Mobile Day: Messaging Apps überholen Social Media

Handel kann von Chatbots profitieren.

Der Trend Mobile ist aus unserem Alltag nicht mehr wegzudenken und ein Ende der zunehmenden Nutzung dieses Kanals ist nicht absehbar. Diese Entwicklung stellt auch den Handel vor neue Herausforderungen, bietet jedoch auch Chancen. Am Mobile Day Vienna informierten namhafte Experten der Branche in dieser Woche über die neuesten Entwicklungen in den Bereichen Retail und POS. Gastgeber Harald Winkelhofer, CEO des Veranstalters IQ mobile, eröffnete das Event mit seiner Keynote zum Thema „Mobile Excellence in Retail & POS", in der er auch einige innovative Beispiele präsentierte. Das Nutzerverhalten und die Customer Journey änderten sich grundlegend – weg vom linearen Verlauf und hin zu einer Vielzahl verschiedener Touchpoints.

Frauen am besten über digitale Kanäle und Bewegtbild zu erreichen

„Generell wird viel über Social Media gesprochen, der steigenden Nutzung von Messaging Apps wird dabei jedoch oft keine Bedeutung geschenkt", so Winkelhofer. „Dabei haben die vier größten Messaging Apps weltweit – WhatsApp, Facebook Messenger, WeChat und Vine – die Social Media-Nutzung längst überholt." Chatbots – Programme, die via Messaging App angesteuert werden – nannte Winkelhofer als ein Beispiel für neue Geschäftsmodelle, von denen der Handel profitieren kann. Diese Chatbots sind textbasierte Dialogsysteme, die einen Ansprechpartner simulieren und so mit dem User kommunizieren.

Auch in der Kommunikationsarbeit ortete er einen Wandel, der ein Umdenken notwendig mache. Noch immer werde das Gros der Werbeetats in klassische Mediengattungen investiert. Doch wären gerade Frauen zum Beispiel am besten über digitale Kanäle und Bewegtbild zu erreichen, wie eine Studie aus dem Dentsu Aegis Network zeige. Abschließend betonte Winkelhofer, dass der Paradigmenwechsel im Handel nicht bedeute, dass das Neue das Alte ersetzen werde. Es gehe vielmehr um eine Kombination von Offline und Online. Marken stehen damit vor großen Herausforderungen. Um diese erfolgreich zu bewältigen, nannte Winkelhofer vier Erfolgsfaktoren: Technologie, Integration von Offline und Online, Data und Kreativität.

Mobile, App Push und Markenerlebnis

Francois Roloff, Managing Director von madvertise media, widmete sich dem Thema „Click-to-Shop – Mobile Advertising Konzepte für den Handel". Roloff betonte die Diskrepanz zwischen mobilen Werbespendings – in Deutschland liege der Anteil bei rund zwei Prozent –  und der hohen Nutzung von Smartphones: „Der mobile Kanal fungiert heute bereits als Recherchetool Nummer eins, Unternehmen sollten daher ihre Strategien darauf ausrichten."

Auch Jan Karnath, Managing Director App Media, betonte, dass sich künftig kein Unternehmen der Entwicklung in Richtung Mobile entziehen könne. Er ging der Frage nach „Wie akquiriere ich die richtigen High Quality App User im Bereich Retail?" – also User, die eine App downloaden, nachhaltig nutzen und in der Folge Umsatz generieren. Er erklärte anhand eines Beispiels, wie eine App Push-Kampagne funktioniert und was dies für eine Marke bewirken kann.

Thomas Mayer, Vice President Brand Communication bei T-Mobile Austria, erklärte, wofür die Marke T-Mobile heute steht und verriet, wie der jüngste Veränderungsprozess vonstatten ging. Grundsätzlich ortet Mayer im Mobilfunk ein eher geringes Involvement, die Marke entstehe demnach dort, wo sie erlebt wird – und das sind unterschiedliche Touchpoints. Daher steht das Thema Omni-Channel ganz oben auf der Agenda. Ein Shop müsse ein einheitliches Bild ergeben, Mitarbeiter werden zu Beratern mit unterschiedlichen Funktionen und müssen die Marke verstehen, verinnerlichen und anwenden. (as)

www.iq-mobile.at

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