Neue Umfrage zum Onlinehandel
Online-Shopper bündeln wegen Paketsteuer ihre Bestellungen

Vier von fünf Internet-Einkäufer:innen haben ihre Bestellgewohnheiten seit Einführung der neuen Abgabe angepasst. Der stationäre Handel profitiert davon bislang kaum.

Die österreichische Paketsteuer zeigt Wirkung, allerdings nicht unbedingt in der Form, die sich der stationäre Handel erhoffen könnte. Laut einer aktuellen Umfrage von marktguru unter 1.504 App-Nutzer:innen haben 81 Prozent der befragten Online-Shopper:innen ihr Einkaufsverhalten seit der Einführung der Abgabe Anfang Oktober verändert. Lediglich 15 Prozent geben an, weiterhin wie bisher einzukaufen.

Die häufigste Reaktion ist das Zusammenfassen mehrerer Artikel zu einer Bestellung. 53 Prozent der Befragten nutzen diese Möglichkeit, um die zusätzlichen Kosten möglichst gering zu halten. 43 Prozent bestellen insgesamt seltener im Internet.

Vielbesteller:innen bündeln besonders häufig

Vor allem regelmäßige Online-Kund:innen reagieren auf die zusätzlichen Kosten. Unter jenen, die mehrmals pro Woche oder Monat bestellen, bündeln bereits 67 Prozent ihre Einkäufe. Bei Gelegenheitsbesteller:innen liegt dieser Anteil bei 37 Prozent.

Eine Verlagerung in den stationären Handel ist dagegen nur begrenzt zu beobachten. Acht Prozent der Befragten kaufen mittlerweile im Geschäft, was sie zuvor online bestellt haben. Vier Prozent gehen den umgekehrten Weg. Weitere sieben Prozent nutzen häufiger Click & Collect, bestellen also online und holen ihre Waren anschließend im Geschäft ab.

"Die Menschen reagieren pragmatisch auf die Paketsteuer: Die meisten sammeln ihre Einkäufe und bestellen seltener. Ins Geschäft verlagert sich dabei wenig", erklärt Patrick Dainese, CEO von marktguru.

Paketsteuer bekannt, Verwendungszweck weniger

Obwohl die Abgabe erst seit wenigen Wochen gilt, ist sie bei den befragten Online-Shopper:innen bereits weitgehend bekannt. 98 Prozent haben davon gehört. Unter jenen, die im Oktober online eingekauft haben, ist rund neun von zehn Personen der Aufschlag aufgefallen.

Allerdings herrscht bei den Details Unsicherheit. Nur 44 Prozent geben an, genau zu wissen, welche Onlineshops betroffen sind. Weitere 44 Prozent wissen es ungefähr, 13 Prozent gar nicht.

Auch der Verwendungszweck ist vielen unklar. 54 Prozent wissen nach eigenen Angaben nicht, wofür die Einnahmen eingesetzt werden sollen. Bei den 18- bis 29-Jährigen beträgt dieser Anteil sogar 67 Prozent.

Die seit 1. Oktober 2026 geltende Paketsteuer beträgt grundsätzlich zwei Euro je Paket oder alternativ je Bestellung. Wird sie an Kund:innen weiterverrechnet, ergibt sich inklusive Umsatzsteuer ein Aufschlag von 2,40 Euro. Betroffen sind Versandhändler beziehungsweise Online-Marktplätze mit mehr als 100 Millionen Euro inländischem Versandhandelsumsatz im vorangegangenen Wirtschaftsjahr. Die Einnahmen dienen unter anderem der Gegenfinanzierung der Mehrwertsteuersenkung auf ausgewählte Lebensmittel.

Auswirkungen auf die Black Week

Auch beim bevorstehenden Aktionseinkauf könnte die Paketsteuer eine Rolle spielen. 22 Prozent der Befragten planen, während der heurigen Black Week überhaupt nichts zu kaufen. Von dieser Gruppe nennen 57 Prozent die Paketsteuer als Grund. Bezogen auf sämtliche Befragten entspricht das rund 13 Prozent.

Ein Drittel will dagegen an den Einkaufsgewohnheiten des Vorjahres festhalten. 18 Prozent planen, hauptsächlich online einzukaufen, elf Prozent sowohl online als auch stationär und fünf Prozent überwiegend im Geschäft. Rund ein weiteres Drittel ist noch unentschlossen.

Ob sich das veränderte Bestellverhalten langfristig etabliert, bleibt abzuwarten. "Ob das neu erlernte Bestellverhalten zur dauerhaften Gewohnheit wird, wird das Jahresendgeschäft rund um Black Week und Weihnachten zeigen", so Dainese.

www.marktguru.at

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