Millionenpleite
Eskalierter Kundenstreit treibt Energieunternehmen in den Konkurs

| Tobias Seifried 
| 19.07.2026

Ein juristischer Konflikt um offene Projektzahlungen hat die auf PV- und Wasserkraftanlagen spezialisierte Firma in die Insolvenz gezwungen. Davor kam es zu gescheiterten Schlichtungsversuchen und einem Vertragsrücktritt.

Ein gravierender Disput mit einem Hauptauftraggeber zieht im steirischen Energiesektor weitreichende Konsequenzen nach sich. Über das Vermögen der in Raaba ansässigen Anka Energy GmbH wurde am Landesgericht für ZRS Graz ein Konkursverfahren eröffnet, wie die Gläubigerschutzverbände AKV und KSV1870 berichten. Gleichzeitig schlitterte auch die Alleingesellschafterin, die Anka Holding GmbH, mit eigenen Passiva von rund 207.000 Euro in ein paralleles Konkursverfahren.

Von der Pleite der operativen Tochtergesellschaft sind rund 15 Dienstnehmer:innen sowie rund 50 Gläubiger:innen betroffen.

Forderungskonflikt blockiert liquide Mittel

Das im Sommer 2023 gegründete Unternehmen fokussierte sich primär auf die Planung und Herstellung von Photovoltaik- und Wasserkraftanlagen sowie den dazugehörigen Komponentenhandel, wobei laut KSV-Angaben das Hauptgeschäftsfeld zuletzt im Glasfaserleitungsbau lag.

Als ursächlich für den plötzlichen Liquiditätskollaps gelten den Angaben zufolge wechselseitig bestrittene Ansprüche aus jüngst ausgeführten Projekten. Während das Energieunternehmen Außenstände von rund 842.000 Euro verbuchen wollte, habe der Auftraggeber das Management mit Gegenforderungen für Verzugspönalen und Fehlberechnungen in Höhe von 1,38 Millionen Euro konfrontiert. Nach ergebnislosen Schlichtungsversuchen trat Anka Energy im Mai dieses Jahres vom laufenden Vertrag zurück – das Ausbleiben der Zahlungen habe letztlich die Zahlungsunfähigkeit besiegelt.

Unklare Einbringlichkeit der Vermögenswerte

Die finanzielle Bestandsaufnahme der Kreditschützer weist Verbindlichkeiten von rund drei Millionen Euro aus. Demgegenüber stehen zwar zu Buchwerten geschätzte Aktiva von rund einer Million Euro, diese setzten sich jedoch im Wesentlichen aus dem Anlagevermögen und ebenjenen strittigen Projektforderungen zusammen, deren tatsächliche Einbringlichkeit im anstehenden Verfahren als äußerst fraglich gelte.

Da die Unternehmensführung eine Fortführung des operativen Betriebs als wirtschaftlich nicht darstellbar bewertet, wird kein Sanierungsplan angestrebt. Die Abwicklung des Betriebs hin zu einer geordneten Schließung obliegt nun der bestellten Insolvenzverwalterin, der CGO Insolvenzverwaltungsgesellschaft mbH (vertreten durch Otto Werschitz).

www.ksv.at

www.akv.at

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