"-Einblicke zu aktuellen Inszenierungen zeigen. Deshalb entstand die Idee für eine besondere Ausstellung, die das Jubiläum aus einer neuen visuellen Perspektive erzählt. 

Auch für uns ist dieses Jahr ein besonderes: Die Leica Galerie feiert ihr 50-jähriges Jubiläum. 1976 wurde die erste Leica Galerie in Deutschland eröffnet. Heute umfasst dieses Netzwerk 27 Galerien weltweit – Orte der Begegnung, des Austauschs und der fotografischen Kultur. Umso schöner ist es, zwei Jubiläen miteinander zu verbinden und gemeinsam neue Perspektiven auf Geschichte, Inszenierung und Fotografie zu eröffnen.

LEADERSNET: Wie kam der Kontakt zwischen Leica, den Festspielen und Jan von Holleben zustande? Was hat Sie an seiner künstlerischen Idee sofort überzeugt?

Marzura: Die Idee der Ausstellung entstand gemeinsam mit Susanna Boehm, Head of Art Department der Bregenzer Festspiele. Für das 80-jährige Jubiläum hatte sie die Idee, eine Serie zu entwickeln, die nicht nur die aktuelle Bühne und die diesjährigen Inszenierungen in den Mittelpunkt stellt, sondern den Blick in die Vergangenheit richtet – mit den Bühnenmodellen vergangener Produktionen. Bei einer künstlerischen Umsetzung, die mit Kreativität, Miniaturen und dem spielerischen Umgang mit unterschiedlichen Objekten arbeitet, war Jan von Holleben (Leica Fotograf) die ideale Wahl. Seine besondere Bildsprache und sein fantasievoller Zugang haben die Bregenzer Festspiele sofort überzeugt.

LEADERSNET: Leica engagiert sich stark in der Kulturförderung. Welchen Stellenwert nimmt die Kooperation mit einer so renommierten Institution wie den Bregenzer Festspielen in Ihrer aktuellen Strategie ein?

Marzura: Der Kontakt zwischen Leica, den Bregenzer Festspielen und Jan von Holleben ist weniger aus einer klassischen Strategie entstanden, sondern aus einer echten Synergie zwischen drei Partnern, die eine gemeinsame Begeisterung für visuelles Erzählen und kulturelle Vermittlung verbindet. Die Zusammenarbeit mit den Bregenzer Festspielen ist für uns jedes Jahr etwas Besonderes, weil sie uns die Möglichkeit gibt, Fotografie mit einer der faszinierendsten Bühnenwelten Europas zu verbinden. Leica Ausstellungen entstehen nicht nur in unseren eigenen Galerien, sondern auch in Zusammenarbeit mit verschiedenen Kulturinstitutionen und Partnern. Gerade diese Kooperationen zeigen, wie vielseitig Fotografie als kulturelles Medium sein kann und wie sie neue Räume und Perspektiven eröffnet.

LEADERSNET: Jan von Holleben hat das historische Archiv buchstäblich "neu beleuchtet". Wie spiegelt dieses Projekt den Leica-Anspruch wider, das Wesentliche der Fotografie sichtbar zu machen?

Marzura: Ein Jubiläum bedeutet nicht nur die Vergangenheit zu würdigen, sondern sie aus einer neuen Perspektive zu betrachten. Jan von Holleben hat mit seiner spielerischen und kreativen Bildsprache die historischen Bühnenmodelle neu interpretiert und ihnen eine neue Lebendigkeit gegeben. Das spiegelt auch die Philosophie von Leica wider: Fotografie bedeutet für uns, den besonderen Moment zu erkennen, das Wesentliche sichtbar zu machen und Geschichten auf eine authentische und emotionale Weise zu erzählen. So entsteht aus etwas Vertrautem etwas Überraschendes – und genau darin liegt die besondere Kraft der Fotografie.

LEADERSNET: Die Bilder zeigen neue Perspektiven auf bekannte Meisterwerke der Operngeschichte. Welches Feedback oder welche Reaktionen der Ausstellungsbesucher:innen erhofft sich Leica Camera Austria von diesen ungewohnten Einblicken?

Marzura: Jan von Holleben hat historische Bühnenmodelle vergangener Inszenierungen fotografiert und ihnen neues Leben eingehaucht. Dabei dokumentiert er sie nicht einfach – er verwandelt sie.

Mit ungewöhnlichen Perspektiven, Licht und Farbe eröffnet er neue Bildwelten, in denen sich Erinnerung und Fantasie vermischen. Seine spielerische, neugierige Herangehensweise verleiht den Modellen eine neue Lebendigkeit und macht sichtbar, was normalerweise verborgen bleibt.
Gemeinsam mit Jan sind wir gespannt, wie viele Besucher:innen bekannte Bühnenbilder wiedererkennen werden – und wie viele überrascht feststellen: "So habe ich das eigentlich gar nicht in Erinnerung". 

LEADERSNET: Wenn Sie das Projekt und die Zusammenarbeit mit Jan von Holleben zusammenfassen: Was ist das Hauptziel, das Leica mit dieser Ausstellung erreicht hat?

Marzura: Das Hauptziel der Ausstellung war es, die Vielseitigkeit der Fotografie zu zeigen und neue Perspektiven auf dieses Medium zu eröffnen. Mit Jan von Holleben konnten wir eine spielerische und fantasievolle Bildsprache präsentieren, die ein breites Publikum anspricht.

Zudem möchten wir die Verbindung zwischen Fotografie, Kultur und Bühnenkunst stärken – und den Besucher:innen die Möglichkeit geben, diese besondere Erfahrung mit ausgewählten Prints* auch mit nach Hause zu nehmen. 

LEADERSNET: Vielen Dank!

Weitere Informationen zur Ausstellung finden Sie in der Infobox

www.leica-camera.com


*Alle Ausstellungs-Prints stehen in der "Live-Galerie" von Leica Camera Austria zur Ansicht bereit und können dort auch käuflich erworben werden.

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Herausgeber von LEADERSNET-ART ist Gerhard Krispl.

 

"RE-LIGHT! 80 Jahre Festspielbühnen"

Die Ausstellung "RE-LIGHT! 80 Jahre Festspielbühnen" von Jan von Holleben ist direkt im Showroom des Festspielhauses Bregenz (Platz der Wiener Symphoniker 1) zu sehen. Die Kunstwerke können dort während der gesamten Festivalsaison bis zum 23. August 2026 besichtigt werden.

 

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