Reparieren statt Wegwerfen
Neue Plattform macht Repair Cafés in ganz Österreich leichter auffindbar

| Larissa Bilovits 
| 14.06.2026

Eine Webseite bündelt erstmals Angebote aus dem ganzen Land an einem Ort. Dabei können Nutzer:innen nach Standorten und Terminen suchen, während Veranstalter:innen ihre Angebote selbst eintragen können.

Defekte Elektrogeräte, kaputte Fahrräder oder beschädigte Kleidung müssen nicht zwangsläufig ersetzt werden – vielmehr kann die Lebensdauer in vielen Fällen durch eine Reparatur verlängert werden. Um den Zugang zu entsprechenden Reparaturangeboten zu erleichtern, hat Re-Use Austria eine neue Online-Plattform gestartet: Unter repaircafes.at werden Repair Cafés aus ganz Österreich mit ihren Standorten und Terminen gebündelt.

Nach Angaben der Betreiber sind bereits mehr als 100 Initiativen auf der Website vertreten. Die Entwicklung der Plattform wurde von Helvetia, dem Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Klima- und Umweltschutz, Regionen und Wasserwirtschaft (BMLUK) sowie der Abfallvermeidungsförderung der Sammel- und Verwertungssysteme für Verpackungen unterstützt.

Reparieren statt entsorgen

Konkret handelt es sich bei sogenannten Repair Cafés um kostenlose Nachbarschaftstreffen, bei denen freiwillige Helfer:innen Besucher:innen bei der Reparatur von Alltagsgegenständen unterstützen. Dabei werden unter anderem Elektrogeräte, Textilien, Haushaltsgeräte oder Fahrräder wieder instand gesetzt. Neben dem eigentlichen Reparieren stehen auch Wissensaustausch und die Vermittlung praktischer Fähigkeiten im Mittelpunkt.

Laut Re-Use Austria werden in Österreich jährlich rund 15.000 Reparaturversuche in Repair Cafés durchgeführt. Etwa 67 Prozent davon verlaufen erfolgreich. Nach Angaben des Vereins können dadurch jedes Jahr rund 108 Tonnen Abfall sowie etwa 2.500 Tonnen CO₂ eingespart werden.

"Die Zahl der Reparaturversuche ist in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen. Das zeigt, dass immer mehr Menschen das Repair-Café-Prinzip schätzen. Mit der neuen Plattform wollen wir diese Bewegung sichtbarer machen und den Zugang zum Reparieren erleichtern", berichtet Matthias Neitsch, Geschäftsführer von Re-Use Austria.

Unterstützung für Ehrenamtliche

Seit 2021 unterstützt Helvetia Repair Cafés in Österreich mit einer kostenlosen Haftpflichtversicherung für ehrenamtliche Helfer:innen und Veranstalter:innen. Initiativen, die diese Absicherung nutzen, werden auf der neuen Plattform mit einem eigenen grünen Siegel gekennzeichnet.

"Repair Cafés zeigen, wie einfach Ressourcenschonung im Alltag beginnen kann. Deshalb war es uns ein besonderes Anliegen, diesen wichtigen Initiativen eine passende Plattform zu geben und sie noch sichtbarer zu machen", erklärt Werner Panhauser, Vorstand für Vertrieb und Marketing bei Helvetia.

Nach Angaben von Re-Use Austria engagieren sich mittlerweile mehr als 2.300 Freiwillige bei über 1.000 Repair-Veranstaltungen pro Jahr. Zusätzlich zur neuen Plattform findet am 24. und 25. Juni in der Helvetia-Generaldirektion am Hohen Markt in Wien ein Repair-Café-Pop-up statt, bei dem Besucher:innen gemeinsam mit freiwilligen Reparaturhelfer:innen defekte Alltagsgegenstände wieder funktionstüchtig machen können.

www.repaircafes.at

www.helvetia.com

Kommentar veröffentlichen

* Pflichtfelder.

leadersnet.TV