Fotos der Feier
Felix Dvorak versammelte zum 90er vertraute Gesichter im Schreiberhaus

| Janet Teplik 
| 05.11.2026

Mit persönlichen Erinnerungen und viel Humor würdigten Familie und prominente Wegbegleiter:innen das bewegte Künstlerleben des Jubilars. Dabei rückte auch der Mensch hinter den vielen Rollen in den Mittelpunkt.

Ein Stück seiner Bühnengeschichte ist im Schreiberhaus längst zu Hause. Fotos, Karikaturen und Erinnerungsstücke erzählen im Felix-Dvorak-Stüberl vom künstlerischen Leben seines Namensgebers. Am 4. November 2026 kamen weitere Erinnerungen hinzu, als Felix Dvorak seinen 90. Geburtstag im Wiener Heurigen in Neustift am Walde feierte. Familie, Freund:innen und langjährige Wegbegleiter:innen fanden sich dort ein, wo den Schauspieler, Kabarettisten, Autor und früheren Intendanten eine jahrzehntelange Freundschaft mit Hausherrn Leopold "Poldi" Huber verbindet. 

Erst im September hatte Huber selbst gemeinsam mit seiner Familie und rund 350 Gästen im Schreiberhaus auf fünf Jahrzehnte als Gastgeber zurückgeblickt (LEADERSNET berichtete). Nun galt das Fest seinem langjährigen Freund. Für Dvorak hatte die Wahl des Ortes entsprechend persönliche Bedeutung. "Vor vier Jahren hat Poldi Huber hier im Schreiberhaus ein eigenes Felix-Dvorak-Stüberl eingerichtet. Dass ich nun ausgerechnet an diesem besonderen Ort im Kreise so vieler lieber Freunde meinen 90. Geburtstag feiern darf, freut mich ganz besonders und bedeutet mir sehr viel", erklärte der Jubilar.

Freundschaften über Bühne und Politik hinaus

Unter den Gratulant:innen waren unter anderem Michael Ludwig (Bürgermeister von Wien), Erwin Pröll (ehemaliger Landeshauptmann von Niederösterreich), Chris Lohner (Moderatorin), Erwin Steinhauer (Schauspieler), Gabriele Jacoby (Schauspielerin), Helga Papouschek (Schauspielerin), Ingrid Klingohr (Film- und Fernsehproduzentin), Dieter Chmelar (Journalist, Moderator und Kabarettist), Christian Reichhold (ORF-Journalist und Moderator), Claudia Suppan (Galeristin) sowie Nina Klein (Mitgründerin der PR-Agentur Sister Act).  Auch Dvoraks Schwiegersohn, Autor Georg Markus, feierte mit. 

Wie unterschiedlich die Lebenswege sein können, aus denen eine langjährige Freundschaft entsteht, beschrieb Pröll. "Felix und ich sind ideologisch vollkommen unterschiedlich positioniert. Das hat zwischen uns beiden aber nie eine Rolle gespielt. Und zwar aus einem ganz einfachen Grund: Vom ersten Augenblick unseres Zusammentreffens an hat es zwischen uns persönlich einfach gestimmt."

Steinhauers Verbindung zum Jubilar begann hingegen mit der Bewunderung für dessen Arbeit, noch bevor er selbst seinen Weg auf die Bühne fand. "Ich bin wirklich immer ein großer Fan von ihm gewesen. Schon zehn Jahre, bevor ich begonnen habe, war er in den 60er-Jahren mit seiner legendären Kabarettgruppe aktiv. Ich habe seinen Humor immer sehr geschätzt und er war mir deshalb immer nah."

Persönliche Erinnerungen an gemeinsame Theaterjahre

Auch die Schauspielkolleginnen blickten auf gemeinsame Erfahrungen zurück. Jacboy würdigte Dvorak aus zwei beruflichen Perspektiven. "Ich kenne den lieben Felix schon viele Jahre und schätze ihn sehr, sowohl als Schauspielpartner als auch als Regisseur. Er ist ein ganz, ganz lieber Mensch."

Papouschek erinnerte sich vor allem an seinen Humor. "Es gab viele schöne und lustige Momente, an die ich mich gerne zurückerinnere. Der Felix hat es immer wieder geschafft, mich zum Lachen zu bringen. Das ist etwas, das mir besonders in Erinnerung geblieben ist."

Diese Erinnerungen führten zugleich durch ein Berufsleben, das zunächst in eine andere Richtung gewiesen hatte. Dvorak erlernte das Zuckerbäckerhandwerk, ehe er sich dem Theater zuwandte. Engagements führten ihn unter anderem ans Theater in der Josefstadt, ans Volkstheater und ans Theater an der Wien. Mit seinen Sprachparodien trat er auch international auf, darunter in Paris und Las Vegas. Daneben schrieb er Drehbücher, Theaterstücke und humoristische Bücher und wirkte an zahlreichen Fernsehsendungen mit. Die gemeinsam mit Peter Lodynski entwickelte "Flohmarkt Companie" wurde in Montreux mit der Goldenen Rose ausgezeichnet, "Mad in Austria" erhielt dort die Bronzene Rose. Als langjähriger Intendant prägte Dvorak zudem das Theatergeschehen in Berndorf, Mödling und Weitra.

Der Mensch hinter den Rollen

Beim Geburtstagsabend verbanden Huber und Dvoraks Enkel Mathias Hadwiger diesen künstlerischen Rückblick mit einer persönlichen Würdigung. In ihrer Laudatio erinnerten sie an Stationen seiner Karriere und seinen Beitrag zum österreichischen Theater. Anschließend richtete Hadwiger den Blick auf seinen Großvater abseits der Öffentlichkeit und sprach über dessen Herzlichkeit, Humor und Verbundenheit mit der Familie.

Mit Dvorak feierten seine Töchter Daniela Markus und Katja Löwy sowie seine Enkel Mathias Hadwiger und Simon Löwy. Zu seiner Familiengeschichte gehört auch seine 2021 verstorbene Ehefrau Elisabeth, mit der er mehr als 60 Jahre verheiratet war.

Was den Jubilar für die Menschen in seinem Umfeld ausmacht, fasste Gastgeber Huber in seiner Wortmeldung zusammen. "Felix ist für mich weit mehr als ein großartiger Künstler. Er ist vor allem ein wunderbarer Mensch und ein Freund, mit dem mich unzählige schöne Erinnerungen verbinden. Bei all seinen Erfolgen ist er immer bodenständig geblieben und hat nie vergessen, was im Leben wirklich zählt, die Familie, die Freundschaft und die Menschen, die einem nahestehen. Dass wir heute seinen 90. Geburtstag hier im Schreiberhaus gemeinsam feiern dürfen, bedeutet mir persönlich unglaublich viel."

So führte der Abend durch viele Jahrzehnte auf und hinter der Bühne – und immer wieder zurück zu den Menschen, die Dvorak auf diesem Weg begleitet hatten.

Einen Eindruck vom Geburtstagsfest können Sie mittels Galerie gewinnen.

www.felixdvorak.at

www.dasschreiberhaus.at

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