Konkursverfahren eröffnet
Traditionsreiche Baufirma schlittert in Millionenpleite

| Tobias Seifried 
| 28.10.2026

Hohe Forderungsausfälle, gezogene Bankgarantien und der Ausfall der Führungsebene haben den Spezialisten für Hochbau, Tiefbau, Vollwärmeschutz und Baustoffhandel in den Konkurs getrieben.

Die anhaltende Flaute in der heimischen Bauwirtschaft haben einen weiteren traditionsreichen Betrieb erfasst: Über das Vermögen der in Grödig ansässigen GD-50 Bau GmbH (vormals FBS-Bau Gesellschaft m.b.H.) wurde am Landesgericht Salzburg auf Eigenantrag ein Konkursverfahren eröffnet.

Wie aus den Erhebungen der Kreditschutzverbände KSV1870 und AKV hervorgeht, führten massive Kaskadeneffekte im Konzernumfeld zur Zahlungsunfähigkeit. Von dem Verfahren sind 28 Dienstnehmer:innen (22 Arbeiter:innen, sechs Angestellte) sowie mindestens 21 Gläubiger:innen betroffen.

Außenstände als Auslöser 

Das 1974 gegründete Unternehmen ist im Hoch- und Tiefbau, in der Verarbeitung von Vollwärmeschutzsystemen sowie im Baustoffhandel tätig. Unter der Leitung der Geschäftsführerin Lydia Tschuden sei der Betrieb vor allem durch erhebliche Zahlungsausfälle bei offenen Forderungen für bereits erbrachte Bauleistungen in Schräglage geraten. 

So müssten den Angaben zufolge aushaftende Forderungen im Ausmaß von rund 720.000 Euro großteils als uneinbringlich wertberichtigt werden. Die dadurch entstandene Liquiditätslücke, die Ziehung einer Bankgarantie sowie das Ausscheiden einer Führungskraft und der gesundheitlich bedingte Ausfall der Geschäftsführung hätten den Betrieb schließlich zum Einsturz gebracht, so die Gläubigerschützer:innen.

Verbindlichkeiten in Millionenhöhe

Die exakte Höhe der aktuellen Passiva ist im Verfahren erst zu erheben. Einen Ansatzpunkt liefert die aktuellste Bilanz, die Verbindlichkeiten von rund 1,74 Millionen Euro auswies. Dem stehen Fuhrpark, Werkzeuge, Maschinen, ein Kran sowie Forderungsansprüche gegenüber.

Der Geschäftsbetrieb ist vorerst aufrecht. "Es bleibt nun die Prüfung des Masseverwalters abzuwarten, ob eine Fortführung weiterhin möglich ist", so Elisabeth Eppich vom KSV1870, Standort Salzburg.

Zum Insolvenzverwalter wurde Harald Kronberger aus Salzburg bestellt. Gläubigerforderungen können bis zum 6. Jänner 2027 angemeldet werden; die erste Prüfungstagsatzung wurde für den 20. Jänner 2027 anberaumt.

www.ksv.at

www.akv.at

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