Fotos von der Veranstaltung in Wien
ÖGNI-Symposium mit Ban Ki-moon rückte nachhaltige Transformation in den Fokus

Der ehemalige UN-Generalsekretär sprach über Klimaschutz, internationale Zusammenarbeit und gesellschaftliche Verantwortung. Weitere Schwerpunkte bildeten die Herausforderungen der Immobilienwirtschaft sowie praxisorientierte Lösungsansätze aus drei Arbeitsgruppen.

Am 22. Oktober 2026 veranstaltete die Österreichische Gesellschaft für Nachhaltige Immobilienwirtschaft (ÖGNI) zum zweiten Mal ihr Nachhaltigkeitssymposium. Fachleute aus Deutschland, Österreich und der Schweiz hatten sich im Vorfeld mit verschiedenen Herausforderungen einer zukunftsfähigen Entwicklung auseinandergesetzt und dafür praxisnahe Lösungsansätze erarbeitet. Im Mittelpunkt standen unter anderem die Kreislaufwirtschaft, digitale Technologien sowie die Bedeutung von Städten und Gemeinden für den ökologischen und gesellschaftlichen Wandel. Die Ergebnisse wurden im Rahmen der Veranstaltung in Wien vorgestellt.

Ban Ki-moon appellierte an gemeinsame Verantwortung

Zu den prominenten Gästen des Symposiums zählte der ehemalige UN-Generalsekretär Ban Ki-moon. Er sprach mit Moderatorin Manuela Raidl über internationale Herausforderungen, die Bedeutung der Vereinten Nationen und den Stellenwert von Bildung bei gesellschaftlichen Veränderungsprozessen. Auch der Klimaschutz war ein zentrales Thema des Gesprächs.

Ban Ki-moon ging dabei auf seine frühere Tätigkeit an der Spitze der Vereinten Nationen ein. Während seiner Amtszeit habe er sich dafür eingesetzt, friedliche Beziehungen zwischen Staaten zu fördern und Menschen ein Leben in Sicherheit und Frieden zu ermöglichen. Die Einladung zum Symposium zeige ihm, dass die Veranstalter:innen diese Anliegen ebenfalls unterstützen würden.

"Ich hoffe deshalb, dass dieser Abend eine Gelegenheit bietet, ernsthaft darüber nachzudenken, wie wir alle zu Frieden, Sicherheit, nachhaltiger Entwicklung, Menschenrechten und der Überwindung von Armut beitragen können – nicht nur als politische oder wirtschaftliche Führungskräfte, sondern auch als Privatpersonen", erklärte Ban Ki-moon.

Damit unterstrich der frühere UN-Generalsekretär, dass die Bewältigung globaler Herausforderungen gemeinsame Anstrengungen erfordere und die Verantwortung dafür nicht ausschließlich bei politischen und wirtschaftlichen Entscheidungsträger:innen liege. 

Klimaschutz erfordert Veränderungen auf struktureller Ebene

Einen weiteren inhaltlichen Schwerpunkt setzte die Klimajournalistin Louisa Schneider. In ihrem Impulsvortrag thematisierte sie die Auswirkungen der Klimakrise und beschäftigte sich mit den Voraussetzungen für wirksame Gegenmaßnahmen.

Dabei machte sie deutlich, dass die Verantwortung für den Klimaschutz nicht in erster Linie einzelnen Bürger:innen übertragen werden dürfe. Vielmehr seien Politik und Wirtschaft gefordert, entsprechende Rahmenbedingungen zu schaffen.

"Klimaschutz ist eine klare Systemfrage – wir dürfen die Verantwortung nicht länger auf das Individuum und die Selbstverantwortung der Bürger:innen abwälzen", sagte Schneider.

Nach ihrer Einschätzung brauche es politische und wirtschaftliche Strukturen, durch die nachhaltiges Verhalten zum Regelfall werde. Entscheidend sei dabei die Bereitschaft der maßgeblichen Akteur:innen, grundlegende Veränderungen voranzutreiben. Nur auf diese Weise könnten aus Nachhaltigkeitszielen konkrete und messbare Fortschritte entstehen.

Drei Arbeitsgruppen erarbeiteten praxisorientierte Ansätze

Neben den Vorträgen und Gesprächen standen die Ergebnisse dreier Arbeitsgruppen auf dem Programm. Unter dem Veranstaltungsmotto "Sustainability: Turning Intentions into Impact!" beschäftigten sich diese mit unterschiedlichen Fragen des technologischen und gesellschaftlichen Wandels.

Die Themenbereiche umfassten "Zielgerichtete Digitalisierung durch transparente Datenflüsse", "KI und Robotik aus gesellschaftspolitischer Sicht" sowie "Lebenslanges Lernen als Schlüssel zur Transformation".

Ein Vorschlag der Arbeitsgruppe "KI und Robotik aus gesellschaftspolitischer Sicht" betraf unter anderem die steuerliche Behandlung menschlicher und automatisierter Arbeit. Die Gruppe sprach sich dafür aus, arbeitgeberseitige Lohnabgaben vollständig abzuschaffen und die daraus resultierenden Einnahmenausfälle durch höhere Steuern auf Unternehmensgewinne auszugleichen.

Begründet wurde der Vorstoß damit, dass menschliche Beschäftigung durch lohnbezogene Abgaben zusätzliche Kosten verursache, während beim Einsatz künstlicher Intelligenz und robotergestützter Systeme keine vergleichbaren Belastungen anfielen. Dies könne die Verlagerung von Tätigkeiten auf automatisierte Prozesse begünstigen und langfristig die Finanzierung öffentlicher Aufgaben erschweren. Mit dem Vorschlag wolle die Arbeitsgruppe menschliche Arbeit entlasten und Gewinne aus automatisierter Wertschöpfung stärker zur Finanzierung des Gemeinwesens heranziehen.

ÖGNI-Geschäftsführer plädiert für ganzheitliche Betrachtung

Auch ÖGNI-Geschäftsführer Peter Engert beschäftigte sich mit den Voraussetzungen für eine langfristig nachhaltige Entwicklung der Immobilienwirtschaft. Dabei sprach er sich dafür aus, unterschiedliche Einflussfaktoren nicht länger getrennt voneinander zu behandeln.

"Die Zeit der isolierten Einzeldebatten ist vorbei. Wer nachhaltige Immobilien will, muss Bestand, Betrieb, Finanzierung, Technologie und gesellschaftliche Akzeptanz gemeinsam betrachten, beurteilen und umsetzen", betonte Engert.

Aus seiner Sicht müssten somit sowohl bestehende Gebäude und deren laufender Betrieb als auch wirtschaftliche Rahmenbedingungen, technologische Entwicklungen und gesellschaftliche Anforderungen in die Planung und Umsetzung nachhaltiger Immobilienkonzepte einfließen. 

LEADERSNET war bei der Veranstaltung. Einen Eindruck können Sie sich hier und hier machen. 

www.ogni.at

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