Baselitz Ausstellung
Baselitz in Salzburg: Das Spätwerk eines Unerbittlichen

| Gerhard Krispl / LEADERSNET-ART Herausgeber 
| 07.06.2026

Das Museum der Moderne widmet Georg Baselitz eine Doppelausstellung mit großformatigen Gemälden der letzten zehn Jahre.

Seit 1. April 2026 und noch bis 18. Oktober 2026 zeigt das Museum der Moderne Salzburg am Mönchsberg unter dem Titel "Baselitz jetzt" eine konzentrierte Werkschau des international renommierten Künstlers und Wahl-Salzburgers Georg Baselitz. Kuratiert wurde die Ausstellung von Harald Krejci und Tina Teufel, mit kuratorischer Assistenz von Eva Wiegert und Magdalena Zilcher

Im Mittelpunkt stehen großformatige, späte Gemälde, die Baselitz in den vergangenen zehn Jahren malte – darunter beeindruckende Doppelporträts, die Themen wie Alter, Schwäche und Vergänglichkeit reflektieren, aber auch die eigene Biografie des Künstlers und die seiner Frau Elke.

Baselitz
Baselitz jetzt, Ausstellungsansicht, Museum der Moderne Salzburg, 2026, © Museum der Moderne Salzburg, Foto: wildbild, Herbert Rohrer

Steht seit sechzig Jahren Kopf

Baselitz, 1938 geboren, gehört zu den zentralen Figuren der deutschen Nachkriegskunst. Seit den 1960er Jahren hat er das Verhältnis von Figur, Geschichte und malerischer Geste mit einer Radikalität befragt, die bis heute nachwirkt. Sein bekannstes Stilmittel – auf den Kopf gestellte Motive – ist dabei nie bloßes Wiedererkennungszeichen, sondern Methode der Verfremdung, ein bewusstes Hindernis gegen allzu schnelle Lesbarkeit. Baselitz ist Mitglied der französischen Académie des Beaux-Arts. 

Keine stille Altersweisheit

Das Spätwerk, das "Baselitz jetzt" zeigt, ist keine stille Altersweisheit. Die Gestik wird freier, der Bildraum offener, die Figuren bewegen sich zwischen Auflösung und Behauptung – von großer malerischer Souveränität und zugleich demonstrativer Brüchigkeit geprägt.

Baselitz
Baselitz jetzt, Ausstellungsansicht, Museum der Moderne Salzburg, 2026, © Museum der Moderne Salzburg, Foto: Andrew Phelps

Ein Geschenk im siebenstelligen Bereich

Zur Ausstellungseröffnung machte Baselitz dem Museum ein außergewöhnliches Geschenk: Er überließ dem Haus sein Werk "Weißes Bett" als Schenkung. Der Schätzwert dürfte im siebenstelligen Bereich liegen. 

Im Juli geht es weiter

Ein zweiter Ausstellungsteil folgt ab 3. Juli 2026 im Rupertinum in der Salzburger Altstadt – dort werden frühe Zeichnungen zu sehen sein, die gemeinsam mit dem Mönchsberg-Teil den Bogen vom Frühwerk bis zum monumentalen Spätwerk spannen. Ermöglicht wird die Ausstellung durch eine Sonderförderung des Landes Salzburg sowie eine private Förderung, mit Unterstützung der Galerie Thaddaeus Ropac.

Baselitz jetzt
Museum der Moderne Salzburg
Noch bis 18. Oktober 2026
www.museumdermoderne.at

 

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Herausgeber von LEADERSNET-ART ist Gerhard Krispl.

 

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