Marktreport von Engel & Völkers
Tirols Immobilienpreise bleiben auf hohem Niveau

| Redaktion 
| 06.07.2026

Gesunkene Bauzinsen und gelockerte Finanzierungsbedingungen sorgen für mehr Transaktionen, während Qualität, Energieeffizienz und Lage bei Kaufentscheidungen zunehmend im Mittelpunkt stehen. 

Nach den bewegten vergangenen Jahren präsentiert sich der Wohnimmobilienmarkt in Tirol sowie in der Region Zell am See deutlich stabiler. Laut dem aktuellen Marktbericht von Engel & Völkers ist die Erholungsphase abgeschlossen und einer nachhaltig gefestigten Marktsituation gewichen. Niedrigere Bauzinsen und erleichterte Finanzierungsmöglichkeiten hätten dazu beigetragen, dass Kaufinteressierte wieder verstärkt aktiv würden und die Zahl der Abschlüsse in gefragten Regionen ansteige. Gleichzeitig werde der Markt stärker von Eigennutzer:innen geprägt. Käufer:innen achteten heute deutlich genauer auf Energieeffizienz, Betriebskosten und die langfristige Nutzbarkeit einer Immobilie.

"Die Kombination aus attraktiveren Finanzierungsbedingungen und dem Wunsch nach wertbeständigem Wohneigentum hat die Transaktionstätigkeit belebt", sagt Florian Hofer, Geschäftsführer von Engel & Völkers Alpenregion Tirol und Zell am See. Bei der Objektauswahl gelte zunehmend das Prinzip "Qualität vor Fläche".

Innsbruck bleibt einer der stabilsten Märkte im Alpenraum

Innsbruck zählt laut Marktbericht weiterhin zu den stabilsten Wohnimmobilienmärkten im gesamten Alpenraum. Die Nachfrage nach Wohnraum bleibe konstant hoch, während das Angebot begrenzt sei. Im Vorjahr lag der Spitzenpreis für Eigentumswohnungen bei 13.733 Euro pro Quadratmeter. Für Einfamilienhäuser wurde ein Höchstpreis von 1,68 Millionen Euro erzielt. Für das Gesamtjahr 2026 rechnet Engel & Völkers mit 950 bis 1.100 Transaktionen bei Eigentumswohnungen sowie 32 bis 42 Verkäufen von Ein- und Zweifamilienhäusern. Das Transaktionsvolumen werde auf 370 bis 450 Millionen Euro bei Eigentumswohnungen beziehungsweise 33 bis 41 Millionen Euro bei Ein- und Zweifamilienhäusern geschätzt.

"Die Nachfrage nach urbanem Wohnraum in zentralen und gut angebundenen Lagen ist unverändert hoch, während das Angebot begrenzt bleibt. Besonders gefragt sind hochwertige Eigentumswohnungen, kompakte Grundrisse und Objekte mit hoher Energieeffizienz", betont Florian Höll, Büroleiter von Engel & Völkers Innsbruck.

Im zweiten Quartal 2026 kosteten Ein- und Zweifamilienhäuser in Innsbruck durchschnittlich rund eine Million Euro. Eigentumswohnungen wurden im Schnitt um etwa 6.800 Euro pro Quadratmeter gehandelt. Besonders wertstabil seien die Toplagen geblieben. Häuser in begehrten Stadtteilen und in Gemeinden wie Igls bewegen sich laut Marktbericht zwischen 1,2 und 1,8 Millionen Euro. Für Eigentumswohnungen in diesen Lagen werden Kaufpreise zwischen 7.500 und 8.500 Euro pro Quadratmeter genannt. Höll verweist zugleich darauf, dass einfache Lagen weiterhin deutlich preissensibler reagierten.

Kitzbühel behauptet seine Spitzenposition

Kitzbühel profitiert weiterhin von seiner exklusiven Marktstellung. Vor allem rechtlich zulässige Freizeitwohnsitze seien selten und würden das Preisniveau zusätzlich stützen. Nachdem Inflation und hohe Zinsen den Markt zuletzt gebremst hatten, sei inzwischen wieder mehr Bewegung erkennbar.

"Besonders das Segment der Ein- und Zweifamilienhäuser verzeichnete 2025 eine deutliche Belebung: Die Anzahl der Transaktionen stieg nach Rückgängen in den vergangenen zwei Jahren um 23 Prozent. Der mittlere Verkaufspreis zeigt sich stabil", sagt Maria Rauscher, Geschäftsführerin von Engel & Völkers Alpenregion Tirol & Zell am See.

Im Bereich der Eigentumswohnungen sank der Quadratmeterpreis im Vorjahr auf knapp 6.400 Euro. Dennoch gehöre Kitzbühel damit weiterhin zu den teuersten Wohnungsmärkten Tirols. Gleichzeitig ging die Zahl der Wohnungsverkäufe um knapp 14 Prozent zurück. Für 2026 erwartet Engel & Völkers in sehr guten und guten Lagen stabile Preise. Eigentumswohnungen werden dort zwischen 22.000 und 30.000 Euro beziehungsweise zwischen 15.000 und 22.000 Euro pro Quadratmeter gesehen. Bei Ein- und Zweifamilienhäusern reichen die prognostizierten Kaufpreise von 7,5 bis 28 Millionen Euro in sehr guten sowie von fünf bis 10,5 Millionen Euro in guten Lagen. Nur in einfachen Lagen seien leichte Preiskorrekturen zu erwarten. Rauscher zufolge bleibe Kitzbühel auch 2026 "das internationale Premiumsegment des alpinen Wohnimmobilienmarktes".

Seefeld überwindet die Talsohle

Auch die Region Seefeld hat nach Angaben von Engel & Völkers den Wendepunkt erreicht. Die gute Anbindung an Innsbruck mache den Standort nicht nur für Zweitwohnsitzkäufer:innen interessant, sondern zunehmend auch für Familien, Eigennutzer:innen sowie ältere Menschen, die altersgerechte Immobilien suchen.

Florian Höll analysiert, nach den schwierigen Finanzierungsbedingungen der vergangenen Jahre habe der Markt die Talsohle durchschritten. Die Zahl der Verkäufe von Ein- und Zweifamilienhäusern sei 2025 gegenüber dem Vorjahr erstmals wieder um rund 16 Prozent gestiegen. Noch dynamischer habe sich der Markt für Eigentumswohnungen entwickelt, wo ein Transaktionsplus von 54 Prozent registriert worden sei. Gleichzeitig stieg der Spitzenpreis für Häuser auf mehr als 1,8 Millionen Euro und lag damit knapp 24 Prozent über dem Vorjahreswert. Die Quadratmeterpreise für Eigentumswohnungen blieben mit einem Höchstwert von 8.324 Euro hingegen weitgehend stabil.

"Da die Neubauaktivität weiterhin verhalten bleiben wird, erfährt das knappe Angebot in guten Lagen einen zusätzlichen Preistreiber", so Höll. Für 2026 werde deshalb mit anhaltend großem Interesse und einer insgesamt stabilen Preisentwicklung gerechnet.

Die Preise für Ein- und Zweifamilienhäuser liegen laut Prognose in Toplagen zwischen 1,4 und 1,8 Millionen Euro, in guten Lagen zwischen einer und 1,4 Millionen Euro sowie in einfachen Lagen zwischen 450.000 und 650.000 Euro. Eigentumswohnungen kosten in Toplagen zwischen 6.000 und 7.500 Euro pro Quadratmeter, in guten Lagen zwischen 5.000 und 6.000 Euro und in einfachen Lagen zwischen 2.800 und 3.500 Euro pro Quadratmeter.

Zell am See gewinnt weiter an Attraktivität

Das internationale Interesse an Immobilien in Zell am See bleibt laut Marktbericht hoch. Besonders Käufer:innen aus Deutschland, den Niederlanden sowie weiteren EU-Staaten würden den Markt prägen. Neben klassischen Ferienimmobilien entwickle sich auch der Hauptwohnsitzmarkt zunehmend zu einem wichtigen Segment. Darüber hinaus seien professionell betriebene Ferienapartments mit Buy-to-let-Konzept weiterhin stark nachgefragt.

"Bei Ein- und Zweifamilienhäusern nahmen die Transaktionen im Vergleich zum Vorjahr um 35 Prozent zu. Der Durchschnittspreis in diesem Segment kletterte dabei um 17 Prozent nach oben, während der Spitzenpreis bei 9,5 Millionen Euro lag. Damit knüpft das Transaktionsvolumen fast nahtlos an die historischen Spitzenjahre an", erklärt Manuel Riedlsperger, Kooperationspartner von Engel & Völkers Zell am See.

Auch der Wohnungsmarkt entwickelte sich positiv. Riedlsperger berichtet, die Zahl der Transaktionen sei um rund zehn Prozent gestiegen. Die Durchschnittspreise pro Quadratmeter hätten sich stabil gezeigt, der Höchstpreis habe 2025 bei 12.789 Euro pro Quadratmeter gelegen.

Für 2026 geht Engel & Völkers aufgrund des knappen Angebots in den besten Lagen von einer anhaltenden Wertstabilität mit punktuellen Preissteigerungen aus. Häuser in sehr guten Lagen werden zwischen 1,5 und 9,9 Millionen Euro bewertet, nachdem die Spanne 2025 noch bei 1,6 bis sieben Millionen Euro gelegen hatte. In guten Lagen bewegen sich die Preise zwischen 1,1 und 1,8 Millionen Euro. Bei Eigentumswohnungen wird eine Seitwärtsbewegung erwartet. In sehr guten Lagen liegen die Quadratmeterpreise zwischen 8.100 und 12.000 Euro, in guten Lagen zwischen 6.000 und 9.000 Euro.

Knappes Angebot bleibt entscheidender Faktor

Für die zweite Jahreshälfte 2026 sowie das Jahr 2027 erwartet Engel & Völkers eine weitere Festigung des Tiroler Immobilienmarktes. Eine flächendeckende Preisrallye sei nach Einschätzung des Unternehmens nicht zu erwarten. Maria Rauscher prognostiziert jedoch, dass das strukturelle Angebotsdefizit in begehrten urbanen und touristischen Regionen wie Innsbruck, Kitzbühel, Kufstein oder dem Zillertal in Verbindung mit verbesserten Finanzierungsmöglichkeiten mittelfristig zu zusätzlichem Preisdruck führen werde.

"Tirol bleibt ein wertstabiler Hafen. Immobilien mit hoher Lagequalität und erstklassiger Energieeffizienz sind für die Zukunft optimal positioniert. Das zukünftige Marktwachstum beruht damit weniger auf Masse, sondern primär auf Qualität, Verknappung und klaren Standortvorteilen", sagt Florian Hofer abschließend. 

www.engelvoelkers.com

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