Insolvenzverfahren eröffnet
Millionenpleite einer Haustechnikfirma betrifft mehr als 50 Jobs

| Redaktion 
| 20.09.2026

Das Unternehmen nennt gleich mehrere Ursachen für die wirtschaftlichen Schwierigkeiten.

Das Vermögen der Tripus Haustechnik GmbH mit Sitz in Ilz ist Gegenstand eines Sanierungsverfahrens ohne Eigenverwaltung am Landesgericht für Zivilrechtssachen Graz. AKV und KSV1870 beziffern die Verbindlichkeiten auf rund 1,3 Millionen Euro. Zum Insolvenzverwalter wurde Rechtsanwalt Bertram Schneeberger aus Hartberg bestellt.

53 Mitarbeiter:innen betroffen

Die Gesellschaft ist im Bereich Haustechnik tätig, wickelt insbesondere Projekte in der Gas-, Wasser-, Heizungs- und Sanitärtechnik ab und war österreichweit tätig, wobei ein wesentlicher Schwerpunkt im Großraum Wien lag. 

Nach Angaben von AKV und KSV1870 waren zum Zeitpunkt des Insolvenzantrags 53 Mitarbeiter:innen beschäftigt. Der AKV berichtet ergänzend, dass für einen Teil der Belegschaft Lohnrückstände für August 2026 bestanden.

Insolvenzursachen

AKV und KSV1870 verweisen unter Berufung auf die Angaben von Tripus Haustechnik beziehungsweise den Insolvenzantrag auf gestiegene Materialkosten, lange Zahlungsziele und die notwendige Vorfinanzierung von Projekten als Ursachen für die wirtschaftlichen Schwierigkeiten.

Der AKV nennt darüber hinaus Verluste bei einem Großprojekt, hohe Personalaufwendungen, finanzielle Belastungen im Zusammenhang mit der Insolvenz einer Beteiligungsgesellschaft sowie die weitgehende Ausschöpfung eines Kontokorrentkredits.

Der KSV1870 weist zudem darauf hin, dass die Angaben in der kurzen Zeit noch nicht überprüft werden konnten. Zu den Insolvenzursachen will der Verband in Zusammenarbeit mit der Insolvenzverwaltung weitere Recherchen durchführen.

32 betroffene Gläubiger:innen

Derzeit seien 32 Gläubiger:innen von dem Verfahren betroffen. Als Vermögenswerte nennt der AKV offene Kundenforderungen, Fahrzeuge, Betriebs- und Geschäftsausstattung sowie laufende Aufträge. Liegenschaftsvermögen sei laut dem Verband nicht vorhanden.

Gläubiger können ihre Forderungen bis zur gerichtlichen Anmeldefrist am 3. November 2026 anmelden, so der KSV1870. 

Sanierung und Fortführung geplant

Sowohl AKV als auch KSV1870 berichten von einer angestrebten Sanierung des Unternehmens. Den Gläubiger:innen soll eine Quote von 20 Prozent angeboten werden. Laut AKV ist vorgesehen, diese innerhalb von 24 Monaten nach Annahme des Sanierungsplans zu bezahlen. 

Zur weiteren Entwicklung verweist der KSV1870 auf die Angaben im Insolvenzantrag, wonach die aktuelle Auftragslage als durchaus zufriedenstellend beschrieben werde. Der Verband will den Sanierungsplanvorschlag auf seine Angemessenheit und Finanzierbarkeit prüfen.

Abstimmung über Sanierungsplan im Dezember

Die erste Prüfungstagsatzung ist für den 17. November 2026 angesetzt. Über das Sanierungsplanangebot soll am 1. Dezember 2026 abgestimmt werden. Gläubiger:innen können ihre Forderungen bis zum 3. November 2026 anmelden.

www.ksv.at

www.akv.at

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