In den Konkurs geschlittert
Anlagenbauer muss nach Millionenpleite schließen

| Tobias Seifried 
| 04.11.2026

Das seit mehr als 50 Jahren bestehende Unternehmen ist in den Konkurs geschlittert und strebt keine Sanierung an. Nach Abschluss laufender Arbeiten soll der Betrieb mit mehr als 40 Mitarbeiter:innen zusperren.

Über das Vermögen der Kaiser-Gesellschaft m.b.H. mit Sitz in Deutschfeistritz ist am Landesgericht für Zivilrechtssachen Graz ein Konkursverfahren eröffnet worden. Von der Insolvenz sind nach Angaben von KSV1870 und Alpenländischem Kreditorenverband (AKV) 87 Gläubiger:innen und 44 Dienstnehmer:innen betroffen.

Die Passiva werden mit rund 7,42 Millionen Euro beziffert, denen Aktiva von rund 3,88 Millionen Euro gegenüberstehen. Laut AKV entfielen rund 4,87 Millionen Euro der Verbindlichkeiten auf Banken und etwa 2,39 Millionen Euro auf Lieferant:innen. Die übrigen Forderungen beträfen unter anderem Beschäftigte und Abgaben.

Seit 1973 im Anlagenbau tätig

Das 1973 gegründete Unternehmen plant und produziert Betonmischanlagen für die Transportbeton- und Fertigteilindustrie sowie Förder- und Recyclinganlagen. Darüber hinaus werden Umbauten, Ersatzteile und Serviceleistungen für nationale und internationale Kund:innen angeboten.

Geschäftsführer und 90-Prozent-Gesellschafter ist Gernot Kaiser, die übrigen zehn Prozent hält Helga Kaiser. Als Prokurist fungiert Wolfgang Kober.

Verlustreiche Großprojekte belasteten das Unternehmen

Insolvenzursachen gibt es laut eigenen Angaben mehrere. Demnach hätten stark gestiegene Materialpreise und Produktionskosten dazu geführt, dass mehrere Großprojekte in den Jahren 2023 und 2024 aufgrund vertraglich festgelegter Fertigstellungstermine nur mit Verlust abgeschlossen werden konnten. Dadurch habe sich ein negatives Eigenkapital ergeben.

In weiterer Folge seien wichtige Aufträge ausgeblieben, weil die für Ausschreibungen und Vergabeverfahren erforderlichen Liquiditätskennzahlen nicht mehr nachgewiesen werden konnten. Zusätzliche Kostensteigerungen und geopolitische Entwicklungen hätten die Margen weiter unter Druck gesetzt.

Investor stieg aus

Eine bereits geplante Investorenbeteiligung sei laut AKV im Oktober 2026 überraschend beendet worden. In der Folge habe die Hauptbank den Betriebsmittelrahmen gesperrt. Lieferanten- und Dienstnehmerforderungen hätten daraufhin nicht mehr bedient werden können, wodurch letztlich die Zahlungsunfähigkeit eingetreten sei.

Als Vermögenswerte werden unter anderem Betriebs- und Geschäftsausstattung, Lagerbestände, Forderungen sowie betrieblich genutzte Liegenschaften angeführt. Darüber hinaus gebe es mehrere nahezu fertiggestellte Projekte. Die daraus erwarteten Erlöse beziehungsweise noch auszuführenden Arbeiten würden vom Anlagenbauer mit rund 4,38 Millionen Euro bewertet.

Keine Sanierung geplant

Eine Fortführung oder Sanierung des Unternehmens wird nicht angestrebt. Nach der Fertigstellung noch laufender Arbeiten soll der Betrieb geschlossen und die Gesellschaft liquidiert werden.

Zur Insolvenzverwalterin wurde die Kohlfürst Rechtsanwalts GmbH, vertreten durch Stefan Kohlfürst, bestellt. Forderungen können bis zum 31. Dezember 2026 angemeldet werden. Die Berichts- und Prüfungstagsatzung ist für den 14. Jänner 2027 angesetzt.

www.ksv.at

www.akv.at

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