Otto meets Albertina
Wo Ottifanten auf Dürer treffen

| Gerhard Krispl / LEADERSNET-ART Herausgeber 
| 11.08.2026

Otto Waalkes beschert der Albertina mit seiner unverwechselbaren Bildsprache ihren wohl vergnüglichsten Auftritt seit 250 Jahren.

Was passiert, wenn Deutschlands bekanntester Comedy-Comedian auf Albrecht Dürer, Egon Schiele und Paul Klee trifft? Die Antwort lautet: "Otto meets Albertina" – eine Intervention, die so unwahrscheinlich klingt, dass sie eigentlich nur funktionieren kann.

Ein Komiker in den Prunkräumen

Seit Generationen lachen Menschen über Otto Waalkes. Seine Wortwitz-Sketche, musikalischen Parodien und legendären Filmauftritte haben ihn zur unangefochtenen Ikone der deutschsprachigen Popkultur gemacht. Weniger bekannt ist, dass der Ostfriese auch eine ernsthafte künstlerische Ausbildung vorzuweisen hat: Während er in Hamburg in einer WG mit Udo Lindenberg und Marius Müller-Westernhagen lebte, studierte er an der dortigen Hochschule für bildende Künste.

Nun hat er sein erklärtes Ziel erreicht: Zum 250-jährigen Jubiläum der Albertina lädt das Wiener Haus ihn ein, ausgewählte Meisterwerke der grafischen Sammlung in den Habsburgischen Prunkräumen neu zu interpretieren und zu kommentieren. Mit Augenzwinkern versteht sich. 

Otto meets Albertina
Albrecht Dürer, Der Flügel einer Blauracke, um 1500, 19,6 × 20 cm, Aquarell und Deckfarben, mit Deckweiß gehöht, auf Pergament © Albertina, Wien

Rasenstück trifft Rasenmäher

Die Gegenüberstellungen sind von einer verblüffenden Treffsicherheit. Albrecht Dürers berühmtes "Großes Rasenstück" von 1503 – eines der bekanntesten Aquarelle der Kunstgeschichte – bekommt Gesellschaft von einem geschäftigen Ottifanten, der mit dem Rasenmäher anrückt und dem Nürnberger Meister gefährlich nahe kommt. "Final Cut", nennt Otto Waalkes das Werk, 2026, Acryl auf Leinwand.

Auch Dürers schillernde "Blauracke" entgeht dem Ottoʼschen Blick nicht: Das schimmernde Gefieder des berühmten Flügelaquarells harmoniert verdächtig gut mit der charakteristischen Flügelkappe des Künstlers – und so wird der "ostfriesische Götterbote" auf Teegrund zum augenzwinkernden Selbstporträt.  

Otto meets Albertina
Otto Waalkes, Der ostfriesische Götterbote, 2025, 30 × 30 cm, Acryl auf Hartfaserplatte, Teegrund © 2026 Otto Waalkes

Humor als Kunstform

Was die Ausstellung letztlich zeigt: Otto Waalkes ist kein Zaungast der Kunstgeschichte, sondern ein genauer Beobachter, der ihre Motive und Stimmungen verinnerlicht hat. Seine Interventionen sind keine bloßen Witzbilder, sondern kunsthistorisch geschärfte Kommentare – informiert von jemandem, der die Originale studiert und respektiert.

Otto meets Albertina
Albertina Wien
Bis 10. Jänner 2027
www.albertina.at

 

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Herausgeber von LEADERSNET-ART ist Gerhard Krispl.

 

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