Fotos des österreichisch-serbischen Treffens
Wirtschaftsforum lotete Chancen rund um die Expo 2027 aus

Beim Austausch im Casino Baden diskutierten Vertreter:innen aus Wirtschaft und Politik über die Zusammenarbeit mit Serbien. Heimische Unternehmen können sich bereits für eine Präsentation im österreichischen Pavillon bewerben.

Wenn Belgrad im kommenden Jahr zur Expo lädt, will Österreich die internationale Aufmerksamkeit auch für seine Unternehmen nutzen. Welche Möglichkeiten sich daraus für die wirtschaftliche Zusammenarbeit mit Serbien ergeben, beschäftigte am 2. November das Österreichisch-Serbische Wirtschaftsforum (ÖSWF) im Casino Baden. Der Wirtschaftsabend brachte Vertreter:innen aus Politik, Interessenvertretungen und Unternehmen zusammen, um über bestehende Verbindungen und mögliche neue Partnerschaften zu sprechen. 

Niederösterreichs Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner verwies dabei auf die langjährigen gesellschaftlichen, kulturellen und wirtschaftlichen Beziehungen zu Serbien. Eine Verbindung schaffe auch die Donau, etwa über die Zusammenarbeit in der Arbeitsgemeinschaft der Donauländer. Mit Blick auf die bevorstehende Weltausstellung sagte sie: "In der Expo liegt sehr viel Potenzial, das wir gemeinsam nutzen können und werden."

Bestehende Beziehungen als Ausgangspunkt

Die wirtschaftliche Zusammenarbeit beginnt dabei auf einer bereits breiten Basis. Nach Angaben der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ) sind mehr als 800 österreichische Unternehmen in Serbien aktiv. Im Jahr 2025 exportierten heimische Betriebe Waren im Wert von rund 1,2 Milliarden Euro in das Land. Die Expo soll dazu beitragen, bestehende Kontakte zu vertiefen und neue Geschäftsbeziehungen anzustoßen. 

Auch beim Wirtschaftsabend wurde die Bedeutung des serbischen Marktes hervorgehoben. "Für die Industrie ist Serbien ein sehr wichtiger Partner", erklärte Michaela Roither, Geschäftsführerin der Industriellenvereinigung Niederösterreich. Christian Moser, Vizepräsident der Wirtschaftskammer Niederösterreich, formulierte seine Erwartungen an die Weltausstellung bildhaft: "Die Expo ist ein Turbo und ein großes Fenster, das hier aufgehen kann."

Mikl-Leitner sprach zudem über die Rahmenbedingungen für Investitionen in Niederösterreich. Sie verwies auf Unternehmen und Beschäftigte am Standort, auf Investitionen in Forschung und Wissenschaft sowie auf die "Taskforce Wirtschaft", die Investitionsvorhaben unterstützen soll. 

Vernetzung über Landesgrenzen hinweg

Wie sich die Zusammenarbeit weiterentwickeln lässt, war auch Thema einer Diskussionsrunde. ÖSWF-Präsident Martin Kurschel bezeichnete es als "große Mission", das "wechselseitige Potenzial zu heben". Vizepräsident Zoran Subašić sah in der Expo angesichts der erwarteten Millionen Besucher:innen eine Gelegenheit für den Austausch. 

Simon Ortner, Leiter der Abteilung Internationale und Europäische Angelegenheiten des Amtes der NÖ Landesregierung, verwies auf die internationale Zusammenarbeit Niederösterreichs. Als Beispiele nannte er die Arbeitsgemeinschaft der Donauländer und die EU-Donauraumstrategie. Eva-Maria Abpurg, Prokuristin von Beyond Gravity Austria, hob die Funktion des Wirtschaftsforums als zentrale Anlaufstelle für Unternehmer:innen hervor. 

Das ÖSWF vernetzt seit 2010 Unternehmen, Investor:innen und Entscheidungsträger:innen aus Österreich, Serbien und der Republika Srpska. Die Begrüßung in Baden übernahm Unternehmensberater Olivier Scherlofsky im Namen des Vereins, durch die Veranstaltung führte Paul Leitenmüller, CEO von Opinion Leaders Network.

Österreich setzt im Pavillon auf die Donau

Einen konkreten Rahmen für weitere Begegnungen soll die Expo selbst bieten. Die spezialisierte Weltausstellung findet vom 15. Mai bis 15. August 2027 unter dem Motto "Play for Humanity – Sport and Music for All" statt. Es ist die erste spezialisierte Expo im Westbalkan. Erwartet werden mehr als vier Millionen Besucher:innen. 

Österreich beteiligt sich mit einem Pavillon unter dem Motto "Join the Flow". Im Mittelpunkt steht eine digitale Donau, die als interaktive Medieninstallation durch den Ausstellungsraum führt. Sie verbindet Themen wie Industrie, Innovation, Natur und Nachhaltigkeit (LEADERSNET berichtete). 

Alf Netek von der Wirtschaftskammer Österreich kündigte beim Wirtschaftsforum an, auf der Expo "die Leistungsfähigkeit, Vielfalt, Innovation, Kultur und Gastfreundschaft unseres Landes präsentieren" zu wollen. 

Einreichungen für das Innovation Lab laufen

Für Unternehmen und Forschungseinrichtungen gibt es dafür bereits eine Beteiligungsmöglichkeit. Im Innovation Lab des Österreich-Pavillons sollen ausgewählte Entwicklungen in wechselnden Präsentationen vorgestellt werden. Gesucht werden unter anderem Projekte aus den Bereichen KI, Energie- und Umwelttechnologien, Mobilität, Luft- und Raumfahrt sowie Robotik.

Bewerbungen sind laut WKÖ noch bis 29. November 2026 möglich. Teilnehmen können unter anderem Start-ups, Ein-Personen-Unternehmen, KMU, Großunternehmen und Hochschulen. Die Teilnahme ist kostenlos. Eine Fachkommission soll im Dezember über die Auswahl entscheiden. Damit erhält die in Baden diskutierte Zusammenarbeit einen konkreten nächsten Schritt – von der Vernetzung zur Präsentation eigener Entwicklungen vor internationalem Publikum.

Einen Eindruck von der Veranstaltung können Sie mittels Galerie gewinnen. 

www.oesw.org

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