Wie müssen Briefings, Hintergrundinformationen und Projektdaten aufbereitet sein, damit Künstliche Intelligenz gezielt darauf zugreifen kann? Diese Frage stand am 10. September 2026 im Mittelpunkt der ersten Wiener Ausgabe der Online Expert Bar. Digiknall lud gemeinsam mit den Online Expert Days in den Members Club The Cover in Wien-Neubau.
Nach Angaben der Gastgeber nahmen rund 70 Vertreter:innen aus Agenturen, Medien und Unternehmen an der Veranstaltung teil. Unter den Gästen befanden sich Mitarbeiter:innen von Otago, e-dialog, den Österreichischen Bundesforsten und Ö3.
Verstreute Informationen erschweren den KI-Einsatz
In vielen Organisationen gehören Anwendungen wie ChatGPT oder Claude mittlerweile zum Arbeitsalltag. Das dafür benötigte Unternehmenswissen ist jedoch häufig auf E-Mails, Präsentationen, unterschiedliche Dokumente und einzelne Ablagesysteme verteilt. Dadurch fehlt den KI-Anwendungen mitunter der notwendige Kontext, um relevante Informationen gezielt einzubeziehen.
Stefan Wacker, Geschäftsführer von Digiknall, sieht deshalb nicht nur bei der Auswahl der Anwendungen Handlungsbedarf: "Viele Unternehmen setzen bereits KI ein, gleichzeitig steckt entscheidendes Wissen noch immer in E-Mails, Präsentationen und einzelnen Dokumenten. Wer KI wirklich produktiv nutzen will, muss deshalb nicht nur über neue Tools sprechen, sondern darüber, wie Wissen strukturiert und verfügbar gemacht wird. Genau diese Diskussion wollten wir nach Wien holen."
Informationen sollen gezielt in den KI-Kontext einfließen
Den fachlichen Impuls des Abends lieferte Markus Frank, Co-Founder und Tech Lead der Stuttgarter Marketing-Transformationsberatung Tied and Frank. Vor der Unternehmensgründung leitete er nach Angaben der Online Expert Days bei Nordcloud, einem IBM-Unternehmen, die Academy und ein internationales Team. Später war er bei Jung von Matt im Bereich Cloud und Künstliche Intelligenz tätig. Unter dem Titel "Raus aus dem Postfach. Rein ins KI-Kontextfenster" zeigte Frank, wie Unternehmen und Agenturen ihre vorhandenen Informationen strukturieren können, damit KI-Systeme diese bei konkreten Aufgaben als Kontext berücksichtigen. Statt Briefings, Reportings und Projektwissen wiederholt manuell zu suchen und zu übertragen, sollen relevante Inhalte zentral verfügbar gemacht und automatisiert in den jeweiligen Arbeitsprozess eingebunden werden.
Ein solcher Ansatz könne laut Frank den manuellen Aufwand sowie wiederkehrende Abstimmungen reduzieren. Ob und in welchem Umfang diese Effekte eintreten, hängt allerdings von der Datenqualität, der technischen Umsetzung und den jeweiligen Unternehmensprozessen ab.
MCP verbindet KI-Anwendungen mit externen Systemen
Als technische Ausbaustufe thematisierte Frank das Model Context Protocol, kurz MCP. Dabei handelt es sich um einen offenen Standard, über den KI-Anwendungen mit externen Datenquellen, Werkzeugen und Arbeitsabläufen verbunden werden können. Dadurch lassen sich beispielsweise Informationen aus lokalen Dateien oder Datenbanken strukturiert für KI-Systeme bereitstellen. Frank zufolge können Unternehmen zunächst mit ihrer bestehenden Infrastruktur beginnen und die Systeme später über MCP erweitern. Für Agenturen könnten daraus zusätzliche Aufgaben an der Schnittstelle zwischen Beratung, Prozessgestaltung, Wissensmanagement und Technologie entstehen.
Veranstaltungsreihe wird in mehreren Städten fortgesetzt
Die Online Expert Bar ist eine Veranstaltungsreihe der Online Expert Days, die Vorträge zu Online-Marketing- und SEO-Themen mit persönlichem Austausch verbindet. Bei der Wiener Ausgabe wurde die Diskussion im Anschluss an den Vortrag in informellem Rahmen fortgesetzt.
Hinter den Online Expert Days steht die Next Experts GmbH. Das Unternehmen organisiert auch die beiden Fachkonferenzen OMX und SEOkomm, die am 26. und 27. November 2026 in Salzburg stattfinden sollen.
www.digiknall.at
www.onlineexpertdays.com
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